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Kanban Versöhnung zwischen Produktion und Logistik mit elektronischem Kanban

| Redakteur: Robert Weber

Wenn die Bänder in der Automobilindustrie stillstehen und Material fehlt, dann schieben sich Produktion und Logistik oft gegenseitig den schwarzen Peter zu. Eine Entwicklung des Logis.Net Kompetenzzentrums für Verkehr und Logistik hat eine innovative Lösung für den Streit gefunden.

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So stellen sich die Forscher um Prof. Wolfgang Bode den Prozess mit dem E-Kanban-System idealerweise vor. Bild: HS Osnabrück
So stellen sich die Forscher um Prof. Wolfgang Bode den Prozess mit dem E-Kanban-System idealerweise vor. Bild: HS Osnabrück
( Archiv: Vogel Business Media )

Prof. Dr. Wolfgang Bode zählt zu den innovativen Tüftlern in der Logistikwelt. Man könnte auch vom Daniel Düsentrieb der Transport- und Lagerbranche sprechen, wenn man sich mit Bodes Ideen länger beschäftigt. Diese reichen vom Cargo-Transrapid über die automatisierte Flow-Cat-Fördertechnik bis hin zum energiesparenden Erlebnis-Einkaufs- und Logistikzentrum.

Manche mögen sagen, alles Spinnerei, doch der Osnabrücker Hochschullehrer und sein Team vom Logis.Net Kompetenzzentrum für Verkehr und Logistik haben schon zahlreiche Entwicklungen angestoßen und im Gegensatz zu den Erfindungen der Comicfigur funktionieren die Technologien im Alltag tadellos und sind betriebswirtschaftlich vorteilhaft. Der Norddeutsche ist ein technikbegeisterter, aber durchaus praxisorientierter Vordenker.

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Kanban-System in zwei Varianten im Einsatz

Das können vor allem die Automobilhersteller bestätigen, denn Bodes elektronisches Kanban mit AMS (automatisches Nachschubsteuerungssystem) ist bei vielen OEM und Zulieferern mittlerweile im Einsatz. Ein Ergebnis: mehr Effizienz am Montageband und bei der Materialversorgung.

Zwei Varianten bieten Bode und seine Mannschaft der Industrie an. Fünf Jahre haben sie daran geforscht. Stolz sind sie auf beide Anwendungen; die erste für Kleinladungsträger (KLT) und die zweite für Großladungsträger (GLT).

Die erste Variante setzt auf mechanische Schalter als Sensoren im KLT-Durchlaufregal mit einer Mindestbelegung von zwei Behältern. Unter dem hinteren Ladungsträger bauten die Ingenieure einen Federschalter ein, der durch das Nachrutschen des hinteren Behälters auf den vorderen Regalplatz über einen Sensor eine Meldung ausgibt.

Direkte EDV-Anbindung zur Erfassung der Kanban-Behälter

Die direkte EDV-Anbindung ermöglicht eine fehlerlose Erfassung der Bedarfe am Band und spart Personalzeit ein. Der Behälter meldet, dass er der letzte im Regal ist, und schickt diese Information an die Nachschubsteuerung. Der Materialleitstand kann nach Eingang des Signals sofort den Nachschub auslösen.

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