E-Class Produktklassifikationen über Unternehmensgrenzen hinweg gewinnen an Bedeutung

Autor / Redakteur: Ulrich L. Manz, Ayhan Bulut und Ingo Tölke / Jürgen Schreier

Systeme zur branchenübergreifenden Produktklassifikation weisen erhebliche Unterschiede im Aufbau auf. Teilweise sind diese konzeptionell gewollt, teilweise historisch gewachsen. Ziel von E-Class ist die Abbildung von Beschaffungsmärkten. Die vorliegende Artikelserie arbeitet die Besonderheiten und den betrieblichen Nutzen des eClass-Standards heraus.

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Produktklassifikation“ als solches ist ein alter Hut – darüber zu referieren, zu schreiben lohnt sich nicht, weil sie methodisch den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Anders ist die Situation, wenn von unternehmensübergreifenden, von collaborativen Klassifikationen gesprochen wird. Hier müssen Absprachen über den Aufbau, über die Nutzungsfähigkeit und damit über die Nutzenziele getroffen werden, da sie sonst ihrer unternehmensübergreifenden Aufgabe nicht gerecht werden können.

Diverse Klassifikationssysteme in der Praxis gebräuchlich

Verschiedene collaborative Produktklassifikationen sind im Einsatz. Die Einsatzschwerpunkte und damit die inhaltliche Ausgestaltung sind recht unterschiedlich. Zu unterscheiden ist in die (meist ungeliebten) statistischen Klassifikationen, die hier nicht weiter betrachtet werden, da sie ihren Fokus in der statistischen Erhebung und nicht in der Identifikation von Produkten und der Unterstützung der Wertschöpfungskette haben.

Wir konzentrieren uns hier auf die unternehmensübergreifenden Klassifikationen, deren wesentliches Ziel die Identifizierung und die Gruppierung von Produkten ist. Die Identifikationsfunktion dient dem Suchen nach Produkten und der Produktbeschreibung, während mit der Gruppierungsfunktion Auswertungen, Verdichtungen usw. vorgenommen werden können. Betrachten wir Klassifikationen vor dem Hintergrund ihrer Identifikationsfunktion, dann fällt auf, dass sich manche Klassifikationen auf ein ganz bestimmtes Produktspektrum konzentrieren, andere wiederum eine umfängliche Marktabdeckung anstreben.

ETIM und Profi-Class konzentrieren sich auf Branchen und bilden deren Produktspektrum ab. Bei ETIM ist es die gesamte Elektrobranche, bei Profi-Class umfasst das Produktspektrum Bauen, Haustechnik und Industriebedarf und verwandte Branchen. Zu den wirtschaftszweigübergreifenden Klassifikationen zählen u. a. E-Class, UNSPSC, GPC und auch der NCS (Nato Codification System). Anzumerken ist, dass UNSPSC und der GPC von GS1 US verwaltet werden; eine Verknüpfung dieser beiden Codes war zumindest angedacht.

Während der NCS vorwiegend im militärischen Bereich eingesetzt wird, sind E-Class und UNSPSC die aktuell in der zivilen Wirtschaft am häufigsten eingesetzten unternehmensübergreifenden Klassifikationen. Der NCS ist zwar aus methodischer und empirischer Sicht als hervorragend zu bewerten, jedoch ist es nicht gelungen, ihn signifikant auch in andere als den militärischen oder militäraffine Wirtschaftssektoren einzuführen.

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