Wellpappe

Wellpappe bietet weit mehr als „nur“ Verpackung

10.06.2008 | Autor / Redakteur: Claudia Treffert / Bernd Maienschein

Wer hohe Stapel bauen will, muss sich auf die Stabilität der Transportverpackung verlassen können.Bild: vdw
Wer hohe Stapel bauen will, muss sich auf die Stabilität der Transportverpackung verlassen können.Bild: vdw

Wenn Transportschäden keine Rolle spielen, kann die Verpackung minimal ausfallen. Im anderen Fall, der wohl als Regel gelten kann, bieten Wellpappenhersteller eine Vielzahl von Lösungen, damit die Transportverpackung die an sie gestellten Anforderungen einwandfrei erfüllt.

„Es ist doch nur eine Verpackung, die nach Gebrauch im Altpapier-Container verschwindet.“ Diese in Industrie und Handel verbreitete Einstellung verleitet manch einen Einkäufer dazu, nach möglichst günstigen Angeboten für Transportverpackungen aus Wellpappe Ausschau zu halten.

Aber das billige Angebot erweist sich oftmals als ganz schön teuer, weshalb man beim Verband der Wellpappen-Industrie (vdw), Darmstadt, ganz klar feststellt: „Da wird am falschen Ende gespart.“

Eine vor vier Jahren vom Verband in Auftrag gegebene Studie belegt das deutlich: Danach zahlt allein der Handel jährlich zwischen 312 und 449 Mio. Euro für Schäden, die durch vermeintlich günstige, aber nicht anforderungsgerechte Verpackungen entstehen. In der Industrie sieht das kaum anders aus, denn auch dort kreist in Bezug auf die Verpackung der Rotstift.

Es darf zudem bezweifelt werden, dass sich die Zahlen vier Jahre nach der Studienerhebung deutlich verbessert haben. Denn nach wie vor gilt: Es ist nur eine Verpackung. Und die sollte möglichst wenig kosten.

Billige Wellpappe geht zu Lasten der Stabilität

Die Wellpappen-Verpackung soll gleichwohl auf jeden Fall stabil sein. Auch das ist ein Ergebnis, das die Studienmacher von Dricon Managing Consultants, Frankfurt am Main, herausfanden.

Interessanterweise zeigten sich die befragten verpackenden Unternehmen sogar überzeugt davon, dass die von ihnen gewählten Wellpappenverpackungen einen einwandfreien Schutz böten. Die Schadensbilanz in Millionenhöhe zeichnet allerdings ein anderes Bild.

„Die Physik setzt dem Wunsch nach minimaler Verpackung und maximalem Schutz nun mal Grenzen“, meint Wolfgang Reimers, Leiter der Verpackungsprüfung beim Hamburger Institut für Beratung, Forschung, Systemplanung, Verpackungsentwicklung und -prüfung (BFSV). Deshalb kann, wer die billigstmögliche Lösung aus schlichter Transportkiste, gefertigt mit dünnwandiger Wellpappe, wählt, im Schadensfall auf eine nachträgliche Überprüfung der Stabilität getrost verzichten.

Wellpappe ermöglicht zahlreiche Varianten zwischen billig und teuer

Doch zwischen der Billiglösung und der Luxusausführung aus mehrwelliger Wellpappe mit konstruktiv „eingebauten“ weiteren Schutzfunktionen und zusätzlich aufgetragenen Schutzschichten gibt es beliebig viele Varianten. Aus dem Grund sollte jemand, der sicher gehen will, dass die Verpackung die an sie gestellten Anforderungen tatsächlich erfüllt – vom Zeitpunkt des Abpackens von Waren und Industriegütern bis zum Entsorgen am Ende der Logistikkette –, im Vorfeld die Eignung der ausgewählten Transportverpackung von unabhängigen Stellen bestätigen lassen. Entweder indem er vom Hersteller ein entsprechendes Prüfzeugnis anfordert oder indem er selbst die Prüfung veranlasst.

In Frage kommen dafür akkreditierte Prüfinstitute wie die Hamburger oder das Institut für Wellpappenforschung und -prüfung (wfp), Darmstadt. „Rund die Hälfte unserer Kunden kommt aus der abpackenden Industrie, die anderen sind Packstoff- und Packmittelhersteller“, beschreibt Reimers das übliche Kundenspektrum.

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