Digitalisierung

Chancen von Logistik 4.0 erkennen und nutzen

| Autor / Redakteur: Dennis Kunz / Benedikt Hofmann

Auch Virtual Reality-Systeme gehören zu den Lösungen, die zukünftig in der Logistik Einzug halten werden.
Auch Virtual Reality-Systeme gehören zu den Lösungen, die zukünftig in der Logistik Einzug halten werden. (Bild: Ehrhardt + Partner)

Industrie 4.0, Internet der Dinge und Big Data: alles Themen, die vor allem in der Logistik längst mehr sind als nur Megatrends. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette vernetzen Unternehmen ihre Anlagen und Systeme. Vom Lieferanten über den Logistikdienstleister bis hin zum Transportunternehmen – alle Prozesse der Lieferkette sind verzahnt und werden permanent überwacht.

Und das erzeugt Daten: Auf 44 Billionen Gigabyte wird das weltweite Datenvolumen nach neuesten Berechnungen bis 2020 ansteigen. Das ist das Zehnfache im Vergleich zu heute. Daten sind somit zu einer wichtigen Währung der Branche geworden: Nur, wenn Unternehmen diese effizient für sich nutzbar machen und beispielsweise zur Optimierung ihrer Prozesse einsetzen, werden sie langfristig am Markt erfolgreich sein. International sind smarte Logistiklösungen schon akzeptiert und im Dauereinsatz. Wer sich von den aktuell noch bestehenden Unsicherheiten dieser Entwicklungen abschrecken lässt, wird früher oder später vom globalen Wettbewerb überholt.

Jeden Tag steigen die Anforderungen an Logistiker auf der ganzen Welt – in allen Bereichen. „Wenn Unternehmen in Zeiten des immer stärker wachsenden Onlinegeschäfts ihre Produkte nicht zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge zum richtigen Preis liefern, erfüllen sie die komplexen Ansprüche ihrer Kunden nicht mehr. Der Optimierungsdruck in der Branche wird immer größer“, sagt Jens Heinrich. Er ist Chief Technology Officer bei Ehrhardt + Partner (E+P) und beschäftigt sich seit Jahren mit der IT-gelenkten Zukunft der Logistik. „Viele Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass Industrie 4.0, Internet der Dinge und Big Data mehr sind als nur Marketing-Buzzwords“, erklärt Heinrich. „Intelligente Lösungen sind die Grundvoraussetzung für die Zukunft der Logistik.“

Ansprüche an die Logistik steigen

Verantwortlich für diese Entwicklungen sind die stetig steigenden Anforderungen der Kunden sowie der harte Wettbewerb zwischen den Unternehmen auf international vernetzten Märkten. In Zeiten digitaler Bestellungen werden alle Logistikprozesse immer schneller: Produkte müssen zuverlässig und vor allem pünktlich an ihrem Bestimmungsort ankommen. Immer öfter erwarten Kunden auch Just-in-time- oder Expresslieferungen. Getreu dem sportlichen Motto „schneller, höher, weiter“ überbieten sich die Unternehmen in der Logistik gegenseitig. Schneller, flexibler, pünktlicher – das ist Logistik 4.0. Alle Prozesse der Wertschöpfungskette sind permanent miteinander verzahnt. Durch die Interaktion mit dem Kunden entsteht eine ganz neue Transparenz der Logistik. Jederzeit kann der Kunde den Status seiner Sendung abrufen und gegebenenfalls noch nach abgeschlossener Bestellung in die Logistikkette eingreifen. Um all diese Abläufe zu beherrschen, braucht es ein System, das die gesamte Logistik eines Unternehmens vernetzt. „Dafür gibt es Supply-Chain-Execution-Systeme (SES)“, erklärt Heinrich. „SES sind vergleichbar mit ERP-Systemen in der Warenwirtschaft. Sie schaffen die in der Logistik geforderte Transparenz und nutzen die gesammelten Daten zur Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette.“

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Big Data in der Logistik

Unter dem Druck steigender Anforderungen vernetzen Unternehmen ihre gesamte Logistik und erzeugen damit Unmengen von Daten. Die Folge: Alle zwei Jahre verdoppelt sich derzeit das Datenvolumen in der digitalen Welt. Die IT ist so zu einer tragenden Säule der Logistik geworden. Maschinen, Lkw und sämtliche elektronischen Hilfsmittel in einer Lieferkette sind im Internet der Dinge vernetzt. Für 85 % der gesamten Datenmenge sind Unternehmen verantwortlich, ein Großteil davon wiederum fällt in der Logistik an. Denn jede logistische Bewegung erzeugt Erfahrungswerte und damit Daten. Diesen Informationsschatz gilt es, effizient zu nutzen. Viele Unternehmen greifen hier zu SES, die alle Daten verwalten und automatisch zur Optimierung der Prozesse einsetzen.

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