Kommissionierung

Sämtliche Auftragsgrößen leicht kommissionieren

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Die Kommissionierwagen sind mit einem zur Wagenmitte hin angekippten Rahmenaufbau für zwei Regalebenen auf jeder Seite konzipiert. Die flexibel höhenverstellbaren Regalebenen sind mit frei wählbarem Neigungsgrad leicht nach vorn unten geneigt und mit Rollenböden bestückt. Über den Regalebenen wurde auf jeder Seite des Rahmenaufbaus ein doppelläufiges Put-to-Light-Panel mit zwei mal acht Signalanzeigen übereinander installiert – insgesamt 32 Leuchteinheiten auf beiden Seiten des Kommissionierwagens. Das Lichtsystem der KBS Industrieelektronik GmbH, Freiburg, zeigt den Kommissionierern an, welche Artikelmenge sie in welche Versandeinheit legen sollen. Auf die Rollenböden darunter lassen sich – je nach Größe – bis zu acht Zielkartons je Regalboden aufstellen, bis die Böden vollständig belegt sind. Eine Stoppvorrichtung verhindert dabei ein Herabrollen und gibt den Kartons Halt.

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Um die Multiorder-Kommissionierung über das Put-to-Light-System zu führen, wird für die bei Spax genutzten Kommissionierwagen eine Belegung mit maximal 32 Kartons beziehungsweise drei Paletten vom LVS berechnet. Über eine Schnittstelle sind die Kommissionierwagen an das SAP-Lagerverwaltungssystem des Betreibers angebunden. Per Remote Function Call werden die Anzeigen direkt aus dem SAP-System angesteuert. „Auf diese Weise können zusätzliche optische Hinweise etwa zur Auftragspriorität übermittelt werden“, erklärt Annette Hartmann, Geschäftsführerin der LES Consulting GmbH. Zur Kommissionierung werden die Pick-Wagen – nach dem Rüsten mittels Scannerdialog und Put-to-Light-Anzeigen – mit Langgabel-Kommissionierwagen unterfahren.

Spax setzt dabei auf zwölf moderne Flurförderzeuge (FFZ) des Typs OSE 250 Remote von Toyota Material Handling. Ihre eingebaute Sensorik ermöglicht den Betrieb mittels Fernsteuerung. Das erspart den Kommissionierern bei kurzen Entfernungen von Pick zu Pick das ständige Auf- und Aussteigen. Mit der Fernsteuerung lassen sie die Pick-Wagen komfortabel vor sich herfahren. „Bei Kommissionierrundläufen mit durchschnittlich 200 Fachanfahrten können so mehr als 30 % der üblichen Wegzeiten eingespart werden“, veranschaulicht Dirk Brahm, Verkäufer bei der Gabelstapler-Vertrieb Wolfgang Schlüter GmbH in Hilter, die Vorteile.

Mechanisierte Versandfertigung

Nach dem Start des Pick-Rundlaufes wird der Kommissionierer durch mobile Datenerfassungsgeräte (MDE) an den jeweiligen Lagerplatz geführt. Das Erreichen wird per Scan des Platzbarcodes verifiziert. Nach der Bestätigung des korrekten Entnahmeartikels zeigen die Put-to-Light-Bänder mit einer gelben Signalleuchte einen oder mehrere Zielkartons und die entsprechenden Auftragsmengen an. Nachdem ein Zielkarton mit dem Artikel in vorgegebener Anzahl befüllt ist, wird der Put-Vorgang durch Scannen eines Barcodes auf dem Karton bestätigt. Das Umschalten der Signalleuchte von gelb auf grün zeigt den erfolgreich im LVS quittierten Put-Vorgang an. Sobald die gesamte Entnahmemenge des Artikels auf die Zielkartons verteilt wurde, erlöschen die Anzeigen und der Kommissionierer wird vom LVS zur nächsten Entnahmeposition geführt. Analog laufen die Prozesse der Kommissionierung auf Palette.

Ganzheitlich intelligent wird die Systemkonzeption durch die nahtlose Einbindung der Kommissionierwagen in die nachfolgenden Prozesse für eine weitgehend mechanisierte Versandfertigung. Denn deren Komponenten korrespondieren exakt mit der Ausstattung und Auslegung der Kommissionierwagen. Die Wagen werden nach Abschluss der Einzelteilkommissionierung in eine entsprechend konstruierte Entladestation gefahren. Per Knopfdruck starten die Kommissionierer anschließend den automatischen Entladevorgang.

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