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EC-Antriebe Antrieb mit Köpfchen für den Materialtransport

| Autor / Redakteur: Patrick Schumacher / Stefanie Michel

Dort, wo Güter über Rollenbahnen transportiert und über Weichen geschleust werden, ist ein zuverlässiger Betrieb und kontinuierlicher Förderfluss gewünscht. Elektroantriebe mit integrierter Regelelektronik sind eine platzsparende Alternative.

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Der Einsatz intelligenter Antriebe in klassischen Palettenförderanlagen ist ein Beispiel für platzsparende Antriebssysteme mit wenigen Komponenten und ohne Druckluft.
Der Einsatz intelligenter Antriebe in klassischen Palettenförderanlagen ist ein Beispiel für platzsparende Antriebssysteme mit wenigen Komponenten und ohne Druckluft.
(Bild: ©chesky - stock.adobe.com)
  • Wenn bisherige Antriebssysteme in der Intralogistik aufgrund von geringem Einbauraum oder mangelnder Reaktionsgeschwindigkeit an ihre Grenzen stoßen, kommen EC-Antriebe mit integrierter Regelelektronik zum Einsatz.
  • In Sortiersystemen lassen sich die Motoren als Rollenantriebe direkt in die Zuführrollen einbauen, was Übertragungselemente überflüssig macht und somit Platz spart.
  • Beim Palettentransport sorgen die intelligenten Antriebe für ein staudruckfreies Bewegen der Ware, weil die bestückten Segmente direkt miteinander kommunizieren.

Die Vereinfachung der Material- und Warenflüsse steht heutzutage mehr und mehr im Vordergrund. Gewünscht ist ein kontinuierlicher Förderfluss bei langer Lebensdauer und ökonomischem Betrieb der Fördereinrichtung. Betroffen sind nahezu alle Branchen, denn Koffer und Pakete müssen ebenso zuverlässig über Rollenbahnen transportiert und über Weichen ausgeschleust oder sortiert werden wie Lagerbehälter mit Kleinteilen oder ganze Paletten. In innerbetrieblichen Materialtransportsystemen zählen Verfügbarkeit, Schnelligkeit, Flexibilität und oft auch geringer Platzbedarf zu den wichtigsten Anforderungen. Die bislang üblichen Lösungen stoßen hier an ihre Grenzen:

  • Oft sind viele unterschiedliche Komponenten erforderlich,
  • der Einbauplatz kann meist nicht optimal genutzt werden,
  • oft lässt die Reaktionsgeschwindigkeit zu wünschen übrig und
  • die Lösungen sind nur bedingt skalierbar.

Zwei Praxisbeispiele – ein Sortiersystem und eine Rollenbahn für die Palettenförderung – sollen veranschaulichen, welche Optimierungspotenziale sich bei Neuanlagen, Upgrades oder Erweiterungen eröffnen, wenn kompakte Elektroantriebe mit integrierter Regelelektronik zum Einsatz kommen.

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Platz am Sortiersystem besser ausnutzen

Bei einer Sortierweiche oder einem Crossbelt Sorter werden die Rollen bisher von einem umrichtergeregelten AC-Motor über Getriebe, Zahnriemen und Kurvenscheibe angetrieben, ein Pneumatikzylinder betätigt die Weiche. Für die Endlagenerkennung der Pneumatik sind zwei Sensoren notwendig. Hinzu kommen dann noch die Pneumatiksteuerung sowie die relativ teure Bereitstellung und Zuführung der Druckluft.

Mit kompakten, intelligenten Elektroantrieben lässt sich diese Automatisierungsaufgabe jetzt mit weniger Komponenten und ganz ohne Druckluft lösen: Der Rollenantrieb wird direkt in den Zuführrollen eingebaut, der kompakte Weichenantrieb findet im Rahmen Platz. Dadurch wird der zur Verfügung stehende Platz besser ausgenutzt, da es am Band praktisch keine Störkonturen gibt. Die Bänder lassen sich so dichter nebeneinander, übereinander oder nahe am Boden platzieren.

Auch die Montage ist einfacher, vor allem weil keine Druckluftleitungen montiert werden müssen und keine mechanischen Übertragungselemente wie Zahnriemen notwendig sind. Zudem ist für die Positionserkennung an der Weiche nur noch ein Sensor erforderlich und bei Bedarf kann ein und derselbe Antrieb die Weiche in zwei Richtungen verstellen. Beim klassischen Aufbau ist dafür ein zweiter Pneumatikzylinder nötig, ebenfalls wieder mit zwei Sensoren zur Endlagenerfassung. Bei 2-Wege-Weichen lassen sich also sogar drei Sensoren einsparen. Das ist auch durchaus für Umrüstungen interessant, denn der EC-Antrieb kann sich bei entsprechender Parametrierung auch wie ein pneumatischer Hubzylinder verhalten, ist also rückwärtskompatibel.

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