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Betriebstankstellen Outsourcen statt ärgern

Autor / Redakteur: Christine Gaßel / M. A. Benedikt Hofmann

Betriebstankstellen sind in Speditionen beliebt, nicht zuletzt, weil sie die Kraftstoffkosten und den -verbrauch der unternehmenseigenen Fahrzeuge besser kalkulierbar und kontrollierbar machen. Allerdings ist die eigene Tankstelle auch mit diversen Pflichten verbunden, immerhin handelt es sich um eine wassergefährdende und überwachungsbedürftige Einrichtung.

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Betriebstankstellen sind in der Logistik ein wichtiger Effizienzfaktor, da sie das Fahrpark-Management erleichtern, Kosten senken und eine bessere Verbrauchskontrolle ermöglichen. Die praktischen Zapfstellen unterliegen allerdings einer Vielzahl an Prüfpflichten.
Betriebstankstellen sind in der Logistik ein wichtiger Effizienzfaktor, da sie das Fahrpark-Management erleichtern, Kosten senken und eine bessere Verbrauchskontrolle ermöglichen. Die praktischen Zapfstellen unterliegen allerdings einer Vielzahl an Prüfpflichten.
(Bild: Tokheim)

Der eigene Aufwand für die regelmäßigen Prüfungen und die Einhaltung der sich ständig ändernden Gesetze kann so hoch werden, dass manche Unternehmen die Rentabilität einer eigenen Tankstelle infrage stellen – selbst wenn sie stattdessen höhere Spritkosten in Kauf nehmen müssen. Dabei gibt es eine gesetzeskonforme Alternative, wenn man nicht auf den Komfort einer firmeninternen Zapfsäule verzichten will oder kann: Die Organisation und Durchführung der Kontrollen einschließlich der nötigen Wartung und alle TÜV- sowie Behördenarbeit kann einem sachkundigen Unternehmen übertragen werden.

Strenge Regeln bei Benzin und Flüssiggas

„Mit grundlegenden Themen wie Bauprüfung, Brand- und Gewässerschutz müssen sich Tankstellenbetreiber beim Bau oder Umbau zwangsläufig beschäftigen. Was aber darüber hinaus an Auflagen und wiederkehrenden Kontrollen auf sie zukommt, ist oft wenig bekannt“, berichtet Olaf Becker, Leiter der Betriebstankstellensparte beim Tanktechnikhersteller Tokheim. Die Bandbreite an Regularien ist groß, unterschieden wird insbesondere nach den Kraftstoffen: Diesel, häufigstes Produkt an Betriebstankstellen, verursacht dabei noch relativ wenig Aufwand, während für Benzin und Flüssiggas (LPG) deutlich strengere Regeln gelten. Kontrolliert wird aber in jedem Fall, selbst die AdBlue-Betankung unterliegt dem Wasserrecht.

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Prüfungen von der Beleuchtung bis zur Bodenplatte

Zum Schutz gegen Gewässerschäden gilt für alle Tankstellen das Wasserhaushaltsgesetz, das jährliche Fachkundigen-Prüfungen vorschreibt. Unter anderem muss im Sinne der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) regelmäßig die Flüssigkeitsdichte der Fläche untersucht werden, auf der die Kraftstoffe getankt werden. Dazu gehören insbesondere die Kontrolle der Fugen sowie die Sicherstellung, dass verschütteter Kraftstoff in einen Abscheider fließt und dort separiert wird. Der Umfang und der Nachweis der jährlichen Fachkundigen-Prüfungen und der 5-jährigen VAwS-Sachverständigenprüfung werden in der Technische Regel wassergefährdender Stoffe (TRWS) 781 beschrieben, die derzeit aktualisiert wird.

Wird neben Diesel auch Benzin oder LPG ausgegeben, fallen diverse weitere Prüfungen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), den technischen Regeln für Gefahrstoffe und Betriebssicherheit (TRGS/TRBS) sowie der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) an. Unter anderem wird alle fünf Jahre die Druck- und Dampfdichte aller Behälter und Leitungen durch die Zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) kontrolliert. Bewegliche Leitungen sollen laut VdTÜV-Merkblatt „Druckgase“ halbjährlich von einer gemäß BetrSichV §2 und TRBS 1203 befähigten Person auf Unversehrtheit begutachtet werden. Alle drei Jahre kontrolliert die ZÜS nach den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) A1 und A3 die elektrischen Installationen. Bei Tankstellen, die auch Kraftstoff an Dritte abgeben und daher geeicht sein müssen, ist zudem die Korrektheit der Abgabemenge jährlich nachzumessen.

Schritt halten mit den gesetzlichen Änderungen

Für die Einhaltung der Prüftermine und deren rechtzeitige Anmeldung ist der Betreiber verantwortlich, das gilt auch für die fristgerechte Nachbesserung, falls Mängel entdeckt werden. Ebenso muss er die Gefährdungsbeurteilung regelmäßig aktualisieren und sich dafür – wenn er selbst nicht genügend Fachkenntnis hat – fachkundig beraten lassen. Dies gilt explizit seit der jüngsten Überarbeitung der BetrSichV, die seit 1. Juni 2015 in Kraft ist, auch für sogenannte Eigenverbrauch-Tankstellen, wie sie in vielen Unternehmen stehen. Zu den weiteren Neuerungen gehört, dass der Verwender einer Tankstelle, die etwa vom Kraftstofflieferanten zur Verfügung gestellt wird, im Schadensfall nicht mehr damit argumentieren kann, er sei ja nicht der Betreiber. Der Verwender ist demnach für den sicheren Betrieb der Anlage ab sofort genauso verantwortlich wie der Betreiber. So war zum Beispiel ein Anfahrschutz, der einen Druckbehälter vor eventuellen Kollisionen mit Fahrzeugen bewahrt, bislang nur bei öffentlichen Tankstellen Pflicht. Inzwischen gilt diese Vorschrift aber auch für private LPG-Zapfstellen.

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