Während lange Zeit wenige Lebensmittelmarken mit gleichbleibenden Sortimenten die Supermarktregale dominierten, gibt es heute ständig neue Produkte zu entdecken: Biologisch wertvolle Ernährung liegt im Trend und führt dazu, dass Food-Start-ups mit innovativen Lebensmittelprodukten eine immer höhere Nachfrage erfahren. Spätestens seit Corona hat sich auch im Food-Bereich der Onlinehandel zu einer echten Alternative entwickelt.
Im Food-Tech-Bereich gibt es ständig Neuigkeiten. Das sich ändernde Sortiment stellt Food-Start-ups und ihre Lieferanten vor Herausforderungen in der Logistik.
(Bild: Alexas Fotos_pixabay)
Das sich zunehmend wandelnde Produktsortiment sowie die Koordination unterschiedlicher Vertriebswege stellen die Food-Start-ups und ihre Lieferanten aber gleichermaßen auch vor die logistische Herausforderung, die Produkte schnell und effizient zum Kunden zu bringen. Diese Herausforderung betrifft sämtliche Verkaufskanäle: vom Direktverkauf an Konsumenten (D2C) über Verkäufe an Unternehmen und Zentrallager des Einzelhandels (B2B) bis hin zum klassischen Verkauf über Handelspartner (B2C).
Erfolgskriterium: Logistik-Set-up
Henrik Rackow, Managing Partner bei Hungry Ventures, einem Beratungshaus und Venture Builder im Lebensmittelbereich, erläutert den Status quo der Lebensmittellogistik wie folgt: „Für die Realisierung neuer Geschäftsmodelle ist das Thema Logistik für Start-ups, aber auch für etablierte Unternehmen von hoher Bedeutung. Die Einhaltung von Hygienevorschriften sowie Zertifizierungen bilden die Voraussetzung für eine professionelle Lebensmittellogistik. Darüber hinaus ist eine hohe Flexibilität von Fulfillment-Dienstleistungen ein Erfolgskriterium, denn Angebot und Nachfrage variieren stark: Neue Produkte kommen auf den Markt und verschwinden häufig auch wieder. Das heißt, dass Skalierbarkeit von kleinen bis großen Bestellvolumina ebenso ein fester Bestandteil smarter Lebensmittellogistik sein muss wie nahtlose Integrationen von Shops und Drittanbietern. Und auch Echtzeit-Tracking-Funktionen sind wichtig.“
Dashboard-Ansicht der Logistikplattform Everstox.
(Bild: Everstox)
Hinzu kommt, dass die Lebensmittelbranche hohe Anforderungen an logistische Abläufe stellt: Spezielle Zertifizierung, Hygienevorschriften, Kühlung und Datentransparenz müssen sichergestellt sein. Zusammenfassend lassen sich folgende drei zentrale Herausforderungen für die Lebensmittellogistik identifizieren:
1: Die Suche nach einem qualifizierten Food-Logistiker
Jeder Vertriebskanal hat andere operative Logistikanforderungen, die es zu beachten gilt. Die Kontraktlogistik der Hersteller lässt sich dabei je nach Kundensegment in drei Teilbereiche gliedern:
B2B-Kunden: Palettenversand mittels Spedition an Großhändler und Zentrallager von Lebensmitteleinzelhändlern (LEH);
B2C-Kunden: Paketversand (große Pakete) an einzelne Handelspartner und LEH-Filialen;
D2C-Kunden: Paketversand (kleine Pakete) – z. B. über den eigenen Onlineshop direkt zum Endkunden.
Hersteller müssen also darauf achten, für alle drei Bereiche wettbewerbsfähige Logistikdienstleistungen zu beziehen. Das Preis- und Leistungsangebot der verschiedenen Third-Party-Logistiker (3PL) ist dabei jedoch oft nicht transparent und variiert stark. Gründe dafür sind häufig der operative Fokus des jeweiligen Logistikers sowie die verschiedenen Rahmenkonditionen diverser Paletten- und Paketversand-Anbieter. Unterstützung bei der Suche nach dem am besten geeigneten Logistiker schaffen digitale, datengetriebene Plattformlösungen wie Everstox, die auf ein breites Netzwerk an Partnern zurückgreifen können. Das ermöglicht es ihnen, für jeden Bereich den am besten referenzierten Logistiker mit dem besten Preisangebot zu identifizieren.
2: Die Suche nach qualifizierter Lebensmittel-Lagerlogistik
Die Lagerhaltung macht je nach Produktkategorie eine temperierte Lagerung und Verpackung notwendig. Bei gekühlter und tiefgekühlter Ware sind zusätzlich entsprechendes Isoliermaterial sowie Kühlakkus im Lagerhaus und auf dem Transportweg erforderlich. Bei diesen Produkten entfällt zudem die Möglichkeit, retournierte Produkte wieder einzulagern, da die Kühlkette unterbrochen wurde. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit gilt es bei solchen Lieferungen also ganz besonders, darauf zu achten, Retouren möglichst zu vermeiden. Das gelingt umso besser, je schneller geliefert wird und je besser der Logistikpartner die Punkte Verpackung, Kühlmaterial und Transportsicherung lösen kann. Auch hier hilft ein breites Netzwerk an Logistikern mit entsprechenden Referenzen dabei, den optimalen Partner beauftragen zu können.
3: Die Lebensmittelanforderungen des Einzelhandels
Die dritte Herausforderung schließlich umfasst den hohen Technologieanspruch des Lebensmitteleinzelhandels. Händler im Fresh Food, aber auch im Non-Fresh-Bereich sind beispielsweise verpflichtet, stets die Rückverfolgbarkeit kompletter Auftragschargen sowie des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) zu gewährleisten. Auch Echtzeitdaten über Bestellungen und mögliche Verzögerungen sind von hoher Bedeutung. Fehlende Automatisierung und Datentransparenz kann hier schnell zu einem Zusatzaufwand in Höhe von mehreren Tausend Euro im Monat führen. Denn intransparente Daten erhöhen das Risiko von Fehlsendungen, die Retourenwahrscheinlichkeit und die Gefahr für Lieferengpässe oder zu hohe Bestände.
Stand: 08.12.2025
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Eine optimale Bestandsplanung für die zukünftige Nachfrage nach Lebensmittelprodukten seitens des jeweiligen Vertriebskanals spielt daher ebenfalls eine zentrale Rolle. Für den Logistikpartner ist es entscheidend, die Shop- oder ERP-Systeme des Food-Händlers vollständig zu integrieren und sich somit Echtzeitdaten nutzbar zu machen. Offene Plattformen ermöglichen dies, da sie mit jeglichen Handels- und Logistiksystemen kompatibel sind. ■
* Johannes Tress ist Mitgründer und Managing Director bei Everstox in 80799 München, Tel. (01 74) 3 18 70 03, contact@everstox.com