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Fördertechnik Vakuumförderer vermeidet Leerfahrten

Die Eckhard Polman GmbH hat ein Transportsystem für die verschiedensten Anwendungsbereiche entwickelt, das während des Transports bestückt werden kann. Die „intelligente Kette“ dieses Vakuumfördersystems ermöglicht das kontinuierliche Fördern von Produkten ohne Leerrückfahrten.

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Die Blockkette dieses Vakuumfördersystems kann kontinuierlich Strom, Druckluft und Daten mitführen.
Die Blockkette dieses Vakuumfördersystems kann kontinuierlich Strom, Druckluft und Daten mitführen.
(Bild: Polman)

Einige Jahre nach seinem Schritt in die Selbstständigkeit – und mehrere Patente später – lieferte eine Anfrage von Thyssen-Krupp Magnettechnik in Dortmund die Idee für den großen Durchbruch von Polman. Dort hatte man mit bescheidenem Erfolg versucht, für den Automobilhersteller VW eine Stapelbrücke für Aluminiumbleche herzustellen.

Speziell diese Stapelbrücken sind aber naturgemäß kompliziert, weil bei Aluminium sämtliche magnetischen Systeme ausfallen, gleichzeitig aber immer mehr Aluminium in der Automobilindustrie eingesetzt wird. Um eine gleich schnelle Produktion zu ermöglichen, entwickelte Polman ein Vakuumfördersystem, das die gleichen Taktleistungen (mindestens 80/min) bei geringer Energiezufuhr liefert wie eine Magnetstapelanlage für Stahlbleche.

Vom Zahnriehmenantrieb zur Blockkette

Innerhalb von fünf Jahren entwarf Polman fünf Prototypen für das Vakuumfördersystem mit Zahnriemen, von denen heute einige erfolgreich in der Industrie laufen. „Irgendwann kam mir aber die Idee, aus dem Zahnriemen eine Blockkette zu machen, die dann erstmalig kontinuierlich Strom, Druckluft und Daten mitführt. Und das Ganze auch noch auf Basis einer Transportkette.“

Dafür enthielt jedes Kettenglied eine Einspeisung, die sich automatisch in der Umlenkung bei Stromkontakt öffnet und beim Verlassen wieder schließt, so dass an jeder Stelle Energie zur Verfügung steht. Neben dieser Druckluft- und Stromringleitung können – dank des AS-I-Bus Systems – über die gleiche 24-V-Stromleitung auch Daten übertragen werden.

Pneumatikventile und Aktoren des Vakuumförderers einzeln ein- und ausschaltbar

Über eine frei programmierbare Steuerung kann man das System aktivieren, jegliche Elektropneumatikventile oder elektrische Aktoren wie Motoren oder Elektromagnete – egal, wann und wo – ein- und ausschalten. Damit entstehen unendlich viele Möglichkeiten, Produkte oder Waren zu greifen, anzusaugen, zu drehen und zu positionieren – oder anderweitig zu adaptieren.

Die Steuerung der Kette erfolgt dabei über marktübliche Komponenten, die das Unternehmen vom Niederrhein nur noch zusammenfügt. Auch dieser Einsatz standardisierter Teile sorgt für eine erprobte und kalkulierbare Transportbandproduktion. Es klingt fast zu einfach, und doch brachte diese ungewöhnliche Entwicklung Polman viel Anerkennung ein. Sogar die wissenschaftliche Speerspitze der TU Chemnitz beglückwünschte ihn zu seiner Umsetzung der ständigen Druckluft- und Stromeinspeisung, an der die Fakultät selbst seit langem forschte.

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