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Fahrerlose Transportsysteme Freie Fahrt für den Käse-Express

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Käsereien sind heute Betriebe, die technologisch hochmodern ausgestattet sind, um eine immer gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sicherzustellen. So auch bei der Obersteirischen Molkerei. Hier übernimmt seit 2014 ein Fahrerloses Transportsystem (FTS) im neuen Reifezentrum vielfältige vollautomatische Aufgaben.

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Im OM-Reifenzentrum transportieren zwei vollautomatische Radarmstapler die Käsegestelle.
Im OM-Reifenzentrum transportieren zwei vollautomatische Radarmstapler die Käsegestelle.
(Bild: MLR-Gruppe)

In der österreichischen Obersteiermark hat die Käseherstellung Tradition. Im Zentrum der obersteirischen Milchwirtschaft, nämlich den Orten Knittelfeld, Kapfenberg und Spielberg, trifft bei der Obersteirischen Molkerei (OM) Überlieferung auf Innovation. Was im Jahr 1930 durch die Zusammenarbeit von vielen kleinen regionalen Molkereigenossenschaften in Mur- und Mürztal entstand, ist heute ein Leitbetrieb für die gesamte Region, und das auf gehobenem Niveau. Die Genossenschaft hat rund 4000 Mitglieder. Etwa 1600 von ihnen aus dem Einzugsgebiet zwischen dem Semmering und der Salzburger Landesgrenze beliefern das Molkereiunternehmen mit jährlich 150 Mio. kg bester Rohmilch.

Internationaler Vertrieb

OM mit Unternehmenshauptsitz in Knittelfeld gehört zu den wichtigsten Molkereibetrieben Österreichs. 2013 erwirtschafteten etwa 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an allen drei Standorten einen Umsatz von rund 93 Mio. Euro. Man bietet auch Verpackungseinrichtungen und Logistik als Dienstleister für andere Molkereiunternehmen an. Neben dem österreichischen Markt beliefert die OM die Länder Deutschland, Slowenien, Ungarn, Schweiz, Kroatien und Italien.

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Etwa 5000 t Käse im Jahr

Eines der Standbeine der Obersteirischen Molkerei ist neben der Frischmilchproduktion (Frischmilch, Joghurt, Schlagsahne und Sauerrahm) die Herstellung von Hart- und Schnittkäse, darunter „Murtaler“, die mehrfach prämierten Hartkäse „Steirischer Bergkäse“, „Erzherzog Johann“ und „Steirerkäse“. Etwa 5000 t der Käsespezialitäten stellt OM in einem Jahr her. Der Käse wird in Knittelfeld in der so genannten Käseküche produziert, gelangt dann in ein Salzbad – ebenfalls in Knittelfeld – und wird dann als sogenannter grüner Käse nach Spielberg in eine moderne Reifungsanlage mit einer vollautomatischen und unter strengsten hygienischen Bedingungen ablaufenden Käsereifung gebracht. Eine tage-, wochen- oder monatelange Reifung ist die Voraussetzung dafür, dass sich das sortentypische Aroma entwickeln kann. Während der Reife werden die Blöcke und runden Laibe in genau definierten Zeitabständen gewendet, bestrichen und gebürstet.

Investition in die nahe Zukunft

Auch in der Steiermark schließen jährlich 5 % der Milchbauern ihren Betrieb, während die Gesamtmilchmenge größer wird und die Preise weiter sinken. Verschärft wird diese Situation ab 2015 sein, wenn die von der EU vorgegebene Milchquote fällt, es also keine Beschränkung der Milchmengen mehr gibt. Die Molkereien erwarten dann nochmals eine Milchmehrproduktion von etwa 15 %. Aus diesem Grund entstand in Spielberg rechtzeitig ein neues Kühl-, Reife- und Verpackungszentrum für Käse in einem Gesamtwert von 10 Mio. Euro. Dazu OM-Betriebsleiter Siegfried Bärnthaler: „Der Ursprungsstandort Knittelfeld war leider nicht mehr erweiterbar. Durch einen glücklichen Zufall fanden wir aber das Gelände für das neue Zentrum im nur wenige Kilometer entfernten Spielberg.“ Das Reifezentrum mit seinen drei Reiferäumen in der ersten Ausbaustufe und der Käsepflegeanlage nahm im April 2014 seinen Betrieb auf.

Bestehende Lösung gab den Ausschlag

Das neue Reifezentrum des obersteirischen Käsespezialisten ist mit modernster Lager- und Transporttechnik der MLR-Gruppe ausgestattet. „Vor der Realisierung haben wir uns genau über die materialflusstechnischen Möglichkeiten informiert“, berichtet Bärnthaler, „und uns dabei auch das Reifelager der ‚Käserebellen‘ in Steingaden im Allgäu angeschaut, wo bereits ein Fahrerloses Transportsystem (FTS) von MLR eingesetzt wird. Diese Lösung überzeugte uns.“ Für den Transport der Reifegestelle innerhalb des Käsereifezentrums wird nun auch bei OM ein FTS eingesetzt.

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