Werkslogistik Erster ferngesteuerter Lkw-Verkehr auf öffentlicher Straße in Hessen

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Neue Perspektiven für Effizienz, Fachkräftesicherung und inklusive Arbeitsgestaltung eröffnet ein partnerschaftlicher Ansatz aus Industrie und Logistik: Volkswagen treibt die Automatisierung seiner Werkslogistik zusammen mit seinen Partnern Mira und L.I.T. voran.

V.l.: VW-Werkleiter Ingo Spengler, Logistikleiter Uwe Schmitz und Baunatals Bürgermeister Henry Richter freuen sich über das erste Projekt dieser Art auf öffentlichen Straße in Hessen.(Bild:  Volkswagen)
V.l.: VW-Werkleiter Ingo Spengler, Logistikleiter Uwe Schmitz und Baunatals Bürgermeister Henry Richter freuen sich über das erste Projekt dieser Art auf öffentlichen Straße in Hessen.
(Bild: Volkswagen)

Technologiepartner Mira (ein Unternehmen von Rheinmetall) und Spediteur L.I.T. haben zusammen mit Volkswagen eine über Mobilfunk ferngesteuerte Terminalzugmaschine unter realen Bedingungen erprobt. „Reale Bedingungen“ heißt, dass am Volkswagen-Komponentenstandort Kassel erstmals ein Lkw sowohl auf dem Werksgelände als auch auf öffentlichen Straßen ferngesteuert umhergefahren ist. Kassel nimmt mit dieser Erprobung eine Vorreiterrolle im Bundesland Hessen ein, wie es hießt. Grundlage davon bilde die aktualisierte Straßenverkehr-Fernlenk-Verordnung (StVFernLV), die in Deutschland zum ersten Mal einen rechtssicheren Rahmen für ferngesteuerte Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen schaffe, wie zu erfahren ist. „Gearbeitet“ hat eine leistungsstarke Terminal-Zugmaschine Typ MAFI T 230, die mit dem Teleoperations-Kit von Mira und einem nachgerüsteten Drive-by-Wire-System ausgestattet wurde. Das Besondere: Gesteuert wurde das Gefährt vollständig aus einem Leitstand im VW-Werk Kassel heraus.

Mit dieser Erprobung gehen wir zusammen mit unserem Partner, der L.I.T.-Gruppe aus dem niedersächsischen Brake, einen entscheidenden Schritt vom Pilotbetrieb hin zur industriellen Anwendung.

Win Neidlinger, Geschäftsführer bei Mira

Per Fernsteuerung können Fahrzeuge flexibel und sicher auch über Distanz gesteuert und Prozesse in der Logistik effizienter werden. Dabei bringt L.I.T. als langjähriger Logistikpartner des Werks Kassel seine operative Expertise in die Erprobung ein. Immerhin verantwortet L.I.T. die Lkw-Shuttle-Verkehre am Standort seit Gründung des Logistikzentrums im Jahr 2012.

Im Leitstand ist auch Platz für Inklusion

Für den VW-Konzern ist das Pilotprojekt ein konkreter Schritt zur Validierung neuer Technologien unter realen Bedingungen in der Werkslogistik. Die ferngesteuerten Shuttle-Verkehre bieten die Möglichkeit, Automatisierungs- und Digitalisierungsansätze in der Intralogistik zu evaluieren. Ziel ist es, Erkenntnisse für einen möglichen Dauerbetrieb und eine potenzielle Skalierung auf weitere Konzernstandorte zu gewinnen.

Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Perspektiven für inklusive Arbeitsgestaltung: In einer barrierefrei gestalteten Variante des Leitstands können künftig auch Mitarbeitende mit körperlichen Einschränkungen Fahrzeuge sicher bedienen, ohne die physischen Belastungen des klassischen Fahrbetriebs in Kauf nehmen zu müssen.

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