Retrofit

Mehr Effizienz für 50.000 t Käse

| Redakteur: Bernd Maienschein

Einlagerung: Berglandmilch erwartet künftig am Standort Feldkirchen mehr Milch und hat daher mit einem Retrofit in die Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten seiner Produkte investiert.
Einlagerung: Berglandmilch erwartet künftig am Standort Feldkirchen mehr Milch und hat daher mit einem Retrofit in die Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten seiner Produkte investiert. (Bild: Aberle)

In einem anspruchsvollen Retrofit-Projekt hat Aberle bei laufendem Betrieb das Käselager Feldkirchen der Produktionsgenossenschaft Berglandmilch mit neuer Palettenfördertechnik und modernster Steuerungstechnik auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Damit ist der Standort auf weiteres Wachstum und künftige Marktanforderungen ausgerichtet.

Mit elf Werken in Österreich und der Verarbeitung von über 1,3 Mrd. kg Milch pro Jahr ist die Molkereigenossenschaft Berglandmilch, Wels, einer der größten Lebensmittelproduzenten Österreichs. Mehr als 11.000 Milchbauern liefern Milch in den Produktionsstätten an. Dort fertigt die Berglandmilch-Gruppe mehr als 1000 verschiedene Artikel in den Bereichen Frischprodukte, H-Milch, Käse, Butter, Joghurt und Quark. Die größte Käserei der Gruppe befindet sich in Feldkirchen, nördlich von Salzburg. 40 unterschiedliche Sorten Käse werden dort produziert. Bis zu 1 Mio. l Milch pro Tag verarbeiten und veredeln die 120 Mitarbeiter der Käserei im Dreischichtbetrieb zu begehrten Käsesorten, auf die Konsumenten in weltweit mehr als 50 Ländern warten.

Der Reifegrad bestimmt den Lagerplatz

Direkt an das Werk angebunden ist das Käselager des Produktionsstandortes. Das 1991 eingerichtete Hochregallager ist nach Reifegrad der Käse in drei Bereiche unterteilt. Dementsprechend sind die intralogistischen Prozesse von kontinuierlichen Umlagerungen geprägt. Mit Installation von Regalbediengeräten (RBG) im Hochregallager und verschiedenen Fördertechniken, die die innerbetrieblichen Warentransporte übernehmen, hat der Milchverarbeitungsbetrieb dabei von Beginn an erfolgreich auf weitgehend automatisierte Prozesse gesetzt. Mit der kontinuierlichen Erweiterung der Käseproduktion in Feldkirchen und angesichts der technologischen Entwicklungen konnte die Effizienz der Bestandsanlage kaum noch mithalten.

Für die Ausrichtung auf weiteres Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit im Markt entschied die Geschäftsführung, die Intralogistik im Rahmen eines angemessenen Modernisierungsprojektes auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. „Wir erwarten künftig mehr Milch als bisher und haben daher in die Verarbeitungs- und Lagerkapazitäten investiert“, erläutert der Feldkirchener Werksleiter Thomas Osl. „Als Genossenschaft verfolgen wir die Verpflichtung, jeden Liter Milch, den unsere Mitglieder anliefern, abzunehmen und bestmöglich zu veredeln. Darauf müssen auch die intralogistischen Prozesse optimal ausgelegt sein.“ Den Auftrag für das Retrofit-Projekt erhielt die Aberle GmbH, Leingarten, der Systemintegrator im Geschäftsfeld Logistik-Systeme des internationalen Technologiekonzerns Körber.

Modernisierung bei höchsten Hygienestandards

„Ein anspruchsvolles Projekt, bei dem wir die Modernisierungen angesichts der höchsten Hygienestandards und des durchgängigen Dreischichtbetriebs nur mit einem exakt getakteten Konzept und Zeitplan realisieren konnten“, erklärt Aberle-Projektleiter Gregor Atzenhofer die besonderen Herausforderungen. „Weil es dabei neben der Montage einer neuen Palettenfördertechnik zudem insbesondere um die Steuerungstechnik der gesamten Automatisierung und die Einbindung eines neuen Materialflussrechners ging, erforderte die Projektrealisierung überdies eine umfassende Koordination der einzelnen Realisierungsschritte.“

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