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Lean-Production Photovoltaik-Anlagenbauer macht sich fit für den Wettbewerb

| Autor / Redakteur: Jürgen Endress / Robert Weber

Dem Anlagen- und Maschinenbau wird oft mangelndes Interesse an den Themen Prozessorganisation und Supply Chain Management vorgeworfen. Man spiele in der Regionalliga, heißt es. Eine Ausnahme ist Rena. Die Badener verschlankten ihre Produktion und reduzierten die Durchlaufzeiten um mehr als 86%.

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Experten in der Produktion: Die Rena GmbH aus Gütenbach im Schwarzwald ist weltweit einer der führenden Spezialisten in Sachen Anlagenbau für nasschemische Prozesse, vor allem zur Herstellung von Solarzellen. (Bild: Rena)
Experten in der Produktion: Die Rena GmbH aus Gütenbach im Schwarzwald ist weltweit einer der führenden Spezialisten in Sachen Anlagenbau für nasschemische Prozesse, vor allem zur Herstellung von Solarzellen. (Bild: Rena)

Dass sich auch ein Maschinenbauer lange Lieferzeiten nicht mehr leisten kann, hat die Rena GmbH schon vor Jahren erkannt. Konsequent verschlankt das Unternehmen seit 2008 Fertigung, Prozesse und Organisationsstrukturen. Doch im Aufschwung 2010 und einer wahren Auftragsflut nach der Wirtschaftskrise 2009 musste es plötzlich noch schneller gehen: Die Produktion sollte so zügig wie möglich versechsfacht werden, unter Einhaltung strenger Qualitätsrichtlinien und der Aufgabe, binnen kurzer Zeit knapp 400 neue Beschäftigte adäquat einzuarbeiten. Rena meisterte diese Herausforderung in nur sechs Monaten – dank einer entschlossenen Fokussierung auf das Lean-Management-Prinzip.

Effektivität und Transparenz in den Prozessen ist das Ziel

Die Rena GmbH aus Gütenbach im Schwarzwald ist weltweit einer der führenden Spezialisten in Sachen Anlagenbau für nasschemische Prozesse, vor allem zur Herstellung von Solarzellen. Bis 2008 wurde jede Anlage als Sondermaschine in Standplatzmontage gefertigt – mit um bis zu 40% variierenden Montagezeiten bei einer Durchlaufzeit von etwa acht Wochen. Das war den Kunden gegenüber einfach nicht zu vertreten. Damals war es klar: Zieht der Markt an, könnte das Unternehmen so die Kundenvorstellungen nicht erfüllen.

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Grund für die langen Lieferzeiten waren auch die zu wenig strukturierten Prozesse in der Bereitstellung von Teilen (Bild 1) sowie der Fertigung der Anlagen. Alle verfügbaren Komponenten wurden bei Montagebeginn am Standplatz deponiert und sukzessive eingebaut. Hin und wieder gab es bei einigen Teilen Lieferverzögerungen oder ein Kollege musste ausbauen, was der andere bereits montiert hatte, um seine Komponente zu platzieren.

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