Fördertechnik

Intelligent fördern mit der DC Platform

| Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Gary Huck

Je nach Gewicht des Förderguts stehen drei unterschiedlich starke „RollerDrive“ mit 20, 35 oder 50 W zur Verfügung.
Je nach Gewicht des Förderguts stehen drei unterschiedlich starke „RollerDrive“ mit 20, 35 oder 50 W zur Verfügung. (Bild: Interroll)

Mit seiner auf der diesjährigen Logimat erstmals präsentierten DC Platform bietet Interroll ein perfekt aufeinander abgestimmtes Angebot an Motorrollen, Steuerungen und Netzteilen in 24- oder 48-V-Technologie an. Damit lässt sich eine große Bandbreite von Fördertechnikanwendungen realisieren: vom autonomen Förderer bis hin zu Hochleistungsanlagen, die sich in moderne Industrie-4.0-Umgebungen integrieren lassen.

Wie Armin Lindholm, Geschäftsführer des Global Center of Excellence Rollers & Rollerdrive in Wermelskirchen, betont, stellt Interroll „mit der neuen DC Platform Systemintegratoren und Anlagenbauern ein innovatives und aufeinander abgestimmtes Technologieangebot aus einer Hand bereit, das langjährige Entwicklungs- und Testverfahren durchlaufen hat. Es befähigt sie, auf die Wünsche der Anwender noch individueller einzugehen.“ Wie Lindholm weiter erläutert, lässt sich mit dieser neuen Plattform „eine einzigartige Bandbreite von Förderlösungen realisieren. Vom autonomen Förderer, der ohne speicherprogrammierbaren Steuerungs-(SPS-)Einsatz per plug and play in Betrieb genommen werden kann, bis hin zum individualisierten Hochleistungssystem, das sich für das Monitoring in Leitständen, für die präventive Wartungen oder andere Funktionen durchgängig und transparent in die Datenwelt moderner Industrie-4.0-Anwendungen integrieren lässt“.

Antriebe in drei Leistungsstufen

„Wir haben das Leistungsspektrum unserer Motorrollen, der ,RollerDrive‘, erheblich erweitert. Bisher haben wir eine Leistung von 32 W mechanischer Ausgangsleistung angeboten, das war für viele Anwendungen, etwa für den Transport leerer Behälter, überdimensioniert, bot aber andererseits für schwere Güter zu wenig Leistung“, so Irma Slavinskaite, Senior Product Marketing Manager bei Interroll. Nun aber werden im Zusammenhang mit der DC Platform drei unterschiedlich starke „RollerDrive“ angeboten: 20 W für leichte Güter, 35 W für mittelschwere Artikel und als Standard für die Behälterfördertechnik, sowie 50 W für leichtere Paletten und schwere Güter bis zu 250 kg.

Mit dem neuen „RollerDrive EC5000“ können gegenüber herkömmlicher Technik bis zu 50 % Energie eingespart werden.
Mit dem neuen „RollerDrive EC5000“ können gegenüber herkömmlicher Technik bis zu 50 % Energie eingespart werden. (Bild: Interroll)

„Die neuen ,RollerDrive EC5000‘ sind die effizienteste Art, staudruckloses Fördern zu realisieren“, betont Irma Slavinskaite. Gegenüber herkömmlicher Technik können bis zu 50 % Energie eingespart werden. Es werden immer nur dann „RollerDrive“ kurzfristig eingeschaltet, wenn auch ein Produkt zu transportieren ist. Damit befindet sich kein Motor ständig in Betrieb, auch wenn nichts zu transportieren ist.

„Einfach nur die Parameter anpassen“

Die Fördersysteme lassen sich sowohl mit 24- als auch in 48-V-Technik ausrüsten beziehungsweise nach- oder umrüsten, etwa wenn sich das Produktspektrum verändert und höhere oder auch geringere Leistung erforderlich wird. Und da es sich um die gleiche Schnittstelle und die gleiche Bauart handelt, „muss der Anwender nicht viel verändern“, wie die Marketing-Managerin erklärt. „Er muss einfach nur die Parameter anpassen, je nachdem welche Steuerung er eingebaut hat – man kann also durchaus von einem Plug-and-play-System sprechen.“

Wobei, so die Erfahrung der Expertin, die 48-V-Technologie eine Reihe signifikanter Vorteile bietet: „48-V-Systeme sind viel kosteneffizienter; sie erlauben je nach Vergleich den Einsatz von bis zu 50 % weniger Netzteilen gegenüber 24-V-Anlagen, ermöglichen geringere Leitungsquerschnitte oder längere Leitungsausdehnung und reduzieren Fehlerquellen. All dies führt zu deutlich geringeren Investitionen in das Gesamtsystem.“

Sämtliche Komponenten aus einer Hand

Ein weiterer Vorteil der DC Platform besteht darin, dass der Kunde sämtliche Komponenten aus einer Hand erhalten kann. Dies bedeutet erhebliches Einsparpotenzial für die Einkaufsabteilung. Auch dass die Verantwortung der Produktfunktion in nur einer Hand liegt, kann Vorteile bieten. Da für unterschiedliche Fördertechniken die gleiche Steuerungstechnik und die gleichen „RollerDrive“ eingesetzt werden, eröffnen sich entsprechende Vorteile.

Irma Slavinskaite, Senior Product Marketing Manager bei Interroll: „Auch Robotikanwendungen lassen sich viel einfacher umsetzen, da eine Achse durch ,RollerDrive‘ ersetzt werden kann.“
Irma Slavinskaite, Senior Product Marketing Manager bei Interroll: „Auch Robotikanwendungen lassen sich viel einfacher umsetzen, da eine Achse durch ,RollerDrive‘ ersetzt werden kann.“ (Bild: Interroll)

Zudem vergrößert sich die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. So können beispielsweise Robotikanwendungen „viel einfacher umgesetzt werden, da eine Achse durch ,RollerDrive‘ ersetzt werden kann“, wie Irma Slavinskaite erläutert. „Ein millimetergenaues Positionieren über die EC5000 macht dies möglich.“

Datentechnisch analysierbares transparentes System

Das hängt auch damit zusammen, dass die Motoren jetzt „schlau“ geworden sind und Informationen abgeben, die sich in der speicherprogrammierbaren Steuerung einfach auslesen lassen. Ermöglicht wird dies, da die EC5000 neben der bewährten analogen Schnittstelle optional auch mit Bus-Schnittstelle verfügbar ist, die auf dem „Canopen“-Standard basiert. Damit werden die Förderanlagen erstmals datentechnisch transparent: In Verbindung mit der multiprotokollfähigen „Multicontrol“ von Interroll werden eine Vielzahl von Informationen und Funktionalitäten durchgängig über die SPS, zum Beispiel einem Human Machine Interface (HMI), visualisierbar.

Somit kann das gesamte System auch datentechnisch analysiert und optimiert werden. So lassen sich beispielsweise Informationen zum aktuellen Betriebszustand und zur Betriebsbelastung der einzelnen „RollerDrive“ im zeitlichen Verlauf anzeigen, aber auch Fehler wie Staus oder Fehlausschleusungen werden erkannt. Generell wird das System durch die Auswertung der erhaltenen Daten optimiert. Bis zu 100 Parameter lassen sich über die CAN-Bus-Schnittstelle in der SPS auslesen beziehungsweise einstellen.

Auch kleine Anlagen werden durch die Steuerung von Interroll intelligent

Allerdings ist das Vorhandensein einer speicherprogrammierbaren Steuerung keine zwingende Voraussetzung für einen staudrucklosen Förderbetrieb. „Bei kleineren Fördersystemen reicht es oft aus, wenn die Logik von unseren Steuerungen kommt. Diese lassen sich dann über ein beliebiges Web-Browser-fähiges Gerät parametrieren oder schlicht über Dual-inline-package-(DIP-)Schalter – je nach Steuerungspräferenz“, betont die Marketingmanagerin.

Mit der neuen modularen DC Platform von Interroll lässt sich eine große Bandbreite von Förderlösungen realisieren – vom autonomen Förderer bis hin zum individualisierten Hochleistungssystem.
Mit der neuen modularen DC Platform von Interroll lässt sich eine große Bandbreite von Förderlösungen realisieren – vom autonomen Förderer bis hin zum individualisierten Hochleistungssystem. (Bild: Interroll)

Die DC Platform ist mit Vorgängerprodukten kompatibel; somit lassen sich bestehende Anlagen nachrüsten und erweitern. „Da die Produkte quasi als Standard definiert sind, lassen sich einmal ausgelegte Systeme einfach erweitern, ohne etwas neu einstellen zu müssen“, erläutert Irma Slavinskaite. „Alles ist modular aufgebaut und miteinander kompatibel.“ Momentan jedenfalls gibt es kein anderes Unternehmen auf dem Markt, das ein vergleichbares System mit diesen Möglichkeiten und diesem Einsatzspektrum anbietet.

Weitere Beiträge des Unternehmens:

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