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Risikomanagement Lagerrisiko-Management schützt vor Überraschungen

| Autor / Redakteur: Eckhard Boecker / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung, die bereit sind, sich mit dem Risiko-Management eines Lagers zu beschäftigen, sind am Markt erfolgreicher. Was dies bedeutet, will der vorliegende Beitrag aus drei verschiedenen Perspektiven aufzeigen.

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Unternehmen aus Handel und Industrie können den Warenbestand mit einer entsprechenden Lagerversicherung absichern, denn nicht jeder Schadensfall kann beim Lagerhalter festgemacht werden. Bild: APL
Unternehmen aus Handel und Industrie können den Warenbestand mit einer entsprechenden Lagerversicherung absichern, denn nicht jeder Schadensfall kann beim Lagerhalter festgemacht werden. Bild: APL
( Archiv: Vogel Business Media )

Erste Perspektive: Oft geben sich Handels- und Industrieunternehmen mit der Tatsache zufrieden, dass eine Verkehrshaftungs-Versicherungspolice beim Logistikunternehmer besteht. Darüber hinaus stellen viele Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistung sicher, dass eine entsprechende Formulierung im Lagerdienstleistungsvertrag aufgenommen wird. Beispiel: „Der Lagerhalter hat für einen ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen.“ Aus Sicht des Auftraggebers ist von entscheidender Bedeutung, dass er klare Spielregeln mit seinem Lagerhalter vereinbart und außerdem sicherstellt, dass diese stets eingehalten werden.

Auftraggeber können Versicherungen prüfen

Solche Ziele erreicht das auftraggebende Unternehmen durch ein vorgeschaltetes Versicherungspolicen-Controlling. Dies bedeutet wiederum, dass sich der potenzielle Kunde — bevor der Logistikvertrag gezeichnet wird – darüber Gewissheit verschafft, dass der zukünftige Lagerhalter tatsächlich auskömmlich versichert ist. Welche Fallstricke könnten in der Lagerverkehrshaftungs-Police aus Sicht des Auftraggebers lauern?

Praxisbeispiel: Der Verkehrshaftungsversicherer des Lagerhalters bestätigt eine Deckung in Höhe von 10 Mio. Euro pro Jahr. Der maximale Warenbestandswert des Auftraggebers beträgt 9 Mio. Euro. So gesehen, scheint alles zu passen, wenn das Großschadensereignis eintreten sollte.

Lagerverkehrshaftungs-Versicherungen sehen oft Sublimits vor

Der Schein trügt jedoch, denn viele Policen sehen Sublimits vor. Dies bedeutet, dass beispielsweise bei Eintritt bestimmter Tatbestände wesentlich geringere Deckungssummen gemäß Police zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang sollte der Auftraggeber wissen, dass dies signifikante Unterschiede sein könnten.

Praxis ist, dass die meisten Lagerverkehrshaftungs-Versicherungspolicen Sublimits für den Tatbestand des groben Organisationsverschuldens vorsehen. Dies können, abhängig von der gezeichneten Police, zum Beispiel nur 500000 Euro oder sogar noch weniger Deckungssumme pro Fall und Jahr sein.

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