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Qualitätsmanagement Produktions- und Qualitätsdatenbank ermöglicht Datenrückverfolgung

| Autor / Redakteur: Frank Weigel / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Von der Teilemontage bis zur Endkontrolle werden bei Borg Warner Turbo Systems alle wichtigen Parameter in der Fertigung erfasst, geprüft und zur Weiterverarbeitung in der zentralen Produktions- und Qualitätsdatenbank gespeichert. Das Werkzeug der Datenrückverfolgung bedeutet eine enorme Kostenersparnis.

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Als Codeträger für die Rumpfgruppe, den ersten komplexen Produktionszustand des Turboladers, hat man sich bei Borg Warner für ein Klebeetikett mit aufgedrucktem 2D-Matrix-Code entschieden.
Als Codeträger für die Rumpfgruppe, den ersten komplexen Produktionszustand des Turboladers, hat man sich bei Borg Warner für ein Klebeetikett mit aufgedrucktem 2D-Matrix-Code entschieden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Sie drehen sich bis zu 200000 Mal in der Minute, beschleunigen Frischluft, sorgen auch bei niedrigen Drehzahlen für die optimale „Atemluft“. Genau genommen sind es Windräder. Immer auf Hochtouren, von heißen Abgasen beschleunigt, machen sie im Dauereinsatz Verbrennungsmotoren Beine. Turbolader sind die kleinen Kraftwerke, die den Siegeszug des Dieselmotors vor allem im Pkw-Bereich wie kaum eine andere Technologie vorangetrieben haben. Sie sind extremen Beanspruchungen wie Temperaturen von bis zu 1050 °C und Drücken bis 3 bar ausgesetzt.

Bei Borg Warner Turbo Systems in Kirchheimbolanden hat ein Entwicklerteam um Dipl.-Ing. Andreas Adlhoch die Qualitätskontrolle und Produktqualität von Turboladern in neue Bahnen gelenkt. Unterstützt durch die ID-Reader Data-Man 7500 und Data-Man 100 und das Vision-System Insight 5110 von Cognex ist ein lückenloser Prozess der Datenrückverfolgung entstanden, der Vorbildcharakter hat.

Von den ersten Schritten der Teilemontage bis zur Endkontrolle werden alle wichtigen Fertigungsparameter erfasst, geprüft und zur Weiterverarbeitung in der zentralen Produktions- und Qualitätsdatenbank von Borg Warner gespeichert. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Fehler in der Herstellung minimieren. Auch bei nachträglich auftauchenden Defekten können mit der Datenbiografie des Turboladers dessen Herstellungsbedingungen rekonstruiert werden.

So lassen sich etwaige Forderungen von Automobilherstellern ausschließen oder im Zweifelsfall auf eine minimale Stückzahl begrenzen. Ebenso trägt die ständige Validierung der Prozessschritte anhand der bereits gesammelten Datensätze aus vorgelagerten Arbeitsgängen zur Fehlervermeidung bei. Das System der Datenrückverfolgung ist damit ein proaktives Werkzeug. Diese Umstände bedeuten für den Automobilzulieferer eine enorme Kostenersparnis.

Schnell und einfach codiert

Bei Borg Warner Turbo Systems verlassen rund 3,5 Mio. Turbolader im Jahr die Fertigungsanlagen. Mehr als 2000 Mitarbeiter kümmern sich um Produkte, Märkte und Entwicklung. Ein kleines Team aus drei Spezialisten hat mit seinen innovativen Ideen maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Andreas Adlhoch, Arno Radmacher und Benny Freund haben gezeigt, dass man mit intelligenten Lösungen und hochwertigsten Technologien Enormes leisten kann.

Ziel des Projekts „Datenrückverfolgung an ATL BV39 im Produktionscenter PSC7“, das Anfang 2006 startete, war die Datenrückverfolgung durch Rumpfgruppencodierung. Die Rumpfgruppe ist der erste komplexe Produktionszustand des Turboladers, auf dem alle weiteren Bauteile montiert werden.

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