Damit die Späne fliegen Lohnfertiger setzt Microsoft-Branchenlösung ein

Autor / Redakteur: Barbara Schulz / Barbara Schulz

Um die jährlich 1500 Aufträge auch zukünftig koordiniert und termingerecht durch die Werkstatt zu führen, entschied man sich beim Maschinenbau-Zulieferer Kinkele in Ochsenfurt dafür, ein durchgängiges ERP-System einzuführen. Die komplexe Terminsituation, das heißt die zeitgleiche Planung von 15000 bis 20000 Arbeitsgängen über alle Abteilungen, erfordert eine zuverlässige und unterstützende Software. Einen Partner für das Projekt fand Kinkele in dem Unternehmen Tectura, das auf Basis Microsoft Dynamics NAV eine RP-Branchenlösung anbietet.

Anbieter zum Thema

Bei der Frage „Eigenfertigung oder Fremdbezug?“ fällt im Maschinen- und Anlagenbau die Entscheidung nach genauen Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen nicht selten zu Gunsten des Outsourcings aus. Entscheidend ist hier das Finden des richtigen Partners, der nicht nur preisgünstig, sondern auch termingerecht und in der geforderten Qualität liefert. Und genau in diesen Punkten sieht der Maschinenbau-Zulieferer Kinkele in Ochsenfurt seine Stärken. „Für uns ist Outsourcing ein gemeinsamer Weg mit dem Kunden, eine strategische Partnerschaft“, erklärt Geschäftsführer Friedrich A. Kinkele.

Kontinierliche Expansion

Und dass dieser Weg der richtige zu sein scheint, beweist die lange Tradition und kontinuierliche Expansion des Unternehmens. Gegründet 1885 in Ochsenfurt, beschäftigt Kinkele heute rund 400 Mitarbeiter inklusive zirka 50 Auszubildende. Produziert wird mit modernen CNC-Werkzeugmaschinen auf einer Hallenfläche von zirka 20000 m², die gerade um weitere 8000 m² für die Montage von Groß- und Schwermaschinen erweitert wird, denn täglich verlassen rund 50 t Stahl das Werksgelände. Bis 2007 will Kinkele 6,3 Mio. Euro in Fräsmaschinen, Schweißroboter, Karusselldrehmaschinen und ein ERP-/PPS-System investieren.

Damit die jährlich 1500 Aufträge koordiniert und termingerecht durch die Werkstatt geführt und ausgeführt werden können, entschied man sich bei Kinkele vor zwei Jahren dafür, eine neue ERP-Software einzuführen. „Die komplexe Terminsituation, das heißt die zeitgleiche Planung von 15 000 bis 20 000 Arbeitsgängen über alle Abteilungen, erfordert eine zuverlässige und unterstützende Leitstandsoftware“, erklärt Matthias Krinke, stellvertretender EDV-Leiter bei Kinkele. Zur Zeit verfügt der Betrieb über verschiedene Insellösungen für technische und kaufmännische Bereiche, die durch den Einsatz eines einheitlichen ERP-Systems zusammengeführt werden sollen. Insgesamt sind 16 BDE-Terminals für die Personal- und Auftragszeiterfassung in Betrieb.

Gute Erfahrungen mit Wireless

25 Industrie-PC (IPC) sind an den CNC-Maschinen in der Zerspanung im Einsatz. Dort kommen Programmierplätze und DNC-Systeme von Coscom, die einen übersichtlichen Maschinenbaueditor mit automatischer Bedienerführung beinhalten, zum Einsatz. Nächstes Jahr soll dies durch ein MDE-System ergänzt werden. Um Probleme zu umgehen, sind alle Maschinen mit Verfahrwegen über WLAN mit dem EDV-Netz des Unternehmens verbunden. „Wir haben vor dreieinhalb Jahren auf Wireless umgestellt und hatten zunächst große Bedenken“, sagt Fertigungsleiter Josef Weber. „Aber die Funkausleuchtung im Betrieb ist gut und wir hatten seit Einführung von WLAN keine Störungen oder Sicherheitsprobleme.“

Die Koordination aller Firmenressourcen mittels einer Software stellt für Matthias Krinke das Nervensystem eines Unternehmens dar, und so wurde mit Unterstützung der Firma „Büro für PPS“, Straubenhardt, das Eignungs- und Auswahlverfahren begonnen. Ziel der Marktanalyse war es, gängige ERP-Lösungen mit dem bestehenden PPS-System zu vergleichen. Auf Grundlage eines Anforderungskataloges und Pflichtenheftes wurden geeignete ERP-Softwarelösungen ausgewählt und miteinander verglichen.

Lückenschluss mit Branchenlösung

Die Wahl fiel auf die Branchenlösung „Auftragsfertigung“ (ehemals Nafis) der Tectura AG, Münster, wobei die Software Microsoft Dynamics NAV (ehemals Navision) zum Einsatz kommt. Wichtig war für Kinkele, die Informationslücke zwischen den kommerziell ausgerichteten PPS-Systemen und der Fertigungsebene zu schließen. Und hier verfügt Tectura über Erfahrung. Tectura-Auftragsfertigung ist eine branchenspezifische Lösung, die alle betrieblichen Abläufe der Produktionsplanung und -steuerung in die Unternehmensprozesse integriert.

Der Leitstand für die Navison-Lösung kommt von der Orderbase Consulting GmbH in Münster. „Die Kombination der Branchenlösung von Tectura sowie des Leitstandes von Orderbase ist bereits in anderen Projekten sehr erfolgreich realisiert worden“, weiß Matthias Krinke. „Hierfür gibt es eine definierte Schnittstelle sowie einen Aufruf des Leitstandes aus Navision, um das Handling einfach zu halten.“ Ziel bei der Einführung der Tectura-Lösung ist es, möglichst nah am Standard zu bleiben.

Anpassungen in Einzelbereichen

Um die Produktivität mit Hilfe des ERP-Systems zu optimieren, muss in einigen Bereichen – wie Arbeitsvorbereitung, Einkauf, Verkauf, Produktion oder Qualitätssicherung – eine Anpassung durchgeführt werden. Jeder dieser Bereiche wird bei Kinkele mit dem jeweiligen internen Teilprojektleiter, den Key-Usern, dem Büro für PPS, der Firma Tectura und Orderbase hinsichtlich des Ist-Zustandes, der Verbesserungspotenziale, Anforderungen an die Software und möglicher Alternativen analysiert. Die Ausarbeitung wird anschließend von Kinkele abgenommen und für die Programmierung freigegeben.

Die Testphase des ERP-Systems hat Anfang Oktober begonnen und wird sich kontinuierlich bis Ende Dezember durchziehen. Der Echtstart ist für Januar 2007 geplant – und damit sieht sich Kinkele gut für die zukünftigen Anforderungen gerüstet, denn mit 2% Wachstum prognostiziert der VDMA für 2007 das vierte Wachstumsjahr in Folge. Und auch Geschäftsführer Friedrich A. Kinkele geht davon aus, dass das Wachstum weitergeht. „Wir haben einen hohen Auftragsbestand und denken, dass dieses Hoch auch längerfristig anhalten wird.“

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:184362)