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Kleinteilelager Lager stellt immer den richtigen Kabelbaum bereit

Autor / Redakteur: Hermann Vasen / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Für den Automobilzulieferer Dräxlmaier-Group in Emden lieferte die Klinkhammer-Group die komplette Logistikanlage. Doppelte Auslegung, Stand-by-System, Transpondertechnik und Kiss-Prinzip sorgen für optimalen Fluss in jeder Lage.

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Im Hochregallager bei Dräxlmaier mit 7980 Behälterstellplätzen werden die sechs Einzelregalreihen von fünf Regalbediengeräten versorgt. Bild: Klinkhammer
Im Hochregallager bei Dräxlmaier mit 7980 Behälterstellplätzen werden die sechs Einzelregalreihen von fünf Regalbediengeräten versorgt. Bild: Klinkhammer
( Archiv: Vogel Business Media )

Direkt am Volkswagenwerk in Emden eröffnete im Februar 2005 der Frisia-Industriepark, ein Musterbeispiel für die Integration von Zulieferern an einem Produktionsstandort. Auf dem Industriegelände werden Zubehörteile und Komponenten für den VW-Passat produziert – just in time (jit), denn die Zeit spielt eine entscheidende Rolle.

Lager muss 40.000 Varianten beherrschen

Ein Großteil der Zulieferer reiht sich mit seinen Produktionsstätten in logischer Folge aneinander, eine Jit-Straße verbindet die einzelnen Zulieferer mit dem VW-Werk. Dabei wird der Transport der Einzelteile von einem Logistikdienstleister zentral gesteuert und ausgeführt.

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Die Dräxlmaier-Group, internationaler Systempartner der Automobilindustrie und führender Spezialist für Bordnetzsysteme, steht ganz am Anfang der Kette, folgen doch auf den Einbau der Leitungssätze — auch Kabelbäume genannt — im VW-Werk alle weiteren Produktionsschritte.

Die Herausforderung dabei: Für jede Modellvariante des VW-Passat gibt es einen eigenen, für das Endkundenfahrzeug maßgeschneiderten Leitungssatz. Bei bis zu 40.000 möglichen Leitungssatzvarianten innerhalb eines Modelljahres keine leichte logistische Aufgabe.

Lieferanten werden in mehreren Stufen informiert

Damit die Produktion im VW-Werk reibungslos funktioniert, müssen auch die Lieferanten frühzeitig und möglichst genau über die Modelle, die an den jeweiligen Tagen gefertigt werden, informiert sein. VW macht das in mehreren Stufen.

Der Dräxlmaier-Group stehen eine Sechsmonatsvorschau für die Disposition und Vierwochenabrufe bezogen auf die Modellvarianten zur Verfügung. Mit dem Rohbauabruf 48 h und dem sogenannten Ende-Lackabruf 3 h vorher können die verwendeten Leitungssätze für den Tag eingeplant werden.

50-Minuten-Zeitfenster für die korrekte Lieferung

Aber noch immer steht die genaue Reihenfolge der produzierten Modellvarianten nicht fest. Erst mit dem letzten Abruf, dem Montageabruf 50 min vor Produktionsstart, informiert VW den Bordnetzspezialisten Dräxlmaier über die eigentliche Sequenz.

Ab jetzt ticken die Uhren. In den ersten 15 bis 20 min werden die ersten Stapel, meist bestehend aus zwölf Behältern, dem logistischen Dienstleister zur Verfügung gestellt. Danach geht es Schlag auf Schlag. Alle 15 min werden die Daten aktualisiert und neue Stapel gebildet und zur Verfügung gestellt.

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