Distributionslogistik

Trailer und Wechselbrücken autonom rangieren

| Autor / Redakteur: ampnet/jri / Thomas Günnel

Rückwärts einfädeln unter eine Wechselbrücke: Dieses Fahrmanöver führt der „Innovation Truck“ des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen autonom durch.
Rückwärts einfädeln unter eine Wechselbrücke: Dieses Fahrmanöver führt der „Innovation Truck“ des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen autonom durch. (Bild: ZF Friedrichshafen)

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Die Zugmaschine unter eine Wechselbrücke zu rangieren ist keine einfache Aufgabe. ZF hat jetzt ein System vorgestellt, das dem Fahrer diese Tätigkeit abnimmt – und außerdem die Trailer und Wechselbrücken autonom an ihr Ziel auf dem Betriebshof fährt.

„Innovation Truck“ und „Terminal Yard Tractor“: Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat zwei Konzepte für die Speditionsbranche vorgestellt – mit denen sich Wechselbrücken oder Trailer autonom an den jeweiligen Bestimmungsort rangieren lassen. Schon nach der Einfahrt auf das Gelände kann der Fahrer aussteigen, den autonomen Modus aktivieren und danach die Pausenzeiten nutzen.

Der Lkw findet eigenständig und elektrisch fahrend zu seiner vorher festgelegten Zielposition. Dort setzt er mithilfe eines Wechselbrückenassistenten eine eventuell bereits geladene Wechselbrücke ab. Ebenfalls von alleine nimmt der Innovation Truck wieder einen neuen Container auf – und fädelt dabei auch selbst unter der Wechselbrücke ein. Bei den Vorführungen waren die Stützbeine der Wechselbrücke starr ausgeklappt – bei künftigen Einsätzen müssten sie von einem Fahrer aus- und eingeklappt werden; oder die Wechselbrücke verfügt über entsprechende mechatronische Systeme.

Orientierung mittels Kamera, Laser und GPS

Das Rückwärtseinfädeln unter die Wechselbrücke regelt ein zentrales Steuergerät, das unter anderem eine aktive elektrohydraulische Nutzfahrzeuglenkung und ein automatisches Getriebesystem ansteuert. Für die Orientierung und Sicht des Lkw sorgt ein kamerabasiertes und laserunterstütztes Sensor-Setup, das um ein GPS-System ergänzt wurde.

Die Fahrzeugsteuerung ist mit Systemen auf dem Betriebshof oder anderen eingegrenzten Arealen vernetzt. Stationäre Kameras an der Rampe erfassen das Heck des zu rangierenden Aufliegers. Ein vor Ort installierter Computer errechnet die Trajektorie und übermittelt die Daten per Funksignal an die On-Board-Unit des ZF-Telematiksystems „Openmatics“. Das fahrzeugseitig montierte Steuergerät verarbeitet die Informationen in Echtzeit und wandelt sie in Handlungsbefehle für Motor, Lenkung und Bremsen um.

Ebenfalls autonom unterwegs ist der „Terminal Yard Tractor“. Dabei handelt es sich um einen Prototypen, der in Zusammenarbeit mit Terberg entstand, einem niederländischen Hersteller von Flurförderfahrzeugen und Sonder-Lkw. Auch hier koordiniert der Zentralcomputer alle Funktionen der Längs- und Querführung: So kann dieses Shuttle-Fahrzeug einen Sattelauflieger von einem Sattelschlepper übernehmen und diesen autonom zum Laden und Löschen an die Rampe rangieren. Anschließend bringt es den Auflieger von dort wieder zurück zum Truck.

Lkw dynamisch über das Gelände leiten

Wohin welches Fahrzeug wann fahren muss und welche Aufgabe dort wartet, erfährt der Rechner über ein dynamisches Routingsystem. In dieses loggen sich die Transporter über das betriebshofeigene LTE/WLan-Funksignal und die On-Board-Unit im Lkw automatisch ein, sobald der autonome Fahrmodus aktiviert ist. Das Routing prüft und berücksichtigt permanent beispielsweise die aktuellen Positionen und Wege anderer Fahrzeuge auf dem Gelände und passt die ursprünglich geplante Streckenführung bei Bedarf sofort an.

Bis das alles autonom funktioniert, vereinfacht ein neuer Einspurassistent das rangieren. Dank Sensor-Set am Fahrzeug und Routingsystem auf dem Arbeitsgelände bekommen Fahrzeugführer auf ihrem Tablet angezeigt, wie sie die jeweilige Wechselbrücke schnell und reibungslos ansteuern und aufnehmen können.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Automobil Industrie und wurde von Thomas Günnel betreut.

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