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RFID Funketikett zum Aufdrucken für 1 Eurocent

Das Projekt „DruIDe“ soll gedruckte Funketiketten aus Nanosilizium ohne Chip entwickeln. Das Silizium kommt in Form von Nanopartikeln aus dem NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) und dem Institut für Energie und Umwelttechnik (IUTA) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

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Am 29. und 30. Oktober 2019 präsentieren die sechs Projektpartner aus Holland und Deutschland das Chip-lose Funketikett auf der Fachmesse RFID Tomorrow in Darmstadt.
Am 29. und 30. Oktober 2019 präsentieren die sechs Projektpartner aus Holland und Deutschland das Chip-lose Funketikett auf der Fachmesse RFID Tomorrow in Darmstadt.
(Bild: UDE)

Das Silizium des RFID-Tags wird in eine spezielle Tinte eingebracht, die sich mit einem gewöhnlichen Tintenstrahldrucker direkt auf das Paket drucken und per Laser zu einer funktionierenden elektronischen Schaltung verarbeiten lässt. Die Universität Duisburg-Essen ist damit nach Aussage von Niels Benson, Professor für druckbare Materialien für signalverarbeitende Systeme, die erste Hochschule, die Nanoelektronik aus Silizium drucken kann.

Fünfmal günstiger als „normale“ RFID-Tags

Die neue Technik erleichtert nicht nur Logistikern und Paketboten das Leben – sie spart auch ordentlich Material: Bäume. Denn im Gegensatz zum Barcode ist das RFID-Etikett wiederverwendbar, das Paket somit auch. Da es ohne Chip auskommt, liegt sein Preis bei etwa 1 Eurocent und ist damit rund fünfmal günstiger als sein herkömmliches Pendant. Zum Auslesen des Etiketts benötigt man ein spezielles Lesegerät. Es funktioniert nur in einem Radius von etwa 10 m und verrät lediglich, dass eine bestimmte ID in der Nähe ist.

Ende Oktober (29./30.) präsentieren die sechs Projektpartner aus Holland und Deutschland die Innovation auf der Messe RFID Tomorrow in Darmstadt. Vorher haben sie aber noch einen Termin beim Notar: Das Start-up „airCode“ arbeitet seit 8. Oktober offiziell an der Markteinführung der Technologie. „Unsere Demonstration basiert noch auf wenigen Bit“, so Prof. Thomas Kaiser von der UDE. „Um Milliarden von Objekten unterscheiden zu können, brauchen wir 50 bis 60 Bits. Wir sind zuversichtlich, dass wir das in fünf bis zehn Jahren erreicht haben.“

Das Projekt „DruIDe“ wird im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit über 3,1 Mio. Euro durch die EU, das niederländische sowie das NRW-Wirtschaftsministerium und die Niedersächsische Staatskanzlei mitfinanziert.

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