Telematik

Digitale Kontrollgeräte sind Helfer der Disposition

02.11.2007 | Autor / Redakteur: Ralf Forcher / Bernd Maienschein

Fahrerkarten-Dateien werden automatisch archiviert und können problemlos weiterverwertet werden. Bilder: Fleetboard
Fahrerkarten-Dateien werden automatisch archiviert und können problemlos weiterverwertet werden. Bilder: Fleetboard

Über Telematiksysteme lassen sich tätigkeitsbezogene Daten wie beispielsweise die des digitalen Tachographen nutzbringend weiterverwerten. Die Speicherung der Daten erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.

Seit die Pflicht besteht, Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t serienmäßig mit digitalem Kontrollgerät auszustatten, und die wöchentliche Lenkzeit der Fahrer die 56-Stunden-Marke nicht überschreiten darf, ist der Zeitaufwand für die Disposition erheblich gestiegen. Nicht nur das Auslesen der Fahrerkarten und des Massenspeichers ist für manche Unternehmen noch Neuland. Auch die verschärften Lenk- und Ruhezeiten können viel Aufwand bedeuten. Durch die strengeren Vorschriften gewinnen die Behörden zwar bessere Überwachungsmöglichkeiten, nehmen aber die Unternehmen in die anstrengende Pflicht, Daten der Fahrerkarte regelmäßig auszulesen und zu archivieren.

Da keine Nachrüstpflicht für ältere Fahrzeuge besteht, verläuft der Einführungsprozess langwierig, doch früher oder später müssen sich alle Transportunternehmen mit dem digitalen Tachographen auseinandersetzen. Sie stehen unter Zugzwang, Alternativen für die momentanen Übergangslösungen, die sich als zunehmend kostspielig und aufwändig erweisen, zu finden. Bei mobilen Lösungen reisen Mitarbeiter des Transportunternehmens Fahrzeugen hinterher, um den Download der Fahrerkartendaten vorzunehmen. Oder die Disposition muss bei der Planung ihrer Touren alle 28 Tage die Zentrale als Anlaufpunkt berücksichtigen. Hätte die Disposition die Chance, auf Basis einer aktuellen Restlenkzeit zu planen, könnten kostbare Transportzeiten verkürzt werden.

Tachographen-Daten sinnvoll nutzen

Telematiksysteme, die virtuellen Postboten zwischen Lkw und Disposition, bieten mit unkomplizierten Lösungen eine helfende Hand zu mehr Effizienz. Warum nicht die Daten sinnvoll nutzen, die der digitale Tachograph zur Verfügung stellt? Der Bordcomputer mit Kartenschacht kann über eine Schnittstelle die Daten des digitalen Kontrollgeräts abgreifen und per Mobilfunk an die Disposition versenden. Die gängigen Lösungen erfüllen die Anforderungen aller Unternehmen des Transport- und Logistikgewerbes. So können Unternehmen des internationalen Ladungsverkehrs, Automobiltransporte oder kleine Kurierdienste mit Mischfuhrparks jeglicher Größe und Fahrzeuge mit und ohne digitalen Tachographen das Auslesen der Fahrerkarte direkt im Fahrzeug veranlassen.

Eine solche Lösung stellt Fleetboard nun zur Verfügung. Mit der Handhabung des Fahrerkarten-Downloads sind Fahrer und Disposition aller Unternehmen schnell vertraut geworden. Per Knopfdruck am Fleetboard-Fahrzeugrechner können sie den Download im Lkw auslösen, ohne diesen in die Zentrale zu steuern. Martina Röser, Assistentin der Geschäftsleitung der Firma Brenner, ist verantwortlich für die Arbeitszeitüberwachung und -archivierung in ihrem Unternehmen. Der Brenner-Fuhrpark besteht aus 65 Fahrzeugen und liefert Industrierest- und Recyclingholz in ganz Europa aus. Mit zehn Fahrzeugen von Mercedes-Benz, Volvo und DAF wurde die neue Funktion getestet und für gut befunden.

„Wir sind sehr froh, dass der enorme Zeitaufwand wegfällt, den der Fahrerkarten-Download alle 28 Tage auf dem Hof bedeutet hat. Wir haben mitunter Kollegen unseren Fahrzeugen zum Auslesen hinterherschicken müssen. Natürlich mussten sie ihre spezielle Auslesesoftware dabei haben“, so Röser. „Nun stehen die Daten flott zur Verfügung, wenn wir sie brauchen. Die Fahrer haben damit gar keine Arbeit. Und mit der Speicherung der Daten erfüllen wir alle gesetzlichen Anforderungen.“

Archivierung der Daten im Fleetboard-Rechenzentrum

Bei Fleetboard erfolgt die Archivierung der Daten für 24 Monate inklusive digitaler Signatur im Fleetboard-Rechenzentrum. Durch die dreifache Sicherung werden die gesetzlichen Anforderungen sogar übererfüllt. Für die weitergehende Auswertung der Dateien können alle gängigen Auswerteprogramme, wie zum Beispiel Optac-Fleet-Viewer von Stoneridge, genutzt werden.

Rolf Berkowitz, Leiter des Fuhrpark-Controllings der 150 Fahrzeuge großen Alfred-Schuon-Flotte, möchte in Zukunft die automatisierte Verarbeitung der Fahrerkartendaten auf seine bestellten 40 Fahrzeuge ausweiten. „Die Fleetboard-Lösung ist bei unseren Fahrern sehr gut angekommen. Die Bedienschritte sind benutzerfreundlich zu handhaben. Karte einstecken, Knopf drücken, eine Minute warten — fertig“, so Berkowitz. „Die ausgelesenen Daten legen wir für die Lohnabrechnung zugrunde und man kann alle Fahrerzeiten schnell im Detail erfassen. Wir erfüllen die gesetzlichen Bestimmungen, ohne dass unsere Fahrer oder Fahrzeuge einen Umweg über die Zentrale fahren müssen oder die Unternehmerkarte benötigt wird. Manchmal treffen sich unsere Fahrer und lesen gleich die Fahrerkarte des Kollegen, der noch mit analogem Tachographen unterwegs, aus.“

Der digitale Tachograph bringt seinen Anwendern vielfältige Vorteile. So kann die Disposition ihre Abläufe optimieren, indem sie die live übertragene Restlenkzeit ihrer aktuellen Tourenplanung vorraussetzt. Ein Fahrer mit wenig Restlenkzeit wird gar nicht erst beauftragt. Durch die kontinuierliche Übertragung von frei definierbaren Statusmeldungen wie „45-Minuten-Pause“, „Beladung“ oder „Ruhezeit“ durch den Fahrer kann der Disponent auf einen Blick den Auftragsstatus erfassen und die Standzeiten seiner Fahrzeuge reduzieren.?

Hardware und Dienste aus einer Hand

Die Idee, effizienter zu transportieren, hatte die in Stuttgart ansässige Daimler-Chrysler Services Fleetboard GmbH, 100%ige Tochter der Daimler AG, bereits vor mehr als sieben Jahren. Um im Zusammenspiel mit leistungsfähigen Lkw Verbesserungspotenziale von Wirtschaftlichkeit und Transparenz im Transportalltag auszuschöpfen, bietet das international tätige Unternehmen marktführende Standardgeräte und Telematik-gestützte Internetdienste aus einer Hand. Fahrzeug- und Transportmanagementdienste inklusive internationaler Flatrate können Lkw aller Hersteller nutzen.

Hardware und Dienste werden rund um die Uhr durch ein eigenes Expertenteam betrieben, überwacht und weiterentwickelt. Automatische Updates bringen die Endgeräte-Software auf den neuesten Stand. Seit Markteinführung im Jahr 2000 wurden über 45 000 Lkw bei mehr als 900 Speditionen mit Fleetboard ausgerüstet. Für den fachgerechten Einbau der Fleetboard-Hardware sorgt ein Team in der unternehmenseigenen Halle des Wörther Lkw-Werkgeländes. Das Unternehmen ist seit April 2004 Dekra-geprüfter und -zertifizierter Betrieb nach DIN EN ISO 9001:2000. Weitere Informationen unter (07 11) 17-9 19 99 oder www.fleetboard.com.

Dr. Ralf Forcher ist Geschäftsführer der Daimler-Chrysler Services Fleetboard GmbH, 70565 Stuttgart, Tel. (0711) 17-9 1999

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