Zollsoftware Atlas – der Countdown läuft

Redakteur: Claudia Otto

Am 1. Juli 2009 ist es so weit, dann müssen alle exportierenden Unternehmen eine Software für die Teilnahme an Atlas (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem) gefunden haben. Zertifizierte Softwarehäuser bieten unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten an. Ob eine eigene Software oder ein webbasiertes Mietprogramm die richtige Wahl ist, hängt vom jeweiligen Unternehmen ab.

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Trotz einer relativ langen Übergangszeit von rund drei Jahren für die Einführung einer Zollsoftware nimmt Schätzungen zufolge nur jedes vierte exportierende deutsche Unternehmen an Atlas-Ausfuhr teil. Bild: Archiv
Trotz einer relativ langen Übergangszeit von rund drei Jahren für die Einführung einer Zollsoftware nimmt Schätzungen zufolge nur jedes vierte exportierende deutsche Unternehmen an Atlas-Ausfuhr teil. Bild: Archiv
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit dem 1. August 2006 können Unternehmen am elektronischen Nachrichtenverkehr über Atlas teilnehmen. Der verbindliche Zeitpunkt für den elektronischen Datenaustausch mit den Zollbehörden für Ausfuhren ist der 1. Juli 2009. Dennoch haben sich viele Unternehmen immer noch nicht für eine Software entschieden.

Unternehmen reagieren spät auf Zoll-Anforderungen

„Viele werden „nur“ noch auf eine Online-Lösung ausweichen können, die wir in unserem Fall recht zügig innerhalb von drei Arbeitstagen freischalten können“, sagt Dr. Ulrich Lison, Außenwirtschaftsexperte beim Softwarehaus AEB. „Dass viele erst jetzt in die Gänge kommen, merken wir daran, dass wir pro Monat mehrere Hundert Neukunden registrieren.“ Auch die Zollsoftwareanbieter Dakosy und Beo verzeichnen seit Jahresbeginn eine stark zunehmende Nachfrage nach entsprechenden Lösungen.

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Genaue Angaben dazu, wie groß die Abdeckung der exportierenden deutschen Unternehmen mit einer Atlas-fähigen Zollsoftware ist, gibt es nicht. Geschätzt wird, dass etwa 25% der exportaktiven Unternehmen an Atlas-Ausfuhr teilnehmen.

Bisher zu wenig Teilnehmer am elektronischen Zollverfahren

Vor dem Hintergrund, dass das elektronische Verfahren ab Juli 2009 verbindlich von allen exportierenden Unternehmen genutzt werden muss, sind diese Zahlen noch viel zu gering. Das Volumen wird sich demnach in den nächsten Wochen deutlich erhöhen.

Selbst wenn sich die verbleibenden Unternehmen bereits mit der Thematik beschäftigt haben und sich zügig für einen Softwareanbieter entscheiden, ist die Zeit knapp. „Wir appellieren immer wieder, dass sich die Kunden schnellstmöglich entscheiden müssen, wenn sie den Starttermin noch schaffen wollen“, erklärt Evelyn Eggers, Vertriebsleiterin bei Dakosy. „Individuelle Anpassungswünsche werden im Juni nicht mehr erfüllt werden können.“

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