City-Logistik

VDI-Konferenz zu „Smart Last Mile Delivery“

| Redakteur: Bernd Maienschein

Die Konferenz „Smart Last Mile Delivery“ informiert über aktuelle Lösungen für den drohenden Verkehrsinfarkt in städtischen Ballungszentren.
Die Konferenz „Smart Last Mile Delivery“ informiert über aktuelle Lösungen für den drohenden Verkehrsinfarkt in städtischen Ballungszentren. (Bild: VDI Wissensforum)

Das Problem, dass das starke Wachstum des Onlinehandels zu den Haupttreibern des Wandels in der Logistik zählt und das Verkehrsaufkommen rapide anwachsen lässt, ist zwar erkannt – aber noch lange nicht gebannt. Am 5. und 6. Dezember diskutiert die Fachwelt in Hamburg Trends und Technologien auf der internationalen VDI-Konferenz „Smart Last Mile Delivery“.

Die Ballungsräume haben das Problem der wachsenden Verkehrsdichte erkannt und suchen auf unterschiedlichen Wegen nach geeigneten Lösungen. Ein Beispiel ist die Logistikinitiative am Tagungsort der VDI-Konferenz Hamburg, die bereits an Smart Last Mile Solutions arbeitet. Nur kommunale Gremien könnten schließlich die intelligenten Rahmenbedingungen setzen, die notwendig sind, bestätigt Markus Schmermund, Vice President Intralogistic Solutions EMEA von Linde Material Handling, einer der Experten der VDI-Konferenz.

Konsolidierung ist unumgänglich

„Müssen fünf KEP-Dienstleister nacheinander oder gar gleichzeitig dieselben Geschäftsadressen in den Zentren und Fußgängerzonen anfahren?“, fragt beispielsweise Dr. Gerhard Nowak von PwC Strategy& Germany, ein weiterer Konferenzexperte. Hier werde in den kommenden Jahren eine Konsolidierung unumgänglich sein, um die Routenplanung aufeinander abzustimmen und somit die Ressourcen effizienter einzusetzen.

Ein wichtiger Aspekt neben der reinen Organisation der Warenströme stelle aber auch die Fahrzeugtechnologie dar. Elektrifizierte Nutzfahrzeuge sind emissionsarm und weitestgehend geräuschfrei unterwegs – wesentliche Voraussetzungen für eine bessere Akzeptanz der Last-Mile-Logistik in der Öffentlichkeit. Viele Experten erwarten in Zukunft ein Nebeneinander verschiedener Antriebskonzepte: Der Elektroantrieb könnte den Bereich der Distribution, der Last-Mile-Transporte und der KEP-Dienste prägen. Fuel Cell werde bereits in überschaubaren Zeiträumen für schwere Nutzfahrzeug an Bedeutung gewinnen, ebenso wie LNG als dritte Antriebsoption.

Effiziente Lkw-Fahrten dank Platooning

Zugleich eröffnen neue Technologien wie etwa das autonome Fahren weitergehende Möglichkeiten – bis hin zu digitalen Geschäftsmodellen. Routinefahrten, wie typische Stückguttransporte, verpackte Waren und Co., werden in Zukunft autonom auf ausgewiesenen Strecken, sogenannten Korridoren, abgewickelt. Eine konsequente Nutzung des Lkw-Platooning – das „Koppeln“ mehrerer Fahrzeuge in Gruppen, die autonom dem Führungsfahrzeug folgen – kann die Effizienz in Transportprozessen nachhaltig steigern.

Mitentscheidend sind digitale Dienste im Hintergrund, um zuverlässige Prozesse sicherzustellen und neue Geschäftsmodelle überhaupt erst zu ermöglichen. „Großes Potenzial sehe ich dabei insbesondere für cloudbasierte Dienste, die notwendig sind, damit neue Leistungsmodelle darstellbar und abrechenbar sind – bis hin zur Ebene des Microbilling“, erklärt Torsten Klein, Senior Vice President Research, MAN Truck & Bus.

Ladevolumina besser nutzen

Ein weiterer Ansatzpunkt lautet, die Ladevolumina, von denen im Schnitt ein gutes Drittel leer bleibt, effizienter zu nutzen. „Es ist möglich, diesen Leerstand zu verringern, indem wir Ladungen automatisch mit freien Kapazitäten zusammenführen. Mindestens ein Drittel der Leerfahrten lässt sich so verhindern“, sagt Rolf-Dieter Lafrenz von der Cargonexx GmbH. Zugleich unterstreicht er: „Wir glauben, dass die Bedeutung der Spediteure in der Zukunft eher steigen wird, weil logistische Prozesse komplexer, weitreichender und vernetzter werden. Allerdings werden Spediteure verstärkt digitale Technologien nutzen müssen, um ihre Produktivität hochzuhalten.“

Smart Trucks, Platooning und Vernetzung mit Kunden sind wichtige Stichworte, aber auch die Nutzung digitaler Geschäftsmodelle wird für den Spediteur wichtiger werden. So kann er in Zukunft Mehrwertdienste für die Auftraggeber realisieren, ob das Organisieren von Kühlketten, die Abwicklung von Importen und Exporten und mehr.

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