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Logistiksoftware Lagersysteme konfigurieren statt programmieren

| Autor / Redakteur: Wolf Gerhard Beckmann / Robert Weber

Logistiksysteme müssen flexibel sein. Aufwendige Programmierungen behindern die Prozesse. Software mit Konfigurationsmodulen könnte eine Lösung sein. Dank einer „Strategie Engine“ können in Installationen „Was-wäre-wenn“-Situationen in der realen Umgebung durchgespielt und die Änderungen umgesetzt werden.

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Bild 1: Ohne Software funktioniert im Lager kein Prozess. Veränderte Abläufe erfordern aber flexible Systeme. Konfigurieren statt Programmieren ist das Ziel.
Bild 1: Ohne Software funktioniert im Lager kein Prozess. Veränderte Abläufe erfordern aber flexible Systeme. Konfigurieren statt Programmieren ist das Ziel.
(Bild: Weber)

Eine der großen Herausforderungen in der Logistik ist die Flexibilität. Möglichst schnell sollen Systeme, Prozesse und Mitarbeiter auf geänderte Umstände reagieren oder – noch besser – vorausschauend agieren. Aber auch der Kostendruck ist enorm. Die häufige Folge: Absehbar notwendige Anpassungen werden aus Budgetgründen zu lange aufgeschoben, weil dafür umfangreiche und damit teure Programmieraufwände erforderlich wären (Bild 1).

Anforderungen sind von Kunde zu Kunde unterschiedlich

Besser aufgestellt sind in der Regel Unternehmen, die bereits bei der Auswahl der Logistiksoftware berücksichtigen, dass Erweiterungen und Änderungen schnell und mit geringen Aufwänden umgesetzt werden können. Das Motto lautet „konfigurieren statt programmieren“. Es gibt bereits erste Logistiksysteme, beispielsweise Prostore, am Markt, die integrierte Konfigurationsmodule anbieten. Softwareentwickler beobachteten, dass sich die meisten Änderungsanforderungen im Lebenszyklus eines Lagerverwaltungssystems im Bereich der Umsetzung von Einlager-, Auslager- und Nachschubstrategien ergaben.

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Außerdem sind die Anforderungen individuell, sprich von Kunde zu Kunde unterschiedlich. Die Idee: Anpassungen schneller, flexibler und vor allem kostengünstiger zu machen, als es mit Softwareerweiterungen oder Anpassungsprogrammierungen möglich wäre.

Die „Strategie Engine" ist eine Sammlung von Strategietypen

Ein weiteres Ziel war es, Strategien direkt in der produktiven Umgebung modifizieren und testen zu können, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Dank der „Strategie Engine“ können in aktuellen Installationen „Was-wäre-wenn“-Situationen in der realen Umgebung durchgespielt und die Änderungen anschließend produktiv gesetzt werden.

Die „Strategie Engine“ ist eine Sammlung von Strategietypen. Für einen Strategietyp, beispielsweise „Einlagern“, können beliebig viele Strategien definiert werden, so zum Beispiel „Vollpaletten einlagern“, „Anbruchpaletten einlagern“ oder auch „Paletten für Cross-Docking“. Die Strategien wiederum bestehen aus einer beliebigen Anzahl an Regeln. Eine Regel der Strategie „Anbruchpaletten einlagen“ könnte beispielsweise „Zulagern“ sein, eine andere „Auf freien Platz einlagern“. Die Strategien eines Strategietyps werden in der hinterlegten Reihenfolge abgearbeitet.

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