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Logistik-Studie Supply-Chain-Potenziale werden unzureichend genutzt

In ihrer jüngsten Supply-Chain-Studie kommen die Hochschule München, der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und die Wassermann AG zum einhelligen Urteil, dass Unternehmen ihre Potenziale in der Supply Chain nicht ausreichend nutzen. Schlecht fürs Geschäft.

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Die Supply-Chain-Studie 2011 gibt Hinweise darauf, was Unternehmen zur Steuerung der Supply-Chain-Komplexität tun können, um ein profitables Wachstum abzusichern. Bild: Connection/Benicce — Fotolia.com
Die Supply-Chain-Studie 2011 gibt Hinweise darauf, was Unternehmen zur Steuerung der Supply-Chain-Komplexität tun können, um ein profitables Wachstum abzusichern. Bild: Connection/Benicce — Fotolia.com
( Archiv: Vogel Business Media )

In komplexen Supply Chains liegen nicht nur Risiken, sondern auch große Differenzierungspotenziale für Lieferanten, Hersteller und Handel. Doch noch nutzen Unternehmen die Chancen eines Komplexitätsmanagements nur unzureichend, so die Studie. Die Ergebnisse der Befragung von Supply-Chain-Verantwortlichen offenbaren: Nur ein Fünftel der Unternehmen nutzt geeignete Mittel und Methoden, um Veränderungen in Beschaffungs- und Absatzmärkten frühzeitig zu erkennen.

Die zentrale Fragestellung der von Professor André Krischke von der Fakultät für Betriebswirtschaft der Hochschule München durchgeführten Studie lautete: „Welche Maßnahmen sollten Unternehmen zur Steuerung der Supply-Chain-Komplexität ergreifen, um ein profitables Wachstum abzusichern?“

Mehr Komplexität in der Supply Chain erwartet

Die anlässlich des Branchentreffs Vision-Days 2011 von einem Wissenschaftler-Team um Professor Krischke gestartete Umfrage mit nachfolgenden Fokusinterviews von 40 Logistik- und Supply-Chain-Managern deutscher Unternehmen zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten eine weitere Steigerung der Komplexität in der Logistikkette erwartet. Dies gelte über die gesamte Bandbreite der beteiligten Unternehmen und Branchen hinweg – unabhängig davon, ob Unternehmen mit zwanzig Mitarbeitern und 1 Mio. Euro Umsatz oder Großkonzerne mit einigen Milliarden Euro Umsatz und mehr als 10.000 Mitarbeitern befragt wurden.

Allerdings werde die Dynamik der Komplexität von Tier-1- und Tier-2-Lieferanten besonders stark wahrgenommen. Unterschiede offenbarten sich bei den Triebfedern der Komplexitätszunahme. So spürten alle Unternehmen eine wachsende Volatilität der Nachfrage und der Kundenanforderungen. Während aber für Handel und OEM dabei die Globalisierung der Absatzmärkte die größte Rolle spiele, sähen die Tier-1- und Tier-2-Lieferanten in den wachsenden Anforderungen der Produktionssysteme den wesentlichen Komplexitätstreiber für ihre Supply Chains.

Bestand wesentlicher Puffer bei OEMs und im Handel

Die befragten Manager sind sich überwiegend einig, dass die Beherrschung der Komplexität Priorität vor Vermeidung und Reduktion hat. Eine deutliche Mehrheit sieht in komplexen Supply Chains auch die Chance, Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Unter den Lieferanten stimmen dieser Aussage sogar über 90% der Befragten zu.

Befragt nach den Maßnahmen und Instrumenten im Bereich Komplexitätsmanagement, überwiegt auf allen Stufen der Supply Chain die Prozessmodularisierung. Dennoch bleibt im Handel und bei den OEMs der Bestand der wesentliche Puffer, während vor allem Tier-1- und Tier-2-Lieferanten vermehrt auch Kapazitäts- und Zeitpuffer einsetzen.

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