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Lagertürme Spritzgusswerkzeuge auf Knopfdruck

| Autor / Redakteur: Edmund Funk / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Rund 1,8 Mrd. Artikel aus Kunststoff und Zink produziert die Paul Henke GmbH pro Jahr für die Möbelindustrie. Mithilfe von Lagersystemen von Kardex Remstar und Intertex stehen mehr als 3000 Werkzeuge für die Spritzgussfertigung sowie weitere Materialien im Handumdrehen bereit.

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Per Knopfdruck werden die Spritzgusswerkzeuge bei Paul Henke nach dem Prinzip „Ware zur Person“ automatisiert bereitgestellt.
Per Knopfdruck werden die Spritzgusswerkzeuge bei Paul Henke nach dem Prinzip „Ware zur Person“ automatisiert bereitgestellt.
(Bild: Kardex Remstar )

Weithin sichtbar ragt der Lagerturm über dem Firmengebäude von Paul Henke im ostwestfälischen Löhne in die Höhe. Im Inneren des Turms befinden sich drei Lagerlifte Towermat von Intertex mit 23,80 m Höhe. Rund 3000 Werkzeuge für die Spritzgussfertigung von Paul Henke werden dort gelagert und bereitgestellt. Dabei reicht die Spanne von 50 kg Gewicht pro einzelnes Werkzeug bis hin zu 1,5 t. Eine Trägereinheit des Towermats fasst bis zu 5 t Gewicht, die drei Lagertürme zusammen können bis zu 915 t aufnehmen. Und das auf einer Grundfläche von nur 55 m². „Um mehr Raum zu schaffen, sind wir buchstäblich durch die Decke gegangen“, erklärt Thomas Wittenbreder, technischer Betriebsleiter bei Paul Henke.

Im Towermat holt ein mittig geführtes Regalbediengerät die schweren Teile von ihrem Lagerplatz im Turm und bewegt sie nach dem Prinzip „Ware zur Person“ automatisch nach unten. Mithilfe eines Hallenkrans werden die Spritzgusswerkzeuge ausgelagert und in die Spritzgussfertigung transportiert, wo die Maschinen je nach Auftrag mit den Werkzeugen gerüstet werden. In der Fertigung von Paul Henke entstehen aus 7000 t Kunststoff pro Jahr unzählige Abdeckklappen, Blendenhalterungen, Bodenträger, Laufleisten und Möbelfüße. Das Hauptprodukt sind Sockelfußsysteme für die Küchenindustrie. Davon produziert Paul Henke rund 55 Mio. pro Jahr.

Produktionsnahe Werkzeugversorgung

„Früher mussten wir lange Wege zurücklegen, um die passenden Werkzeuge für einen Auftrag aus dem Lager zu holen. Heute bekommen wir das richtige Werkzeug auf Knopfdruck. Ab da dauert es bis zum fertigen Produkt nur noch eine Stunde“, fasst Wittenbreder die Vorteile der automatisierten Lösung zusammen.

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Diversifikation bei den Küchenherstellern bedeutet auch eine wachsende Produktpalette bei Paul Henke. Dafür entstehen in der Abteilung Werkzeugbau jedes Jahr 100 neue Spritzgusswerkzeuge. Damit die Mitarbeiter alle für Neubau und Wartung benötigten Teile schnell greifbar haben, wurde in unmittelbarer Nähe zu den Werkbänken ein Lagerlift von Kardex Remstar installiert. Das Werkzeuglager ist für Leichtteile mit einem Gewicht von bis zu 250 kg pro Tablar ausgelegt.

Von federleicht bis tonnenschwer

Kardex Remstar ist Anbieter von automatisierten Lager- und Bereitstellungslösungen für Kleinteile und Leichtgut. Seit 2008 bietet das Unternehmen hauptsächlich in Deutschland auch Intertex-Anwendungen für die Lagerung von Werkzeugen, Langgütern, Blechen, Paletten oder Gitterboxen an. Das Geschäftsmodell wird seit 2015 auf internationale Märkte ausgeweitet – eine ideale Kooperation der beiden Unternehmen. Denn Intertex fängt dort an, wo Kardex Remstar aufhört: bei Gütern mit extremen Maßen und hohen Gewichten, beispielsweise bis zu 5000 kg Trägerzuladung beim Towermat. Kunden wie Paul Henke bekommen so ein am Markt einzigartiges Produktportfolio mit passgenauen Lösungen für verschiedene Anwendungen über nahezu alle Gewichtsklassen.

Mehr Flexibilität in der Produktion

Neben den Werkzeuglagerliften setzt Paul Henke auch noch weitere Systeme von Kardex Remstar ein. In der Farbabteilung werden in zwei Lagerliften rund 7000 verschiedene Farben bereitgehalten, um flexibel und schnell auf die wechselnden Möbeltrends reagieren zu können. Zwei weitere Lagerlifte in der Abteilung Qualitätssicherung bewahren Muster von allen produzierten Teilen auf.

„Die Lagerlösungen von Kardex Remstar und Intertex sparen uns nicht nur viel Platz, sondern haben auch unsere Prozesse wesentlich effizienter gemacht“, sagt Thomas Wittenbreder. Der Betriebsleiter hat bereits weitere Verbesserungen im Auge. Demnächst will er ermitteln, wie oft ein Werkzeug ausgelagert wird, um die Lagerplätze zu optimieren. Diejenigen Werkzeuge, die häufig im Einsatz sind, sollen unten eingelagert werden, damit der Weg zur Entnahme möglichst kurz ist. Mit den Lagersystemen von Kardex Remstar und Intertex sieht sich Paul Henke gut für ein weiteres Geschäftswachstum gerüstet. Der Platz für einen vierten Towermat ist bereits reserviert. ■

* Edmund Funk ist Prokurist und Vertriebsleiter bei der Intertex Maschinenbau GmbH & Co. in 73054 Eislingen, Tel. (0 71 61) 9 84 05-25, edmund.funk@intertex.biz

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