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Schienengüterverkehr DB läutet neues Frachtzeitalter ein

Bei der DB Systemtechnik in Minden (Westfalen) wurden jetzt als Test zum ersten Mal mehrere Wagen durch eine Digitale Automatische Kupplung (DAK) miteinander verbunden. Ziel des bis Ende 2022 laufenden Forschungsprojekts: Kapazität und Qualität des Güterverkehrs rauf, körperliche Belastung der Bahnmitarbeiter runter.

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Mit ihrer Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) will die Deutsche Bahn (DB) in ein neues Zeitalter des Güterverkehrs durchstarten.
Mit ihrer Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) will die Deutsche Bahn (DB) in ein neues Zeitalter des Güterverkehrs durchstarten.
(Bild: DB)

Erstmals hat die Deutsche Bahn (DB) einen völlig neuen Mechanismus zum Kuppeln ihrer Güterwagen präsentiert: die Digitale Automatische Kupplung (DAK), die das Zusammenstellen von Güterzügen beschleunigen soll. Auch wenn einem das nicht gleich in den Sinn kommt: Die DAK soll die Kapazität und Qualität des Güterverkehrs erhöhen und so zum Gelingen der Verkehrswende beitragen. Als willkommenen Nebeneffekt führt die Bahn die Entlastung ihrer Mitarbeiter von körperlicher Arbeit an, denn die Zugbildung erfolge jetzt noch überwiegend mit Schraubenkupplungen, die per Hand angebracht werden müssen.

Die DAK öffnet die Tür zu einer umfassenden Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs.

Sabina Jeschke, DB-Vorstand Digitalisierung und Technik

Wie die Digitalisierungsexpertin Jeschke angibt, könne die Kapazität von Rangier- und Umschlagbahnhöfen mit der Digitalen Automatischen Kupplung „deutlich erhöht werden“. Die Einführung der DAK bedeute deshalb eine digitale Revolution für den Güterverkehr auf der Schiene.

Grüne Alternative zum Lkw

Auch Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr, gibt sich von der technischen Neuerung überzeugt: „Wir wollen wachsen und mehr Güter auf die Schiene verlagern. Dafür brauchen wir attraktive Angebote für unsere Kunden. Dabei helfen uns technische Innovationen wie die Digitale Automatische Kupplung.“ Die DAK mache den Schienengüterverkehr schneller und einfacher, das stärke besonders den Einzelwagenverkehr als grüne Alternative zum Lkw. Güter auf der Schiene zu transportieren sei der einfachste Weg, das Klima zu schützen.

Nach dem ersten Test bei der DB Systemtechnik in Minden werden in den nächsten Monaten zwölf Güterwagen mit Kupplungstypen von vier Herstellern ausgerüstet; nach technischen Tests wird dann ein Typ ausgewählt. Wie die Bahn angibt, fährt ein Versuchszug mit 24 Wagen dann mehrere Monate durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und noch weitere EU-Länder. Die DAK wird dabei unter anderem im täglichen Einsatz in den Rangierbahnhöfen ausprobiert.

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