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„Mit KI werden bei Hakro alle Teams unterstützt. Ein Grund, warum wir hier bei uns ein Warehouse-Management-System einführen, welches unter anderem mit Daten aus der hauseigenen KI gespeist wird und den Lagerfluss dementsprechend optimal steuert“, so Perry. Das System bildet den gesamten Produktbestand sowie auch alle Lagerplätze ab und verwaltet diese. An zweiter Stelle folgt ein kleiner Maschinenpark mit automatisierten Fahrzeugen innerhalb des Lagers. „Wir von Hakro müssen hierbei die Oberhand behalten. Dabei geht es auch um die Integrität der Daten, die alle erfasst werden müssen.“ Sämtliche Artikel müssen also korrekt zugeordnet werden können, sodass im Lager keine Fehler im System entstehen.
Intelligente Palette in Eigenentwicklung
Passend zum neuen Lagerverwaltungssystem führt das Unternehmen eigens entwickelte intelligente Paletten ein, an denen Perry derzeit gemeinsam mit Logistikleiter Alexander Mohr arbeitet. Die intelligente Palette soll nicht nur ein Produkt fassen, sondern mit unterschiedlichen Artikeln bestückt werden und es so ermöglichen, dass eine Produktpalette aus dem Hochregallager immer komplett verwendet werden kann. Einzelne Artikel müssten so nicht extra wieder eingelagert werden. Separates Anfahren von Paletten bleibt so aus. Der Arbeitsschritt kann auf einer Palette zusammengefasst werden, was eine Optimierung der Arbeitsprozesse im Lager des Unternehmens nach sich zieht.
In Zukunft soll auch die Warenannahme automatisiert laufen. Über Nacht können Lagerplätze durch autonome Fahrzeuge mit Produkten bestückt werden. Tagsüber arbeitet der Mensch und außerhalb der Geschäftszeiten übernimmt die Künstliche Intelligenz. Selbst wenn diese nur halb so schnell arbeiten würde wie ihre menschlichen Kollegen, entsteht daraus kein Verlust. Schließlich wird Arbeit verrichtet, die sonst niemand erledigt hätte. Eine Nachtschicht gibt es für die Mitarbeiter bei Hakro nämlich nicht.
Der intralogistische Prozess, das bedeutet der gesamte Produktfluss innerhalb des Unternehmens ausgenommen der Qualitätssicherung, wird außerhalb der Geschäftszeiten von KI und der dementsprechenden Lagerlogistik übernommen. „Vom Sachbearbeiter zum Prozessbegleiter“, lautet Perrys Credo. Seine Vision ist es, durch Künstliche Intelligenz mehr Effizienz zu schaffen. „Ich glaube, dass jeder, der sich mit KI beschäftigt und Künstliche Intelligenz auf irgendeine Weise in seinem Unternehmen einführt, nach maximaler Verfügbarkeit sucht.“ Unterstützt werden Perrys Pläne für die Zukunft zudem von gängigen Softwaretools, die an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden.
Aus diesem Grund darf sich der Bekleidungshersteller nun gemeinsam mit der Kernmannschaft auf neue, digitalisierte Wege begeben. Eine Aufgabe, auf die sich Perry freut. „Durch KI sollen keine Mitarbeiter ersetzt, aber im Wesentlichen unterstützt werden. Die Aufgaben werden zunehmen und komplexer werden, sodass es der Mitarbeiter allein nicht mehr stemmen könnte.“ Herausforderungen gibt es dabei viele. „Mithilfe von Workshops wollen wir unsere Teams dafür begeistern, sich wieder neu zu erfinden und ihre Tätigkeit aktiv zu hinterfragen.“ Perry spricht aus Erfahrung. „Man muss mit einer gewissen Grundeuphorie und Motivation herangehen und die Leute mitnehmen. Man darf sie nicht überholen, aber sie müssen mitziehen.“ Man sollte gemeinsam an Zielen und Ideen für die Zukunft arbeiten, das schaffe Dynamik und stärke den Zusammenhalt.
Kosten dank Inhouse-Lösungen überschaubar
Für die Implementierung des KI-Projekts hat Hakro keinen exakten Zeitpunkt festgelegt. „Wir haben die richtige Grundmotivation und sind sehr agil, was für uns einen großen Vorteil bedeutet. Es schafft eine Grundflexibilität, dadurch ist man offen für Ideen und kann viel Neues umsetzen“, so Perry. Das „Große Ganze“, wie der Teamleiter für Technik und Digitalisierung das Projekt der Zukunft nennt, ist erst einmal auf zehn Jahre definiert. Die Kosten dieser Neuerungen seien durch die selbst entwickelten Inhouse-Lösungen und den dadurch entstehenden Mehrwert überschaubar geblieben. Zudem wird das Projekt nicht auf einmal umgesetzt, sondern Stück für Stück, was auch für die Künstliche Intelligenz zutrifft, die Hakro verwendet. Dementsprechend sind die Kosten für das Unternehmen in die Prozesse inkludiert und skalierbar. ■
* Christina Klein ist Studentin des Studiengangs Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt.
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