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Auto-ID Fahrzeug-PC arbeiten an Schmelzöfen

| Autor / Redakteur: Thomas Wöhrle / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Seit Mitte 2012 setzt der Essener Aluminiumhersteller Trimet zur effizienten Steuerung seiner logistischen Prozesse während der Schmelzvorgänge das mobile Fahrzeugterminal VMT 6010 von ADS-TEC ein. Der Auto-ID-Spezialist Aisci Ident ist Beratungs- und Realisierungspartner.

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(Bild: Trimet)

Beim Erschmelzen von Aluminium und der dabei auftretenden elektrochemischen Zersetzung herrschen zum Teil extreme Anforderungen an Mensch und Maschine. In der 750 m langen Aluminiumhütte von Trimet in Essen stehen zweireihig mehrere Schmelzöfen hintereinander, die eine enorme Hitze produzieren. „Per Elektrolyse produzieren wir flüssiges Aluminium“, erklärt Kay Jaschek, Prozessingenieur bei Trimet Aluminium, die logistischen Besonderheiten seines Geschäfts. „Zum einen beliefern wir damit unsere Gießerei und zum anderen externe Kunden mit Flüssigmetall, welches dann eine Temperatur von rund 920 °C hat.“

Staplerterminals optimieren Absaug-Applikation

Die Materialentnahmen des flüssigen Aluminiums aus den Öfen erfolgt mit verschiedenen Fahrzeugen in zwei Schritten: Zunächst meißeln sogenannte Krustenbrecher die harte Schicht auf, die sich oben auf dem Material ablagert. Anschließend saugen spezielle Wagen das Flüssigaluminium ab.

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Die derzeit 17 im Einsatz befindlichen neuen Staplerterminals VMT 6010 von ADS-TEC optimieren seit April 2013 das Absaugen der Öfen. Auf der einen Seite wird durch die genauere Metallentnahme der chemische Prozess bei der Aluminiumschmelze stabilisiert und auf der anderen Seite fehlerhafte Handeingaben der Mitarbeiter vermieden. „Zurzeit verarbeiten wir lediglich die Eingaben der Mitarbeiter auf den Krustenbrecher-Fahrzeugen, welche die circa 30 cm dicke, harte obere Schicht auf dem Aluminium aufbrechen“, erklärt Kay Jaschek. „„Sie kommunizieren über WLAN über den Elektrolyseserver mit der Ofensteuerung.“

Zukünftig sei ein Einsatz auch für die Saugwagen geplant. „Elementar hierbei ist ebenfalls die Kommunikation mit der Datenbank via Wireless-LAN“, so Jaschek. „Das Gewicht des abgesaugten Metalls wird mit einer Waage bestimmt, die Waage wird dann über Ethernet ausgelesen und neu geeicht.“ Sobald in diesem nächsten Schritt die Absaugapplikation vollständig entwickelt ist, werden die Terminals noch höheren Temperaturen ausgesetzt sein. Im Saugfahrzeug will Trimet dann versuchen, die Terminals direkt an der Oberkante des Tiegels, lediglich durch eine Scheibe der Fahrerkabine getrennt, anzubringen. Erfahrungen mit dieser Art der Installation lägen derzeit allerdings noch nicht vor.

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