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Shuttle-Kommissionierer Miele steigert Leistung in Produktion und Versand

Autor / Redakteur: Markus Löseke / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Gemäß ihrer Unternehmensleitlinie „Immer besser“ benötigte die Miele & Cie. KG zur Erweiterung ihrer Produktionsanlagen zusätzliche Lagerflächen. Eine Aufgabe, die von der HaRo Anlagen- und Fördertechnik GmbH durch die Konstruktion eines automatischen Shuttle-Kommissioniersystems gelöst wurde.

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Die neue Lebensader der Miele & Cie. KG läuft im Dreischichtbetrieb. Vom Aufbau bis zur Abnahme vergingen nur drei Monate.
Die neue Lebensader der Miele & Cie. KG läuft im Dreischichtbetrieb. Vom Aufbau bis zur Abnahme vergingen nur drei Monate.
(Bild: HaRo)

Aufgrund des stetigen Wachstums des Gütersloher Herstellers von Elektrogeräten für den privaten und gewerblichen Einsatz benötigte Miele weitere Lagerflächen. Das 20 Jahre alte Kleinteilelager mit angeschlossenem Kommissionierbereich sollte in das Montagewerk verlegt werden. Auf diese Weise sollte neben der Gewinnung neu geschaffener Lagerkapazitäten nicht nur eine räumliche Nähe zu der Vor- und Endmontage entstehen.

Lagerhaltung sollte zentralisiert, Prozesse flexibilisiert werden

Auch eine kostenintensive und zeitaufwendige Zwischenlagerung von fertig kommissionierten Montagebauteilen sollte durch die Integration entfallen. Bereits im Jahr 1957 startete der Fördertechnikhersteller in Wermelskirchen im Bergischen Land und zählt heute mit seinem Stammsitz in Rüthen zu dem regionalen Wirtschaftsfundament im Sauerland. Die Projektanforderungen der Miele & Cie. KG waren klar formuliert: die Lagerhaltung zentralisieren, die Prozesse automatisieren, den Durchsatz und die Flexibilität erhöhen sowie eine absolute Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit bei der Kommissionierung erreichen. Ziele, die von der HaRo-Fördertechnikanlage einwandfrei erfüllt werden sollten. Nach aufwendiger Analyse der Systemanforderungen präsentierte HaRo einen ersten Lösungsansatz, der nach einer detaillierten Besprechung mit Miele anschließend umgesetzt wurde. Innerhalb eines Dreivierteljahres entstand eine Anlage bestehend aus zwei HaRo-Vertikalförderern vom Typ VF10, die durch eine optimale Raumnutzung eine nahtlose Anbindung an das vorhandene Materialflusssystem ermöglichten – die 7,7 km lange, im Obergeschoss verlaufende Miele-Elektrohängebahn.

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Fördergut kann automatisch, per Touch- oder WLAN-Panel gesteuert werden

Die Anlage besticht dabei, aufgrund der vorzugsweise eingesetzten Stahlelemente, durch ihre Langlebigkeit. Die Anlagensteuerung leitet die im Obergeschoss durch die Miele-Elektrohängebahn zugeführten Transporteinheiten nach der Übernahme durch die HaRo-Fördertechnik in die Kommissionierzonen im Erdgeschoss. Außer durch den automatischen Betrieb kann das Fördergut dabei zudem sowohl mittels Touch- als auch kabellosem WLAN-Panel flexibel an jede gewünschte Stelle transportiert werden. Im Anschluss an die Kommissioniertätigkeiten erfolgt die Rückführung der Transporteinheiten durch die HaRo-Fördertechnik von dem Erdgeschoss in das Obergeschoss, um dort eine nahtlose Übergabe an die Miele-Elektrohängebahn zu gewährleisten.

Perfektion bis ins Detail

Die Anlage überzeugt dabei bis ins Detail: Wird durch das übergeordnete Miele-Lagerverwaltungssystem eine Transporteinheit mit der Zielinformation „Kleinteilelager“ versehen, erfolgt eine Übergabe an die HaRo-Fördertechnik. Die Miele-Elektrohängebahn fährt dabei in Übergabeposition an den Exzenterheber. Nach sensorischer Kontrolle hebt dieser den aufgesetzten Kettenförderer an, die Kettenstränge positionieren sich unter die Füße des Fördergutes und heben dieses aus den Auflagepunkten des Transportgestelles der Elektrohängebahn. Dabei kann bis zu 1 t Gewicht bewegt werden.

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Konzeption eines Shuttle-Systems anstelle einzeln angetriebener Kommissionierplatzförderer; zwei HaRo-Vertikalförderer vom Typ VF 10 ermöglichen die nahtlose Anbindung an das vorhandene Materialflusssystem; Einsatz vorzugsweise von langlebigen Stahlelementen; sowohl automatischer Betrieb als auch Handbetrieb mit Touch- und kabellosem WLAN-Panel; Laserscanner-Überwachung; auch im automatischen Bypass-Modus nutzbar (Reversierbetrieb); hohe kundenspezifische Belastungswerte; anlagenspezifische hohe Durchsatzrate.

Die Transporteinheit wird anschließend auf einen freien Kettenförderer gehoben, nach Übernahme durch den Vertikalförderer in das Erdgeschoss abgesenkt und in Übergabeposition verbracht. Bei freiem Übernahmekettenförderer kann die Transporteinheit vom Kettenförderer im Vertikalförderer an den Kettenförderer im Erdgeschoss übergeben werden. Dieses ist zu beiden Seiten möglich.

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