Anbieter zum Thema
Auch bei den Maschinen zum Selektivlöten von Baugruppen kommt RFID zum Einsatz. Jeder Lötrahmen und zusätzlich auch der zum Produkt erforderliche Niederhalter ist mit einem Simatic-RF300-Transponder bestückt. Beim Einfahren in die Maschine werden der Lötrahmen und der Niederhalter über ein Lesegerät identifiziert; ein Vergleich mit dem Fertigungsprogramm deckt falsch eingebrachte Lötrahmen oder Niederhalter sofort auf.
RFID hat dabei einen Vorsprung vor anderen Techniken, weil die Transponder eine hohe Robustheit gegen Temperatur und Waschlösungen bieten. Die Rüstkontrolle ist natürlich nur eine kleine RFID-Anwendung, aber auch solche Applikationen sind wichtige Bausteine für die umfassende Qualitätssicherung der Produkte.
RFID-Einsatz in der Lieferkette hat vielfältiges Potenzial
Nach Einschätzung von Streber ist aber das Potenzial für RFID-Anwendungen im Werk noch nicht ausgeschöpft. Insbesondere die Automatisierung der Lieferlogistik bildet ein vielversprechendes Anwendungsfeld. So gibt es Überlegungen, künftig auch die produzierten Einzelgeräte dauerhaft mit RFID zu kennzeichen, um so eine eindeutige Verfolgung auch in der Distributionslogistik sicherzustellen – eine Einsatzmöglichkeit, welche die Kollegen des Siemens-Telefonwerks in Leipzig bereits realisiert haben. Dort wird heute jedes Gerät der „Open-Stage“-Linie mit einem RFID-Funkchip versehen.
Das Problem in Amberg: Die Simatic-Komponenten sind sehr kompakt gebaut, so dass verschiedene Gerätekomponenten zur Abschirmung der RFID-Transponder führen können. Doch den Ingenieuren des Amberger Werks wird sicher noch ein Trick einfallen, um der Vision einer automatischen Identifikation der Produkte über den gesamten Lebenszyklus einen Schritt näher zu kommen.
Markus Weinländer (B.A.) ist Mitarbeiter im Competence Center RFID der Siemens AG, Industry Automation in 90327 Nürnberg.
(ID:282763)