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Logistics-IT Wie die Hürden bei der Digitalisierung nehmen?

Laut KfW Research, dem volkswirtschaftlichen Kompetenzzentrum der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), erfasst die Digitalisierung breite Teile des Mittelstands. Aber: Die Ausgaben stagnieren auf niedrigem Niveau. Lesen Sie hier über Hemmnisse, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen der Experten von Sage.

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Sage will mit seinen fünf Handlungsempfehlungen, die Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung zu nehmen, weit verbreitete Bedenken bei Cloud-Transformation und Automatisierung entkräften.
Sage will mit seinen fünf Handlungsempfehlungen, die Hürden auf dem Weg zur Digitalisierung zu nehmen, weit verbreitete Bedenken bei Cloud-Transformation und Automatisierung entkräften.
(Bild: Copyright 2009, Mike Watson Images Limited. )

Dem „KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018“ ist zu entnehmen, dass im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 rund 30 % der Mittelständler Digitalisierungsprojekte erfolgreich abgeschlossen haben – eine Zunahme gegenüber der Vorperiode um vier Prozentpunkte. Diese Entwicklung werde von Unternehmen jeder Größe und „nahezu allen Wirtschaftszweigen“ getragen.

Digitalisierung planen, Vorbehalte abbauen

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass rund zwei Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) die Umsetzung entsprechender Projekte noch hinauszögern. Die Digitalisierungsexperten von Sage haben die größten Hemmnisse und Herausforderungen zusammengefasst und fünf Handlungsempfehlungen formuliert, die Unternehmen bei der Planung ihrer Digitalisierungsvorhaben helfen können. Gleichzeitig sollen Vorbehalte gegenüber entsprechenden Projekten abgebaut werden.

  • 1. Individuelle Digitalstrategie festlegen

Im Vorfeld müssen einige grundlegende Fragen beantwortet werden. Dazu gehören: Was ist der aktuelle technologische Standard in der Branche? Welche Vorteile bringt eine Digitalisierung potenziell für die Unternehmensabläufe? Welche Aufgaben und Bereiche hat die Digitalisierung im Unternehmen schon erfasst und was sind die Zukunftstrends? Wie lassen sich die neuen Technologien für die eigenen Zwecke nutzen? Wie können einzelne Unternehmensbereiche sinnvoll vernetzt werden? Wo ergeben sich neue, digitale Produktideen? Erst aus diesen Vorüberlegungen heraus entstehen sinnvolle Digitalisierungsstrategien mit Schwerpunkten, die zu den individuellen Anforderungen passen.

„Bei der Digitalisierung geht es nicht nur darum, herauszufinden, welche Unternehmensprozesse sich automatisieren und damit effizienter gestalten lassen“, erläutert Andreas Zipser, Managing Director Central Europe bei Sage. „Wichtig ist auch, zu prüfen, inwiefern digitale Technologien auch strategische Zielsetzungen unterstützen.“ Die Auswahl der Systeme, die für entsprechende Implementierungsmaßnahmen in Frage kommen, sollten deshalb auch unter der Fragestellung getroffen werden, was der Return on Investment (RoI) ist und welche Erfolgspotentiale sich damit für die Zukunft erschließen lassen.

  • 2. Finanzierungshilfen eruieren

Eine weitere Herausforderung sind die Kosten: Viele KMU finanzieren ihre Digitalisierungsprojekte aus eigenen Mitteln. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU. So bietet die KfW Unternehmen beispielsweise ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredite zu günstigen Konditionen. Außerdem unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kleine und mittlere Unternehmen mit der „Förderinitiative Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ sowie Handwerksbetriebe mit dem „Förderprogramm „go digital“. Hinzu kommen regionale Initiativen wie zum Beispiel „Mittelstand.innovativ! – Innovationsgutschein Digitalisierung“ der bayrischen Bezirksregierung. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen hat mit „Mittelstand.innovativ!“ ebenfalls ein Förderprogramm speziell für den Mittelstand aufgelegt.

  • 3. Auf Datenschutz achten

Zusätzlich geben in einer Umfrage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein relevanter Teil (15 %) der befragten deutschen Unternehmen Sicherheitsbedenken als Hemmnis für die Digitalisierung an. Vorgaben wie die DSGVO führen zwar dazu, dass Datenschutz und Sicherheit an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig fühlen sich Unternehmen aber auch verunsichert und fragen sich, wie sich Digitalisierung und Sicherheit in Einklang bringen lassen. Hier kommt es auf fundierte Planung an. Unternehmen sollten ihre Prozesse kritisch unter die Lupe nehmen und sich fragen, welche Daten wirklich erhoben werden müssen und inwieweit die gesammelten Informationen relevant genutzt werden. Bei der Auswahl von Partnern und Softwareanbietern sollten sie Wert auf erfahrene regionale Ansprechpartner und Experten legen, die bei Fragen beratend zur Seite stehen. Zudem ist es wichtig, bei der Auswahl von Software-Lösungen auf deren DSGVO-Konformität zu achten.

  • 4. Auf deutsche Rechenzentren vertrauen

Der Monitoring-Report „Wirtschaft DIGITAL 2018“ des BMWi kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass lediglich 43 % der mittelständischen Unternehmen mit zehn bis 250 Beschäftigten Cloud-Computing nutzen. Und 32 % aller Unternehmensentscheider dieser Gruppe sagen, dass Cloud-Computing für sie irrelevant sei. Der Cloud-Monitor 2019 von Bitkom Research legt nahe, dass sich dahinter eine grundsätzliche Skepsis gegenüber einem rein serviceorientierten IT-Modell verbirgt. Denn dreiviertel aller vom Branchenverband Befragten teilen die Sorge, vertrauliche Unternehmensdaten seien in der Cloud vor unbefugtem Zugriff nicht hinreichend geschützt – dies gelte insbesondere in Bezug auf Public Clouds.

Sicherheitsbedenken gelten laut der Cloud-Monitor-Studie nach wie vor als Schlüsselhemmnis, das viele Mittelständler von der Cloud-Nutzung fernhält. In vielen Fällen erhöht jedoch die Nutzung von Software aus der Cloud sogar die IT-Sicherheit – vor allem, wenn auf Systemanbieter zurückgegriffen wird, die ihre Cloud-Lösungen ausschließlich in deutschen Rechenzentren hosten und damit höchste Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen.

  • 5. Chancen für einen digitalen Neuanfang

Ein häufig unterschätzter Faktor im Blick auf die digitale Transformation im Mittelstand ist schließlich auch die Unternehmensnachfolge: Bis Ende 2020 ist zu erwarten, dass rund 227.000 KMU ihr Unternehmen in die Hände eines Nachfolgers legen. Geht ein Unternehmenslenker in den Ruhestand, bietet dies die Chance, Gutes noch besser zu machen. Zur Vorbereitung der Nachfolge ist deshalb auch eine (digitale) Bestandsaufnahme des Betriebs empfehlenswert. Prozesse, Geschäftsmodelle und ganze Abteilungen werden in diesem Zuge auf ihre Effizienz geprüft.

Damit bedeutet der Generationswechsel für fast jeden Betrieb einen kleinen Neuanfang und kann ein Impuls für eine verstärkte Digitalisierungsinitiative im Unternehmen sein. Durch diesen Transformationsprozess im Bereich der Unternehmensführung fließen neue Perspektiven, Lösungsansätze, Erfahrungen und Fachwissen mit ein, die fällige Modernisierungen einfacher machen. Doch natürlich kann auch ein digital aufgeschlossener Senior-Chef selbst das Fundament für eine Digitalisierungsinitiative legen – oder diese frühzeitig der designierten Nachfolge übertragen. In jedem Fall sollte die Unternehmensführung – ob älter oder jünger – für ein Umfeld sorgen, in dem Digitalisierung kein Experiment, sondern eine strategische Kernkomponente für das Geschäft darstellt.

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