Suchen

Fördertechnik Hermes spart dank 24-V-Technik

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Hermes Fulfilment hat 2006 einen Masterplan für Klimaschutz auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieses Energiespar-Programms löst das Unternehmen im Versandzentrum Haldensleben in Sachsen-Anhalt herkömmliche 400-V-Technik ab und setzt die energiesparende 24-V-Antriebstechnologie von Interroll ein.

Firmen zum Thema

Interroll gibt an, dass durch die 24-V-Antriebstechnologie eine Energieeinsparung von 25 % möglich ist.
Interroll gibt an, dass durch die 24-V-Antriebstechnologie eine Energieeinsparung von 25 % möglich ist.
(Bild: Interroll)

Laut ersten Messungen bei dem Tochterunternehmen der Otto Group, das für europäische Distanzhändler in vier eigenen Logistikzentren alle Dienstleistungen entlang des Warenstromes abwickelt, haben eine Energieeinsparung von rund 25 % dank der Interroll-Antriebstechnologie ergeben. Dementsprechend zufrieden zeigt sich Michael Schekatz, Leiter der Betriebstechnik bei Hermes Fulfilment und verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit: „Wir haben die Technik mit dem Ziel eingebaut, Energie zu sparen. Gleichzeitig haben wir beim Testversuch festgestellt, dass sie leise ist. Das ist ein Erfolg, den wir so nicht erwartet haben und der uns begeistert. Außerdem ist die Instandhaltung deutlich einfacher geworden.“

Antriebe in jeder einzelnen Förderzone

Die Betriebstechnik von Hermes Fulfilment in Haldensleben rüstet das Versandzentrum Schritt für Schritt bei laufendem Betrieb um, wobei pro Tag maximal vier Stunden zur Verfügung stehen. Die einfache Konfiguration und Verkabelung des Interroll Conveyorcontrol-Systems soll eine schnelle Installation und Inbetriebnahme ermöglichen. Die Steuerfamilie bietet die Möglichkeit, ohne SPS auszukommen oder durch Einsatz der Gatewaycontrol voll durch eine SPS gesteuert zu werden. Ein mit Rollerdrive angetriebenes System ist grundsätzlich dezentral aufgebaut. Die Antriebe befinden sich in jeder einzelnen Förderzone. Diese lässt sich damit individuell zu- oder abschalten. Im gesamten Förderer findet Bewegung nur dann statt, wenn tatsächlich Güter staudrucklos gefördert werden. Dabei werden nur die Rollerdrive angetrieben, die für den optimalen Durchfluss der Fördergüter nötig sind. Das bedeutet Interroll zufolge ein enormes Potenzial an Energieeinsparung sowie deutliche Lärm- und Verschleißminderung.

Erhebliches energetisches Optimierungspotenzial

Das Versandzentrum in Haldensleben ist mit rund 54 ha Grundstücksfläche der größte und modernste Standort von Hermes Fulfilment. Hier werden im Jahr 170 Mio. Artikel bewegt und bis zu 300.000 Warensendungen verlassen pro Tag das Versandzentrum. In zwei Hochregallagern befinden sich rund 1,2 Mio. Kartons. Vom Wareneingang bis zum Warenausgang legen alle Artikel eine Förderstrecke von rund 30 km zurück. Antriebe spielen somit eine wichtige Rolle, wie Interroll betont, denn sie beeinflussen den Energieverbrauch beim Fördern der Artikel. Innerhalb der modernen Logistik entfallen bei Anlagen mit hohem Automatisierungsgrad rund 50 % der Energiekosten auf die Bereiche Fördertechnik, Lager und Kommissionierung. Die verbleibenden 50 % werden zu mehr als zwei Dritteln für Heizung und Lüftung aufgewendet, rund 15 % für Beleuchtung. Damit besteht innerhalb der internen Logistik ein erhebliches energetisches Optimierungspotenzial.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Hermes Fulfilment hat eigenen Angaben zufolge schon früh angefangen, sich über den verantwortungsvollen Umgang mit Energie Gedanken zu machen. Dies bezieht sich nicht nur auf den Einsatz sparsamer Motoren und Steuerungen, sondern umfasst auch Maßnahmen wie die Nutzung zurückgespeister Bremsenergie im Hochregallager, den Bau eines Blockheizkraftwerks in Haldensleben und den Einsatz energieeffizienter Lichtsysteme. Für jedes Projekt wird eine detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnung erstellt. Dabei zählen nicht nur die Anfangsinvestitionen, sondern auch die laufenden Betriebskosten. Das 24-V-Lösungen hier eine gute Investition sind, zeigen unter anderem die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie, die das Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unter Leitung von Prof. Kai Furmans durchgeführt hat. In vielen Anwendungsbeispielen werden hier die Stärken der 24-V-Lösungen im Vergleich zu der 400-V-Antriebstechnik deutlich. Die Studie steht hier zum Download bereit.

(ID:43209859)