Fahrerlose Transportsysteme

FTS orientieren sich an der Umgebung

| Redakteur: Bernd Maienschein

Bernd Peter Schmidt (l.), Geschäftsbereichsleiter Trafoanlagen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Georg, und Andreas Thölke, Geschäftsführer der HTI Machine Technology GmbH, besiegeln die Kooperation.
Bernd Peter Schmidt (l.), Geschäftsbereichsleiter Trafoanlagen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Georg, und Andreas Thölke, Geschäftsführer der HTI Machine Technology GmbH, besiegeln die Kooperation. (Bild: Georg)

Die Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik und die Hafen- und Industrietechnik GmbH sowie ihr Schwesterunternehmen HIT Machine Technology GmbH haben einen Kooperationsvertrag über den Einsatz autonomer Flurförderfahrzeuge geschlossen. Die Schwerlasttransporter orientieren sich dabei an ihrer Umgebung.

In der Kooperation mit HIT stellt Georg eine Lösung vor, die dem Trend zur Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen entspricht. Die autonomen „move-e-star“-Niederflur-Transportfahrzeuge von HIT befördern automatisch Nutzlasten zwischen 2 und 120 t Gewicht – zum Beispiel Coils oder Stapel aus Transformatorenblechen – innerhalb von Produktionshallen. Sie fahren unter die auf Gestellen liegende Last, nehmen sie selbstständig auf, navigieren autonom zum Ziel und setzen die Last wieder ab.

„Natürliche Navigation“

Das Herzstück der Fahrzeuge bilden die Antriebsachsen, in denen der Fahrantrieb, die Lenkung und das Hubsystem integriert sind. Sie machen den „move-e-star“ extrem wendig – er ist in der Fläche frei beweglich, kann längs, quer oder schräg fahren und „auf dem Teller“ drehen. So kann er sich auch in engen Räumen oder Fahrgassen sicher bewegen. Mit dem dynamischen Niveauausgleich bewältigt er Schwellen und Steigungen.

HIT Geschäftsführer Andreas Thölke erklärt, wie die Plattformen autonom navigieren: „Das System orientiert sich mit Laserscannern in der Produktionshalle, macht sich ein Bild von den aktuellen Umgebungsbedingungen und ermittelt die optimale Route. Wir nennen das ,Natürliche Navigation‘: Die Transportplattformen benötigen weder Schienen noch im Boden verlegte Drähte, außerdem stellen sie keine hohen Anforderungen an die Ebenheit des Hallenbodens.“

Zur Nachrüstung geeignet

Bernd Peter Schmidt, der Leiter des Geschäftsbereiches Trafoanlagen bei Georg, sieht im autonomen Transport deutliche Vorteile: „Krane haben in den Werken unserer Kunden unterschiedlichste Aufgaben zu bewältigen und sind oft ausgelastet. Die Flurförderzeuge schaffen hohe Flexibilität, denn sie agieren autonom und binden – optimal von einer Software gesteuert – keine anderen Transportmittel. Außerdem sind sie ideal für die Nachrüstung in vorhandenen Werken geeignet, da keine besonderen baulichen Maßnahmen, zum Beispiel der Einbau von Schienenführungen, notwendig sind.“

Mit dem „move-e-star“ geht Georg einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung. Die neue Transportplattformen lassen sich nach Unternehmensangaben leicht in digital vernetzte Umgebungen einbinden und ebnen so den Weg zu Industrie 4.0 weiter.

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