Leichtbauhallen

Siemens optimiert Reparatur von Windkraftanlagen

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Die größte Herausforderung bei der Konstruktion war die Frage, wie die Windturbinen-Teile in die Halle gelangen, da sie aufgrund ihrer Größe nicht durch die Seitenwände einer Leichtbauhalle passen. Ursprünglich plante Siemens, die Halle für jede Reparatur um die Generatoren herum aufzubauen. „Das wäre allerdings zeitaufwendig gewesen und hätte die Stillstandzeiten wieder unnötig verlängert“, erklärt Borkenhagen. Darüber hinaus ist die Komplexität und Schadenanfälligkeit einer Hallenmontage um eine so große Hauptkomponente herum ein Risiko. Daher entwickelte Herchenbach eine Hallen-Sonderlösung, bestehend aus einem korrosionsbeständigen Aluminiumgerüst und einer Kombination aus qualitativ hochwertigen PVC-Industrieplanen im Dach sowie Wänden aus Trapezblech und Plane. Diese Kombination ermöglicht eine Teilöffnung des Hallendachs. Das heißt: Die Reparaturteile können mit Hilfe eines sich ohnehin vor Ort befindlichen Krans durch die Dachöffnung in die Halle transportiert werden.

Dafür wird ein Teil der Dachplane aus dem Aluminiumgerüst herausgezogen. Das ist ohne großen Kraftaufwand per Hand durch drei bis vier Mitarbeiter möglich. Allerdings musste die Statik des Hallengerüsts dafür besonders präzise konstruiert sein und die Stützvorrichtungen exakt geplant werden. „Auch wenn die Dachplane temporär entfernt wird, muss die Halle trotz starker Windlasten stabil stehen“, betont Tobias Raeber, Geschäftsführer von Herchenbach. „Deshalb haben wir an den seitlichen Mittelteilen der Halle, da wo die Dachplane herausgezogen wird, robuste Stahl-Trapezblechwände und weitere Aussteifungen eingebaut. Diese verstärken den Stand und sind für hohe Belastungen ideal geeignet.“

Ein weiterer Vorteil der Herchenbach Leichtbauhalle: Der Aufbau ist ohne Fundament auf fast allen Flächen möglich. Gerade in Windparks, wo oft nur einfache verdichtete Schotterflächen oder kleinere Asphaltparkplatzflächen vorhanden sind, ist das ein entscheidender Faktor. Möglich wird dies durch das vergleichsweise leichte Aluminiumgerüst (im Gegensatz zu Stahl) und eine spezielle Verankerung im Boden: In regelmäßigen Abständen werden während der Hallenmontage jeweils neun Erdnägel in Stahl-Ankerplatten bis zu 1,30 m tief im Boden fixiert.

Europaweiter Einsatz

Darüber hinaus eignen sich Leichtbauhallen von Herchenbach dank einer modularen Bauweise optimal für den temporären Einsatz an verschiedenen Standorten. „Alle Teile werden zusammengeschraubt oder zusammengesteckt, nichts wird dauerhaft geschweißt“, erklärt Raeber. „Somit können die Hallen jederzeit schnell abgebaut und an anderen Standorten wieder aufgebaut werden.“ Dabei werden auch kaum Ersatzteile gebraucht.

Dieses Vorgehen hat sich in der Praxis bereits bewährt. Die Leichtbauhalle von Siemens Service Wind Power wurde im Herbst 2015 erstmals in Nordfrankreich in der Region Picardie innerhalb von 24 Stunden aufgebaut. Nach vier Reparaturen erfolgte der Abbau. Die Halle wurde dann bis zu ihrem nächsten Einsatz eingelagert. Dieser folgte im Januar 2016 im dänischen Tinglev. „Auch hier verlief der Aufbau problemlos“, berichtet Borkenhagen. Die Halle wird in Dänemark stehen bleiben, bis sich der nächste Bedarf an einem weiteren Standort ergibt. „Damit ist unser Ziel erreicht, dass die neue Leichtbauhalle europaweit zu den verschiedenen Windparks rotiert. Und das funktioniert tatsächlich ohne viel Zeitaufwand und kostet uns einen Bruchteil im Vergleich zu der bisherigen Methode per Schwertransport“, so Borkenhagen.

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