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Binnenschifffahrt Umbau für mehr Tiefgang bei Niedrigwasser

Redakteur: Gary Huck

Das Container-Netzwerk Contargo reagierte mit dem Umbau vier seiner Binnenschiffe auf den warmen Sommer 2018. Durch das Projekt sollen die Schiffe auch bei Niedrigwasser eingesetzt werden können.

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Durch den Umbau sollen die Schiffsschrauben nur noch 130 cm statt 150 cm tief im Wasser liegen müssen.
Durch den Umbau sollen die Schiffsschrauben nur noch 130 cm statt 150 cm tief im Wasser liegen müssen.
(Bild: Contargo)

Bereits im Herbst 2018, als Reaktion auf das Niedrigwasser im Rhein, begann Contargo mit dem Umbau von Schiffen von Partikularen (selbstständige Schiffseigentümer). In zwei Werften in Antwerpen und Dordrecht wurde an den vier Schiffe ein Blech so angeschweißt, dass sie nur noch 130 cm statt 150 cm tief im Wasser liegen müssen, damit die Propeller richtig arbeiten können. Die Kosten pro Schiff beliefen sich laut dem Container-Netzwerk auf 10.000 Euro.

Aufgrund des Umbaus könnten die Schiffe bei gleichem Wasserstand mit 10 bis 15 cm mehr Tiefgang fahren. Das bedeutet, dass sie bei Niedrigwasser 200 bis 300 t mehr Fracht transportieren können, heißt es von Contargo. „Kleinwasserperioden wie im vergangenen Jahr führen zu erheblichen Einbußen bei den Transportmengen und zusätzlichen Kosten durch den Zukauf von Schiffsraum oder Transportkapazitäten“, sagt Cok Vinke, Managing Director bei Contargo Waterway Logistics. Durch die Umrüstung würde kein Wasser mehr in den hinteren Ballasttanks der Schiffe benötigt. Somit könnten sie auch bei niedrigen Wasserständen die flachste Stelle im Rhein bei Kaub überqueren.

„Politik muss Maßnahmen ergreifen“

„Die Pegelstände des Rheins unterliegen schon immer jahreszeitlichen Schwankungen. Doch aus verkehrswirtschaftlichen und Klimaschutz-Gründen sollte der Gütertransport mit dem Binnenschiff gestärkt werden“, so Vinke. „Darum muss die Politik schnellstmöglich ihrerseits Maßnahmen ergreifen, um vorhandene Engpässe zu beseitigen. Der Abladeoptimierung der Fahrrinnen am Mittelrhein wird im aktuellen Bundesverkehrswegplan ein vordringlicher Bedarf zugeschrieben.“

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