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Integration Fiege sichert sich Fachkräfte auf neuen Wegen

Der Logistiker Fiege aus Greven wollte gleich mehrere Stellen im Lager mit Flüchtlingen besetzen und holte sich dafür bei der Agentur für Arbeit Rheine Unterstützung. Gemeinsam haben die Fachleute aus Arbeitsagentur und Unternehmen ein Konzept entwickelt, mit dem Geflüchtete schneller in den Beruf kommen und in die Belegschaft integriert werden.

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Integration auf dem Stapler: Die Flüchtlinge leisten die gleiche Arbeit wie alle anderen Fiege-Mitarbeiter, werden gleich behandelt und gleich bezahlt.
Integration auf dem Stapler: Die Flüchtlinge leisten die gleiche Arbeit wie alle anderen Fiege-Mitarbeiter, werden gleich behandelt und gleich bezahlt.
(Bild: Fiege)

Den Impuls zur Aufnahme der Zusammenarbeit hatten Fiege-Vorstand Jens Fiege und Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitslosenversicherung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, bei einem runden Tsich zur Fachkräftesicherung gegeben.

Seit Anfang August 2016 arbeiten vier junge Flüchtlinge aus dem Libanon und aus Pakistan als Kommissionierer im Lager in Ibbenbüren. Mit den Einstellungen hat das Logistikunternehmen Fiege einen neuen Weg zur Fachkräftesicherung im Unternehmen beschritten. „Vieles war dabei Neuland für uns“, berichtet Martina Schlottbom, Personalleiterin bei Fiege. „Daher haben wir uns direkt an die Agentur für Arbeit Rheine gewandt.“

Hilfe besonders bei formellen Abläufen nötig

Gemeinsam haben die Partner in vielen Gesprächen intensiv daran gearbeitet, Strukturen und Prozesse zu schaffen, um geflüchtete Menschen in Arbeit zu bringen. Wichtig war dies besonders bei den formellen Abläufen, die bei einer Beschäftigung Geflüchteter zu beachten sind. „Vor einer Einstellung sind bestimmte gesetzliche Voraussetzungen zu prüfen. So muss beispielsweise die Ausländerbehörde eine Arbeitsgenehmigung für die neuen Mitarbeiter erteilen“, erklärt Anke Hermeling, Teamleiterin Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit Rheine. „Hier haben wir die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen strukturiert und damit kurze Wege entwickelt. So können wir Betriebe nun bei Anträgen und Formalitäten schneller unterstützen.“

Andere Herausforderungen haben sich erst im Verlauf des Bewerbungs- und Einstellungsverfahrens ergeben. „Für viele Flüchtlinge ist beispielsweise der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs, wie es in Deutschland üblich ist, unbekannt“, so Schlottbom. „Die Bewerber sind es zum Teil aus ihren Heimatländern gewöhnt, sich einfach an die Straße zu stellen und vom Fleck weg – beispielsweise als Handwerker oder Helfer – eingestellt zu werden. Für eine Lagertätigkeit ein Vorstellungsgespräch mit Menschen im Anzug zu führen, war für den ein oder anderen Flüchtling schon befremdlich.“

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