Logistik 4.0

Digitalisierung in der Transportlogistik – Segel setzen oder untergehen!

| Autor / Redakteur: Max Gürtler / Sebastian Hofmann

Auch jahrelanges Wettrüsten bedeutet nicht automatisch, dass man auskömmliche Erträge generieren kann. Das wird bei einem Blick auf die Containerschifffahrt deutlich.
Auch jahrelanges Wettrüsten bedeutet nicht automatisch, dass man auskömmliche Erträge generieren kann. Das wird bei einem Blick auf die Containerschifffahrt deutlich. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Kaum ein Thema wird aktuell so intensiv diskutiert, wie die digitale Transformation der Logistik – neben Risiken birgt diese auch viele Chancen, die Unternehmen jetzt im Blick haben sollten.

Die Logistikbranche ist im Wandel, sollte man meinen. Digitale Transformation, überall digitale Transformation: keine DVZ ohne einen Headliner, der mit Digitalisierung zu tun hat, kein Aspekt, über den so hitzig gestritten wird und nicht ausbleibende Updates von Fachautoren, dieses Thema bloß nicht zu unterschätzen.

Dank sehr guter Konjunktur wiegen sich aktuell viele Unternehmen in trügerischer Ruhe. Die Notwendigkeit zum Handeln wird gesehen, mangels konkreter Optionen jedoch zu oft ad acta gelegt. Investitionen in Assets wie Lagerhallen, Fuhrparks und Bürogebäude scheinen attraktiver, liefern sie doch schnelle Erträge und gelten gemeinhin als gutes Investment. Die Innovationen jedoch drängen bereits auf den Markt, Daten sind das neue Öl. In Zukunft wird nicht der Anbieter mit dem größten Laderaum die höchsten Gewinne produzieren, sondern der, der in der Lage ist, seine Organisation auf permanent wechselnde Umgebungen anzupassen. Schiere Größe ist kein Selbstzweck auch nicht unter Gesichtspunkten der Fixkostendegression.

Diese Trends bestimmen die Zukunft der Fertigungsindustrie

Trends der Fertigungsindustrie

Diese Trends bestimmen die Zukunft der Fertigungsindustrie

11.09.17 - Wie sieht die Zukunft der Fertigungsindustrie in Deutschland aus? Das hat Zebra Technologies mit der Manufacturing Vision Study 2017 herausgefunden. lesen

Eine Branche wie die Containerschifffahrt zeigt uns seit Jahren, dass man trotz einer Dekade des Wettrüstens immer noch keine auskömmlichen Erträge generieren kann. Selbst Pleiten und Übernahmen können daran nachhaltig nichts ändern. Den Kontakt zum Endkunden haben viele verloren. Selbst massive Investitionen in den klassischen Vertrieb können daran – wenn überhaupt – nur langsam und punktuell etwas ändern.

Informationsinseln abbauen – ganzheitlich vernetzen

Parallel erarbeiten Start-Ups wie Freightfinders.com Lösungen, die dem Kunden nicht nur transparente Preise für Seefrachten in Echtzeit zeigen, sondern auch mit ein paar Mausklicks buchbar machen. Plattformen sind die neuen Player am Markt und das Geschäftsmodell richtet sich viel stärker auf den Nutzer aus. Jede Containerreederei bietet Ihren Kunden kostenlose Optionen zum Track and Trace der Container auf der Webseite. Weicht ein Transport zum Beispiel durch Monsunstürme in Asien von der geplanten Timeline ab, landen diese Informationen oft genug nicht bei denen, die es eigentlich interessiert, nämlich den Versendern oder Empfängern.

Oft ist die Verspätung nicht das Problem, sondern die zu späte Information über eben diese. Kunden können informiert werden und wiederum ihre Kunden informieren. So wie die Logistiker, bewegen sich deren Kunden auch in einem Netzwerk von Interessen. Wer das nicht versteht, optimiert seine Systeme am falschen Punkt.

Geschäftsmodelle ändern sich

Die Zukunft der Logistik kennt niemand. Fest steht: Sie wird neue Player hervorbringen, deren Geschäftsmodelle viel tiefer in die Wertschöpfungsketten der Kunden greifen als das heute der Fall ist. Seefrachtraten beim Reeder einkaufen und dem Verlader mit 10 % Aufschlag verkaufen hat nur so lange funktioniert, wie die beiden sich nicht kannten. Die Zukunft gehört Unternehmen, die wie Plattformen denken und das auch langfristig tun.

Der Vertrieb war lange die Speerspitze des Logistikdienstleisters. Marktanteile gewann das Unternehmen mit den meisten Niederlassungen und Mitarbeitern. Das ist jedoch teuer und oft ineffizient im Kosten-Nutzen-Verhältnis. „One face to the customer“, heißt es immer so schön, aber das kann eine Plattform deutlich besser. Standardlösungen werden einfach automatisch bepreist, Verfügbarkeiten direkt gecheckt und gebucht. Sonderlösungen werden von Key Accounts konzipiert, praktisch erprobt und – wenn möglich – zu einer Standardlösung umgebaut. Und so fällt ein Alleinstellungsmerkmal nach dem anderen, das den Anbieter früher unersetzlich gemacht hat.

Die Zukunft gehört den Produktmanagern und den digitalen Absatzkanälen, die diese an die Kundschaft kommunizieren und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Der Vertriebler der Zukunft ist digital. Er muss die Lösung entwickelt und am Markt platziert haben, bevor der Kunde sie sucht. Diese Entwicklung bietet mehr Chancen als Risiken, wenn die Unternehmen schnell genug das richtige Mindset entwickeln und Start-ups in Ihre eigene Strategie inkludieren.

Schmieden Sie also Allianzen, suchen Sie Investitionsmöglichkeiten oder gehen Sie in den Austausch mit den jungen Unternehmen. Sie werden sich wundern, wie aufgeschlossen diese sind!

* Max Gürtler ist Geschäftsführer der digitalen Plattform Freightfinders.com mit Sitz in 10437 Berlin. Tel. (0 30) 57 70 05-4 71, presse@freightfinders.com

Kommentare werden geladen....

Kommentieren Sie den Beitrag

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Whitepaper

Kameras im Logistikzentrum

Europäische DS-GVO und die Videoüberwachung

Weil sich die Beschäftigten einer Videoüberwachung im Arbeitsumfeld kaum entziehen können, sind an deren Zulässigkeit besonders hohe Anforderungen zu stellen. Hier erfahren Sie, was zu beachten ist. lesen

Disposition wiederverwendbarer Packmittel

Packmittel durchgängig und effizent in SAP disponieren

Der SAP-ERP-Standard eignet sich nur bedingt dazu, wiederverwendbare Packmittel für die Automobilindustrie zu disponieren. Besser ist eine durchgängig SAP-basierter Ansatz – der die Abläufe effizienter und transparenter darstellt. lesen

Technologietrends 2018

Die Top Technologietrends für 2018 in der Industrie - Teil 2

In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung ist es häufig schwer, am Puls der Zeit zu bleiben. Lesen Sie jetzt, welche weiteren 7 Trends dieses Jahr im Fokus der Industrie stehen. lesen

DER NEWSLETTER FÜR INDUSTRIE UND HANDEL Newsletter abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45057122 / Distributionslogistik)