Suchen

Kühllogistik Europas modernstes Pharmalager

| Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Der Logistikdienstleister Frigo-Trans hat jetzt im pfälzischen Fußgönheim das nach eigenen Angaben modernste Pharmalager für temperatursensitive Pharmazeutika in Betrieb genommen. Der 17 Mio. Euro teure Neubau wurde in nur 14 Monaten fertiggestellt.

Firmen zum Thema

Das „Cool Chain Control Pharmacenter“ von Frigo-Trans soll einen neuen Standard für die Lagerung temperatursensibler Healthcare-Produkte.
Das „Cool Chain Control Pharmacenter“ von Frigo-Trans soll einen neuen Standard für die Lagerung temperatursensibler Healthcare-Produkte.
(Bild: Frigo-Trans)

Eine lückenlose Kühlkette ist für empfindliche Pharma-, Diagnostik- und Healthcare-Produkte unerlässlich. Innerhalb welcher Temperaturspektren sie transportiert und gelagert werden müssen, damit sie ihre Wirksamkeit behalten, hängt von der individuellen Rezeptur ab. Prinzipiell gibt es drei pharmarelevante Temperaturzonen: -25°C, +2°C bis +8°C und +15°C bis +25°C. Das neue „Cool Chain Control Pharmacenter“, so der offizielle Name, bedient die gesamte Temperaturrange und bietet qualifizierte Lagerplätze auf vorerst 9000 m². Das Angebot ist für viele Pharma-Unternehmen offenbar interessant, denn bereits jetzt ist die Fläche zu 80% ausgebucht, so das Unternehmen.

Neubau in nur 14 Monaten

Der 17 Mio. Euro teure Neubau wurde in nur 14 Monaten auf die grüne Wiese gebaut. Neben den beiden Logistikhallen sind auf einem Areal von 30.000 m² ein dreistöckiges, gläsernes Verwaltungsgebäude für circa 100 Mitarbeiter, eine Lkw-Waschanlage, eine eigene Kfz-Werkstatt sowie Sozial- und Schlafräume für die Fahrer entstanden. „Unsere Vision war es, einen neuen Standard für moderne Pharmalagerhaltung und -logistik zu schaffen – und zwar europaweit“, sagt Peter Norheimer, geschäftsführender Gesellschafter von Frigo-Trans. Und er ist sich sicher, dass das Bauteam Frigo-Construction, ein Spin-off der Mutterfirma, dieses Ziel dank einer intelligenten Verknüpfung modernster Lager-, Mess-, Klima-, IT- und Sicherheitstechnik erreicht hat.

Redundanz im Kühl- und Heizsystem

So setzt Frigo-Trans beispielsweise als erster Logistiker in Europa modernste Rampentechnik mit Andockstationen aus den USA ein. Sie soll dafür sorgen, dass die Kühlkette auch beim Be- und Entladen der Trailer durchgängig garantiert wird. Um maximale Sicherheit zu erreichen, wird in allen Temperaturzonen mit einer redundanten Energie- und Kälteversorgung gearbeitet. „100 % Redundanz im Kühl- und Heizsystem schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Nachhaltigkeit durch Energierückgewinnung“, betont Bauleiterin Tina Norheimer. Ein Notstromaggregat (1000 kVA) mit 7000 l Diesel hält das Lager und alle operativen Systeme im Bedarf für mindestens 72 Stunden am Laufen.

Ergänzendes zum Thema
kd0__kasten_dachzeile
Frigo-Trans schafft Hattrick bei Cool Chain Excellence Award 2015

Gemeinsam mit Roche Mannheim hat Frigo-Trans kürzlich den Cool Chain Excellence Award 2015 gewonnen. Damit hat das Pfälzer Unternehmen einen „Titel-Hattrick“ geschafft, denn bereits 2011 und 2013 wurde es europaweit als bester Kühlkettenlogistiker von der Branchenplattform Pharma IQ ausgezeichnet. Noch keinem anderen Unternehmen ist das zuvor gelungen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Preises steht das neue Pharma Center von Frigo-Trans, in dem Roche ab April 2015 primäre Packmittel und sogenannte Bulkware, also Halbfabrikate, lagern wird. Der 17-Mio.-Neubau bietet auf 9000 m² qualifizierte Lagerplätze in allen drei pharmarelevanten Temperaturzonen (siehe Artikel).

Dr. Stefan Degen (links), Head of Finished Goods & Operations Support Mannheim, Roche, und Peter Norheimer, geschäftsführender Gesellschafter, Frigo-Trans, freuen sich über den Cool Chain Excellence Award 2015 in der Kategorie „Bestes temperaturgeführtes Logistikprojekt“.
Dr. Stefan Degen (links), Head of Finished Goods & Operations Support Mannheim, Roche, und Peter Norheimer, geschäftsführender Gesellschafter, Frigo-Trans, freuen sich über den Cool Chain Excellence Award 2015 in der Kategorie „Bestes temperaturgeführtes Logistikprojekt“.
( Bild: Frigo-Trans )

State-of-the-Art-Lagertechnik

Um tatsächlich qualifizierte Lagerflächen bieten zu können, spielt das permanente Monitoring, also die Messung und Dokumentation aller temperaturkontrollierten Lagerbereiche, eine wichtige Rolle. Frigo-Trans löst diese Herausforderung durch validierte, redundante Sensoren, die die Temperatur mittels GPRS-Technik lückenlos überwachen und aufzeichnen. Dass der Warenfluss im Lager bis ins Detail und nahtlos (rück)verfolgt werden kann, regelt eine validierte Lagerverwaltungssoftware. Außerdem wird per Videoaufzeichnung jede Palette vom Wareneingang bis zum Warenausgang verfolgt und ihr Weg aufgezeichnet. Diese Aufnahmen werden in das Verwaltungssystem des Lagers integriert. Auch beim Thema Sicherheit hat der Mittelständler weder Kosten noch Mühen gescheut. Neben zonenbezogenen Alarmanlagen regelt eine RFID-gebundene Kontrolle den Zugang zum Lager. Nur Personen, deren individuelle Profile hinterlegt sind, erhalten Zutritt zu den entsprechenden Bereichen, alle anderen werden abgewiesen. Ein Sicherheitsdienst patrouilliert nachts und während der Sonn- und Feiertage.

Optimale Flächennutzung

In der Baukonzeption war die vielfältige Nutzung der Lagerfläche einer der wichtigsten Punkte. Es galt, sowohl von betriebswirtschaftlicher als auch von regulatorischer Seite eine optimale Flächennutzung zu erreichen. Dabei ist ein Pharmacenter herausgekommen, das höchste Flexibilität, Qualität und Sicherheit unter seinem Dach vereint, so Frigo-Trans. Sowohl Pharmaproduzenten als auch Pharmadistributoren werden es zur kurzfristigen Zwischenlagerung, zur langfristigen Einlagerung oder zur Kommissionierung nutzen können. „Von small bis extra-large geht alles“, erklärt Norheimer. Das gilt für einen einzelnen Palettenstellplatz bis hin zu einer Lagerfläche für große Mengen, mit der Hersteller ihre Produktionsspitzen abfedern können.

(ID:43290491)