Rollenförderer

Garanten für „rollende“ Intralogistik

11.05.2007 | Autor / Redakteur: Reinhard Irrgang / Bernd Maienschein

Das Transportsystem Streamline von Knapp Logistik Automation ist für den Einsatz von Kunststoffbehältern, Kartons, Trays oder Weichpackungen gleichermaßen geeignet. Bild: Knapp
Das Transportsystem Streamline von Knapp Logistik Automation ist für den Einsatz von Kunststoffbehältern, Kartons, Trays oder Weichpackungen gleichermaßen geeignet. Bild: Knapp

Die Eigenschaften von Fördersystemen in der Intralogistik sind durchaus mit denen von guten Butlern vergleichbar: diskret, zuverlässig, immer im Einsatz – eben unverzichtbar. Wie die folgenden Beispiele aus dem Bereich Rollenförderer zeigen, übernehmen die Transferkünstler umfassende Aufgaben wie Transportieren, Verketten, Ver- und Entsorgen, Bereitstellen und Puffern.

Im neuen Zentrallager des Elektro-Großhandelsunternehmens Fega & Schmitt in Heilsbronn bei Ansbach hat Gebhardt Fördertechnik, Sinsheim, eine Behälterförderanlage des Typs Gebhardt System 300 in nur drei Monaten in Betrieb genommen. Fega & Schmitt beliefert Elektro-Fachbetriebe, die Industrie und den Elektrogeräte-Einzelhandel mit Produkten aus den Bereichen Elektroinstallationstechnik, Kabel und Leitungen, Licht und Leuchten, Datennetzwerke und Haushaltsgeräte.

Das neue Zentrallager umfasst rund 9000 m² Lagerfläche sowie eine Versandhalle mit rund 800 m2. Das Herzstück des Logistikzentrums bildet die 750 m lange Behälterförderanlage, deren Leistung 600 Behälter – jeweils mit der Bodenfläche 600 mm × 400 mm – pro Stunde beträgt.

Behälterförderanlage als Schlagader der Intralogistik

Die Anlage realisiert die Verbindung zwischen sechs Arbeitsplätzen im Wareneingang, 21 Kommissionierbahnhöfen und 16 Packstationen, an denen die Kommissionierbehälter ausgeschleust werden. Alle Förderstrecken wurden mit staudrucklosen Staurollenförderern aus dem Gebhardt-System 300 realisiert, die Höhenunterschiede werden mit Gurtförderern überwunden. Zudem übernimmt das Materialfluss-System von Gebhardt die Steuerung der Behälter ab dem Kommissionierbereich und sorgt unter anderem für den Nachschub von Folgebehältern im Pickbereich.

System 300 von Gebhardt Fördertechnik breit nutzbar

Mit dem System 300 bietet Gebhardt Fördertechnik ein breit nutzbares Fördersystem für den Einsatz zwischen Wareneingang und Warenausgang für Behälter, Kartons und Stückgüter bis 80 kg an. Jede Anlage lässt sich aus einer Vielzahl flexibel einsetzbarer Komponenten maßgeschneidert realisieren. So stehen Rollen-, Straurollen-, Gurt- und Kurvenförderer ebenso zur Verfügung wie Umsetzeinrichtungen, Senkrechtumlaufförderer, Verfahreinrichtungen sowie Stapel- und Entstapelgeräte.

Fördertechnikexperte TGW bietet für jede Einsatzanforderung und die unterschiedlichsten Waren und Ladungsträger die geeignete Rollenfördertechnik. Zu den Systemkomponenten aus dem Bereich Behälter- und Kartonfördertechnik zählen beispielsweise der Rollenförderer Multi und Kurvenrollenförderer. Wie TGW erläutert, ist der Rollenförderer Multi für den Transport der unterschiedlichsten Behälter- und Kartontypen optimiert, da er, je nach verlangter Leistung und Fördergut, „vollständig oder teilweise mit elektromechanischen oder mechanischen Staumodulen ausgerüstet werden kann“. Mit weiteren Komponenten wie Gurtförderern, Riemen- und Pop-Up-Ausschleusern und Z-Förderern lässt sich jeder gewünschte Anlagentyp realisieren.

Ein aktuelles Anwendungsbeispiel zeigt den multifunktionalen Charakter der von TGW realisierten Behälterfördersysteme. So hat TGW für die Otto Bock Healthcare ein neues Intralogistiksystem für die Produktion von Rollstühlen realisiert. Die Anlage umfasst einen automatischen Lagerbereich mit 5000 Palettenstellplätzen und 40000 Behälterstellplätzen, die von Regalbediengeräten (RBG) des Typs Magnus sowie des Typs Mustang AP bedient werden. Eine umfassende Fördertechnikanlage verbindet das Lager mit der Kommissionierung, wo die Produktionsbehälter für die eigenen Montageinseln und die extern zu versendenden Ersatzteilaufträge kommissioniert werden.

Die Artikelbehälter fahren aus dem Behälterlager direkt in einen geschlossenen Fördertechnik-Kreislauf, aus dem sie automatisch in Kommissionierbahnhöfe ausgeschleust werden. Im Rücken der hier arbeitenden Personen fahren parallel dazu die Artikelpaletten aus dem Palettenlager und werden in den vorgewählten Kommissionierbereich transportiert. Jeder Kommissionierer hat nun die Behälterware unmittelbar vor sich und die Palettenware im Rücken, was zeitraubende Wegstrecken erspart. Den Artikelnachschub für das Behälterlager übernimmt eine automatische Lösung aus Fördertechnik, PC-geführter Vereinnahmung sowie einem Lift.

10 000 Transporteinheiten pro Stunde

Das Transportsystem Streamline von Knapp Logistik Automation, Hart bei Graz (Österreich), wurde für Kommissionier- und Verteilzentren entwickelt und ist für den Einsatz von Kunststoffbehältern, Kartons, Trays oder Weichpackungen gleichermaßen geeignet. Wesentliche Merkmale des Systems sind die hohe Verfügbarkeit, maximale Geschwindigkeit, minimale Geräuschemission, Sicherheit und Flexibilität. Den Maximaldurchsatz gibt Knapp mit 10 000 Transporteinheiten pro Stunde auf Hochgeschwindigkeitsstrecken an, die Transportgeschwindigkeit beträgt bis zu 180 m pro Minute.

Ausgelegt ist Streamline für Transporteinheiten von 175 mm bis 900 mm und ab 200 mm Höhe bis zu 60 kg Einzelgewicht oder bis zu 120 kg pro laufendem Meter. Je nach Anforderung und Transportgut sind Mittengurt- oder Doppelgurtförderer, Gurt- oder Rollenförderer einsetzbar. Zu den Standardkomponenten des Systems zählen Aus- und Einschleusungen, Kurven, Klappstücke, Umsetzer, Knickelemente und Stopper ebenso wie Rollenweichen, Stauplätze, Behälterdrehungen und Pusher.

Alle Elemente sind nach einem Baukastenprinzip miteinander kombinierbar. Für den schnellen Rollentausch wurde ein spezielles Stecksystem entwickelt, und von oben zugängliche Komponenten verringern den Wartungsaufwand. Wie Knapp betont, „werden verstärkt passive, wartungsfreie 90°-Kurven eingesetzt“.

Modulares Systemkonzept für alle Transportfunktionen

Mit dem Twinveyor hat Vanderlande Industries ein neues, modulares und hoch integriertes Systemkonzept für den Transport von Behältern und Trays innerhalb von Distributionszentren entwickelt. Wie Vanderlande betont, „spart das System von Beginn an Zeit und Geld durch seine effiziente Implementierung“. Zudem beinhaltet es alle Transportfunktionen einschließlich Stauen und Puffern, Sortieren und Zusammenführen, ist hochverfügbar und läßt sich flexibel verändern und erweitern.

Alle Funktionen sind durch sechs voll integrierte Basismodule realisiert. So ist beispielsweise das Verbindungsmodul in den Breiten 400 und 600 mm und in Längen von 130 bis 600 mm verfügbar. Das in den Breiten 400 und 600 mm erhältliche Rollen-Transfer-Modul lässt sich in jeder gewünschten Position zwischen den Doppelgurten montieren.

Der Schwerkraft-Rollenförderer schließlich besteht aus Kunststoffrollen, die in einem Stahlrahmen montiert sind, und hat eine integrierte Überwachungsfunktion.

Wenige Grundmodule für vielseitige Anwendungen

Mit seiner Doppelgurt-Konstruktion ist der Twinveyor, der alle Arten von stapel- und kombinierbaren Behältern und Trays fördern kann, gerade so breit wie der zu transportierende Behälter. Dies macht ihn gut geeignet für den Einsatz in bestehenden Materialfluss-Systemen und in platzmäßig eingeschränkten Umgebungen.

„Wenige Grundbausteine bei gleichzeitig breit angelegter Funktionalität“, so lautet die Grundcharakteristik des Förderers Dematic C-L 100 von Dematic, Offenbach. Der wahlweise mit Gurt- oder Rollenoberfläche ausgestattete Förderer wird modulweise komplett ab Werk fertig montiert, vorverkabelt und getestet. Er lässt sich damit sehr rasch betriebsfertig aufbauen, da die Module nur noch per vorinstallierten Steckern verbunden werden müssen.

Hero Fördertechnik, Sindelfingen, bietet unter anderem ein umfassendes Spektrum an Bodenfördertechnik und natürlich auch Rollenförderer an. Wie der Geschäftsführer, Michel Letzelter, betont, „wählen wir für jeden Anwendungsfall spezifisch die geeigneten und dabei jeweils kostengünstigsten Fördertechniken aus“. Es werden „überwiegend maßgescheiderte Systeme realisiert“, so Letzelter, dies sei gerade in der Automobilindustrie, wo jeder Hersteller „seine eigenen Vorschriften und Wünsche habe“, unbedingt erforderlich. Zu den aktuellen Anlagen zählt ein umfassendes Fördersystem für Bayer in Frankreich, zu dem außer einer Elektrohängebahn Rollen- und Tragkettenförderer sowie Heber zählen.

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