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Hafenabend Hamburgs Hafenwirtschaft setzt in St. Petersburg auf Dialog

| Redakteur: Jürgen Schreier

Am 19. August 2014 trafen sich deshalb über 220 Vertreter der Hafen- und Transportwirtschaft aus Hamburg und Russland auf dem traditionellen Hamburger Hafenabend in St. Petersburg, der von Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) ausgerichtet wurde. Dabei setzten sowohl die deutsche wie auch die russische Seite auf Dialog.

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Alexey Shukletsov, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Fenix Group (links), präsentierte HHM-Vorstand Ingo Egloff die konkreten Entwicklungspläne des Universalhafens Bronka.
Alexey Shukletsov, Geschäftsführer des Hafenbetreibers Fenix Group (links), präsentierte HHM-Vorstand Ingo Egloff die konkreten Entwicklungspläne des Universalhafens Bronka.
(Bild: HHM)

Seit 1957 sind Hamburg und St. Petersburg Partnerstädte und pflegen enge wirtschaftliche, kulturelle, soziale und wissenschaftliche Kontakte. Die Häfen beider Städte verbinden ebenfalls seit Jahrzehnten gute wirtschaftliche Beziehungen. So setzen Hamburg und St. Petersburg auch in politisch angespannter Lage auf Dialog und Zusammenarbeit.

Hochrangige Vertreter aus der russischen Transport- und Logistikwirtschaft waren vertreten

Am 19. August trafen sich deshalb über 220 Vertreter der Hafen- und Transportwirtschaft aus Hamburg und Russland auf dem traditionellen Hamburger Hafenabend in St. Petersburg, der von Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM) ausgerichtet wurde.

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Aus der Elbestadt war Bernd Egert, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg, angereist. Igor Lonsky, Vorsitzender des Komitees für Außenbeziehungen der Stadtverwaltung von St. Petersburg war ebenso wie zahlreiche hochrangige Vertreter aus der russischen Transport- und Logistikwirtschaft unter den zahlreichen Gästen im Panoramarestaurant „Le Vernissage“ im Hotel Ambassador.

Die aktuelle politische Lage war auch das Hauptthema des Hafenabends und Gegenstand vieler Gespräche unter den Gästen. Igor Lonski wünschte in seinem offiziellen Grußwort beiden Hafenstandorten viel Erfolg, wachsenden Umschlag und eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit unter stabilen wirtschaftspolitischen Bedingungen. HHM-Vorstand Ingo Egloff sprach in seiner Begrüßung über die Umschlagsergebnisse des Hamburger Hafens für das erste Halbjahr 2014 und betonte die besondere Bedeutung Russlands als zweitwichtigster Partner des Hamburger Hafens.

Er freute sich über die zahlreich erschienenen russischen Teilnehmer und hieß besonders die Gäste aus Hamburg herzlich willkommen, die der Einladung von HHM nach St. Petersburg gefolgt waren. „Die Hamburger Hafenwirtschaft hofft, dass auf der politischen Ebene bald wieder Rationalität und gegenseitiges Vertrauen vorherrschen, denn diese sind eine Grundlage für Handel, wirtschaftliche Beziehungen sowie weitere Zusammenarbeit in der Zukunft“.

Russische Gäste sehen die aktuelle Lage mit besonderer Besorgnis

Ähnlich äußerten sich auch viele russische Gäste, die die aktuelle Lage mit besonderer Besorgnis verfolgen. Kirill Alexandrov, Logistikleiter von Arivist, einem russischen Logistikunternehmen, sprach über mögliche negative Folgen der verhängten Wirtschaftssanktionen. „Die EU und Russland werden mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen leben müssen. Vieles von dem, was in 20 Jahren vertrauensvoll in erfolgreicher Partnerschaft aufgebaut wurde, droht kaputt zu gehen. Insofern sollten alle Wirtschaftsakteure sich dafür einsetzen, dass die wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen aufrecht erhalten und verbessert werden“. Der Politik riet er, sich ein Beispiel an der Geschäftswelt zu nehmen. „Bei uns wird so lange verhandelt, bis wir zu einem Ergebnis kommen, das für beide Seiten tragbar ist“.

Dmitry Vasiliev, Geschäftsführer der Grimex GmbH, einem in Hamburg ansässigen Unternehmen, das maßgeschneiderte Transportlösungen vor allem für seine russische Kundschaft anbietet, sprach darüber, dass sich nun beide Seiten der neuen Situation anpassen müssen. „Ich sehe auch hier die besondere Rolle Hamburgs als Drehscheibe für die möglichen neuen Ladungsströme in Richtung Russland. Die russische Wirtschaft sucht jetzt neue Lieferanten und viele von denen sitzen in Übersee, in Nicht-EU-Staaten und auch in Südamerika. Ich werde meinen russischen Kunden aber weiterhin Transportlösungen über Hamburg anbieten, weil der Hamburger Hafen seit Jahrzehnten ein sehr verlässlicher Partner der russischen Transportwirtschaft ist und dies zukünftig auch bleiben soll.“

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