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Materialtransport Traktorenhersteller optimiert Materialfluss mit „Factory Train“

Redakteur: Gary Huck

Im Same-Deutz-Fahr-Werk in Lauingen setzt man beim innerbetrieblichen Teiletransport auf „Factory-Train“-Routenzüge von Neumaier. So könnten 75 % der Staplerfahrten eingespart werden.

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Der „Factory Train“ soll die Materialversorgung in der Produktion im Traktorenwerk effizienter und sicherer gestalten.
Der „Factory Train“ soll die Materialversorgung in der Produktion im Traktorenwerk effizienter und sicherer gestalten.
(Bild: Neumaier)

Vier Neumaier-Routenzüge vom Typ FT510 sind in der Montagehalle des Traktorenherstellers im Einsatz. Als Antriebseinheit für die Transportsysteme dient ein „P50-C“-Elektroschlepper von Linde. Jeder der Züge besteht aus fünf „EF1“-Warenträgern, die entweder einen Euromaß-Rollwagen oder zwei Halbeuromaß-Rollwagen laden können. Pro Ladungsträger ließe sich eine Maximallast von 1000 kg aufnehmen. Die Be- und Entladung der Rollwägen erfolgt über eine elektrische Hubfunktion. Dieser Prozess kann entweder am Schlepper oder direkt am Warenträger selbst gesteuert werden. Laut Neumaier lassen sich Trägereinheiten einzeln ansteuern. Es wird nur der Warenträger bewegt, der gerade be- oder entladen wird, was einen energieeffizienten Betrieb ermöglichen soll.

Nach Herstellerangaben bringt der „Factory Train“ bereits in der Serienausstattung viele Sicherheitsfeatures mit. Das System reduziere in Kurvenfahrten automatisch die Geschwindigkeit, um den sogenannten „Peitscheneffekt“ zu vermeiden. Außerdem könnten Ladungsträger nur abgesenkt werden, wenn die Handbremse des Zuges aktiviert wurde. Bei Ladungsvorgängen verriegle sich das System automatisch. Durch eine elektronische Lenkung und „CAN-Bus“-Vernetzung soll eine hohe Spurtreue erreicht werden. Aufgrund der spielfreien Anhängung und der integrierten Federung sei das System außerdem sehr leise.

Neben einer Effizienzsteigerung würden die Routenzüge auch eine Verbesserung der Versorgungssicherheit mit sich bringen. „Wir haben weniger Staplerfahrer in der Montagehalle. Wir konnten diese Fahrten um etwa 75 % reduzieren. Das heißt, die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist deutlich gestiegen“, sagt Michael Götz, Warehouse Manager bei Same Deutz-Fahr. „Und auch unsere Transportschäden, die wir früher hatten, sind durch den Einsatz der Routenzüge deutlich gesunken.“

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Der „Factory Train“ wird seit 2013 von Neumaier in Hofstetten nahe Freiburg gefertigt. Bis 2018 erfolgte der Vertrieb über Linde Material Handling. Seit 2019 verfolge man dabei eine Kooperationsstrategie. Im Same-Deutz-Fahr-Werk in Lauingen entschied man sich nach eigenen Angaben für die Transportlösung aus dem Schwarzwald, da ein Konzept benötigt wurde, mit dem verschiedene Rollwägen ohne Umbauaufwand transportierbar sind.

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