17. VDI-Flurförderzeugtagung

Wie Flurförderzeuge die Zukunft der Intralogistik bestimmen

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Der VDI lud zum 17. Mal zur zweitägigen Flurförderzeugtagung mit Fachausstellung nach Baden-Baden.
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Der VDI lud zum 17. Mal zur zweitägigen Flurförderzeugtagung mit Fachausstellung nach Baden-Baden. (Bild: Sonnenberg)

Die 17. VDI-Fluförderzeugtagung vom 24. bis 25. September 2013 fand mit Leitthemen wie technische Innovationen und Trends der Flurförderzeuge, Anwendernutzen, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Normen den Querschnitt aktueller Entwicklungen.

Dass die Notwendigkeit besteht, Flurförderzeuge wirtschaftlich und sicher einzusetzen, ergibt sich stärker als je zuvor aus den intralogistischen Gesamtkonzepten für den Material- beziehungsweise Warenfluss in den Unternehmen und zeichnete sich auch klar an der hohen Teilnehmerzahl der Fachtagung ab. Die zahlreichen Referenten und Teilnehmer diskutierten über Konzepte und Trendthemen der Intralogistik. Dabei lag der Fokus auf Energiespeichern und Ladegerätetechnik, Verbesserung der Betriebssicherheit, Automatisierung von Serienfahrzeugen und auf neuen Normen und Regeln für Hersteller und Betreiber.

Paradigmenwechsel in der Logistik

Immer mehr Waren werden mit immer größeren Geschwindigkeiten transportiert. Diese Produkte zu akzeptablen Kosten zu transportieren ist eine grundlegende Forderung der Wirtschaft. Dazu werden auch innovative Flurförderzeuge benötigt, die wirtschaftlich eingesetzt werden können. Bei innerbetrieblichen Transporten liegen beispielsweise kleine, intelligente Transportfahrzeuge im Trend. Dabei ist sich der Keynote-Geber der Veranstaltung Karl-Heinz Wehkind, IFT – Institut für Fördertechnik und Logistik, Universität Stuttgart, sicher: „Neuentwicklungen in der Intralogistik können die gesamte Logistik revolutionieren.“ Das Stuttgarter Forscherteam ging beispielsweise bei seinen Überlegungen von unflexiblen Distributions- und Produktionslogistiksystemen aus, bei denen seit einigen Jahren darüber nachgedacht wird, die zentrale Führung und Steuerung durch dezentrale zu ersetzen. Zudem gibt es seit kurzer Zeit im Bereich der intralogistischen Maschinen und Einrichtungen einen Paradigmenwechsel für Konstruktion und Einsatzbedingung.

Mit neuen Ideen zu neuen Prototypen

Die Ideen der Forscher sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie schon einige Pilot- und Prototypen-Fahrzeuge auf der Fachtagung vorstellen konnten. Darunter das Karis – ein kleinskaliges, autonomes, redundantes Intralogistik-System (Universität Karlsruhe) oder der Multi Shuttle Move (Dematic, Fraunhofer IML Dortmund). Beide Systeme haben das Ziel, selbstständig, flexibel und frei navigierende Ladungsträger beispielsweise der Automobilindustrie aufnehmen, abgeben und transportieren zu können – und zwar von beliebigen Punkten nach beliebigen Punkten. Diese Systeme könnten sowohl als Stetig- als auch als Unstetigförderer eingesetzt werden.

Monofunktionale Systeme sind zuverlässiger

Als weiteres Beispiel an Prototypen sollen das monofunktionale System Ka-Te – kleine, automatische Transporteinheiten (IFT Universität Stuttgart, Götting KG) und ein Doppelkufensystem (IFT Universität Stuttgart) dienen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie entweder für die Aufnahme von Kleinladungsträgern oder für die Aufnahme von Paletten ein jeweils angepasstes Fahrzeugsystem anbieten. Das System Doppelkufen sei monofunktional, da es ausschließlich Europaletten handhabt. Bei der aktuellen Entwicklung von dezentral gesteuerten Maschinen sind vor allem diese Systeme, also Fahrzeuge, die beispielsweise nur eine reine Transportfunktion erfüllen und keine aktiven Lastaufnahmesysteme besitzen, interessant. Sie sind vergleichsweise einfach und somit kostengünstig ausgeführt und besitzen aufgrund einer geringeren Anzahl von Funktionen auch eine höhere Zuverlässigkeit. Da man davon ausgeht, dass in zukünftigen Systemen viele redundante Fahrzeuge gleichzeitig zum Einsatz kommen werden, soll sich als wesentliche Forderung für den wirtschaftlichen Einsatz der Fahrzeuge ein möglichst niedriger Herstellungspreis ergeben. Ob dies so sein wird, könnte vielleicht schon auf der nächsten Fachtagung eines der Themen sein.

Neben Vertretern aus Universitäten, Verbänden und Berufsgenossenschaften waren auch Betreiber und Hersteller von Staplern und Flurförderzeugen sowie Zulieferern unter den Teilnehmern.

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