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Ladungsträger Die Sherpas der Logistik

Keine Achttausender-Expedition im Himalaya käme ohne Sherpas aus, die ihre unverzichtbaren Lastenträgerarbeiten meist im Hintergrund verrichten. Durchaus vergleichbar mit Ladungsträgern, in diesem Fall Behältern, die logistische Prozesse permanent am Laufen halten, ja diese erst ermöglichen. Ein Blick auf eine Auswahl aus der immensen Behältervielfalt mit ihren nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Waren und Artikel lohnt sich.

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Mehrwegbehälter bewähren sich in vielen Branchen, unter anderem in der Automotive-Industrie.
Mehrwegbehälter bewähren sich in vielen Branchen, unter anderem in der Automotive-Industrie.
(Bild: SSI Schäfer )

Eine Anfang 2018 vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik veröffentlichte Studie zum Carbon Footprint von Mehrweg-Kunststoffbehältern belegt, dass Mehrweg-Transportsysteme ab dem sechsten Umlauf geringere Treibhausgasemissionen je Umlauf verursachen. Am Beispiel von Verpackungssystemen für Obst- und Gemüsetransporte weist sie für die genutzten Mehrweg-Kunststoffbehälter 60 % weniger Treibhausgas-Emissionen aus als für Einweg-Transportverpackungen aus Karton. Vor dem Hintergrund des wachsenden Automatisierungsgrades in der Intralogistik erfüllen Kunststoffbehälter alle Anforderungen, damit automatisierte Logistikprozesse präzise und störungsfrei ablaufen.

So hat die Drogeriemarktkette dm mit Kunststoffboxen aus dem Behälterprogramm von SSI Schäfer einen geschlossenen Mehrwegkreislauf zur Belieferung ihrer mehr als 3500 Filialen eingerichtet. Die ersten Behälter lieferte SSI Schäfer bereits vor über 20 Jahren an dm in Österreich. Seitdem baut die Drogeriekette das System über ihre europäischen Ländergesellschaften kontinuierlich aus. Die robusten und exakt auf das Europalettenmaß abgestimmten Behälter werden von dm als Lager-, Kommissionier- und Transportboxen für die teils empfindlichen Drogerieartikel genutzt und sind für die Leergutrückführung platzsparend zusammenklappbar. Mit dem Kreislaufsystem erschließt sich dm vielfältige Vorteile und Einsparpotenziale und unterstützt die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsstrategie.

Mehrwegbehälter-Kreisläufe im Trend

Aber auch Zulieferer für die Automobilbranche nutzen das Potenzial von Mehrwegbehältern und haben spezifische Verpackungslösungen für ihre hochsensiblen Produkte im Einsatz. Die Robert Bosch GmbH bezieht seit über zehn Jahren individuell auf die spezifischen Anforderungen hin entwickelte Behälter von SSI Schäfer, die als Werkstückträger für innerbetriebliche Transporte, zur Automatisierung der Produktion und für die Anlieferung beim Kunden im Einsatz sind. Die im Spritzgussverfahren hergestellten Konstruktivverpackungen bieten eine platzsparende und sichere Aufnahme der Bauteile sowie Schutz vor elektrostatischer Entladung.

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Um den Überblick über die Behälterbestände in solchen Kreisläufen zu behalten – gerade vor dem Hintergrund internationaler Fertigungsverbünde oder Filialnetze – ist eine Kennzeichnung der Behälter essenziell. Wie Thomas Jettkant, Leiter Projektvertrieb Konstruktivverpackungen bei SSI Schäfer, erläutert, „ist das gängigste System immer noch der EAN-Barcode für logistische Kreisläufe und Automatikanwendungen, den wir automatisiert aufbringen, ob als Heißprägung, Etikettierung oder als Inmould-Labelling“. Mithilfe von IT-gestützten Tools können so Prozesse gesteuert und Kreisläufe geplant werden, um Unterdeckungen zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können.

SSI Schäfer „kennt die Anforderungen der Anwender und versteht sich dabei nicht nur als Hardwarehersteller, sondern will die Digitalisierung der Behälter maßgeblich mitgestalten", wie das Unternehmen meldet. Dazu hat es unter dem Namen „Internet of Bins“ (IOB)* ein Konzept entwickelt, bei dem Behälter bereits ab Werk mit einem QR-Code gekennzeichnet werden. Der Code führt zu einer Landingpage, auf der unterschiedlichste Informationen zu Behälterinhalt und -kreislauf, Nachbeschaffung, Montage- und Arbeitsplänen oder Ansprechpartnern hinterlegt werden. Zudem kann der Behälter über die Landingpage zum Recycling freigegeben werden.

RFID-Sensorik im Zwischenboden der Behälter

Als Alternative zur Behälterkennzeichnung durch Barcodes bietet Bito-Lagertechnik bei der Mehrwegbehälter-Serie MB und der Behälterserie XL optional auch die Integration von RFID-Sensorik zur eindeutigen Behälteridentifizierung an. So kann der Anwender beispielsweise Kunden-, Artikel- oder sonstige Daten und ergänzende Zusatzinformationen zur Ware in den Behälter auf RFID-Sensoren speichern, Zielinformationen definieren oder einzelne Behälter mit speziellen Angaben versehen, die etwa für Qualitätsprüfungszwecke relevant sind. Somit sind diese Daten und Informationen direkt dem Behälter und seinem Inhalt zugeordnet.

So stattet Bito beispielsweise XL-Behälter mit Doppelboden mit RFID-Sensorik der Sick AG aus. Hierbei wird der Sensor in eine spezielle Aussparung im Zwischenboden des Behälters eingelegt und per Klebeband fixiert. Ein Distanzblock aus Schaumstoff dient dem Schutz der RFID-Sensorik und der zusätzlichen Fixierung, damit die Sensorikkarte nicht verrutschen kann oder beschädigt wird. Anschließend wird ein glatter Unterboden aufgeschweißt, sodass sich die RFID-Karte komplett geschützt innerhalb des Doppelbodens befindet.

Ergänzendes zum Thema
Dritte Generation
Nachhaltig und robust

Der faltbare Großladungsträger „CabCube 3.0“ sollte auf der diesjährigen Logimat Markt-Premiere. Wegen Covid-19 wurde daraus nichts.
Der faltbare Großladungsträger „CabCube 3.0“ sollte auf der diesjährigen Logimat Markt-Premiere. Wegen Covid-19 wurde daraus nichts.
( Bild: Cabka-IPS )

Mit dem „CabCube 3.0“ wollte Cabka-IPS auf der diesjährigen Logimat die dritte Generation seines erfolgreichen faltbaren Ladungsträgers zeigen (woraus aus bekannten Gründen nichts geworden ist). Dieser „wird aus recyceltem Haushalts-Verpackungsmüll hergestellt, ist daher besonders nachhaltig und aufgrund der Produktion im Spritzgussverfahren äußerst robust und langlebig“, wie das Unternehmen betont. Der „CabCube“ ist für die Zulieferindustrien aller Branchen konzipiert und eignet sich gut für die Lagerung und Distribution von großvolumigen und leichten Teilen. Im Leerzustand lässt sich der Behälter auf einen Bruchteil seines Volumens zusammenfalten; dies spart Platz und Kosten beim Rücktransport.

Die neue Generation des „CabCube“ umfasst mehrere Modelle in unterschiedlichen Abmessungen, die sich unter anderem durch ihr maximales Füllgewicht, Spezifikationen am Deckel oder Varianten des Bodens mit Füßen oder Kufen unterscheiden.

Das belgische Unternehmen Deprez Handling Solutions entwickelt für seine Kunden vollautomatisierte Lösungen zum Handling landwirtschaftlicher Produkte, wie zum Beispiel Kartoffeln, die es hygienisch und entsprechend der Klassifizierung zu lagern und zwischenzulagern gilt. Bei diesen Lösungen spielt die Pallet Box von Cabka eine zentrale Rolle: Die Pallet Box hat ein Fassungsvermögen von 1400 l und wird aus schlagfestem, chemikalienbeständigem und lebensmittelechtem Hart-Polyethylen (HDPE) hergestellt.

Mit einem Eigengewicht von 69 kg in perforierter und 72 kg in geschlossener Ausführung bietet die Box hohe Traglasten im Stapel bis zu 7000 kg dynamisch und beim Einsatz im Hochregallager bis zu 1000 kg. Rutschfeste Gummiprofile an der Oberkante der Palettenbox sorgen für die sichere Stapelbarkeit von bis zu sieben Boxen übereinander. Die Behälter sind für Anwendungen im Temperaturbereich von -30 bis 50 °C ausgelegt.

Leicht faltbarer Großladungsträger als Alternative zur Gitterbox

Faltbare Großladungsträger (GLT) aus Kunststoff sind effiziente Alternativen zu Gitterboxen. Die „Magnum-Optimum“-Familie von Schoeller Allibert ist ein bewährter Vertreter dieser Transport- und Lagerlösungen. Bisher bauten diese GLT ausschließlich im ISO-Palettenmaß; der 1208 hingegen entspricht dem Europalettenmaß und ist damit für den Transport per Lkw optimiert. Zu den wesentlichen Merkmalen des Magnum Optimum 1208 zählen geringes Eigengewicht, robuste Ausführung, einfache Handhabung und große Nutzlast. Er hat eine Grundfläche von 1200 mm × 800 mm, ist 958 oder 984,5 mm hoch – je nachdem, ob er ohne oder mit Deckel konfiguriert wird – und fasst 665 oder 672 l; seine Traglast liegt bei bis zu 750 kg. Seine geraden, geschlossenen Seitenwände unterstützen die automatisierte Handhabung und schützen zusammen mit dem Deckel das Transportgut zuverlässig vor Staub. Eine Drainageöffnung im geschlossenen Boden bietet zusätzlichen Schutz vor Nässe, sodass eine Lagerung im Außenbereich problemlos möglich ist.

Vielseitig einsetzbare Eurobehälter sind hitze- und kältebeständig

Besonders das innovative Faltkonzept des GLT hilft, Kosten zu verringern und die Umwelt zu entlasten. Im Leerzustand lässt er sich auf etwa ein Drittel seines Volumens zusammenfalten, diese Aufgabe kann eine Person schnell und einfach alleine erledigen. Dank des Faltkonzepts und der Bauform im Europalettenmaß lässt sich mehr Leergut mit einem Lkw transportieren, was zudem die CO2-Emissionen senkt.

Ergänzendes zum Thema
Platzersparnis satt
Faltbarer GLT für die Autoteilelogistik

Der Magnum Optimum 595 wurde speziell zum Transport von Teilen mit hoher Dichte und geringem Volumen entwickelt.
Der Magnum Optimum 595 wurde speziell zum Transport von Teilen mit hoher Dichte und geringem Volumen entwickelt.
( Bild: Schoeller Allibert )

Mit dem Magnum Optimum 595 hat Schoeller Allibert einen flachen und faltbaren Großvolumenbehälter (GLT) im Sortiment, der in gefaltetem Zustand nur 295 mm hoch ist. Dank seiner geringen Falthöhe lassen sich Lager- und Transportkosten senken, die Fahrzeugauslastung erhöhen und die CO2-Belastung verringern. Bis zu acht leere GLT lassen sich in einem Standard-Lkw übereinander stapeln. Wie das Unternehmen betont, „bietet der 595 damit bis zu 30 % an Platzersparnis gegenüber den meisten Mitbewerbern und eignet sich sehr gut für Branchen mit hohem Lieferlogistikaufkommen, wie etwa den Automotive-Sektor. Aufgeklappt ist der Magnum Optimum 595 mm hoch und fasst Traglasten von 750 kg dynamisch oder gestapelt von 3200 kg.

Der von einer Person aufstell- oder faltbare 595 ist modular angelegt, sodass Anwender sein Volumen mit einem Optiframe vergrößern oder Gefache zum sicheren Transport empfindlicher Güter einhängen können. Die Bauweise bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Kennzeichnung, um ein einfaches Tracking und Flottenmanagement zu gewährleisten. Der Behälter besitzt spezielle Felder für Etiketten an allen Seiten, seine Außenwände lassen sich mit Barcodes oder RFID-Transpondern versehen.

Die Eurobehälter von Auer Packaging, die sich aufgrund der genormten Euromaße platzsparend stapeln lassen, sind vielseitig einsetzbar. Die geschlossenen Eurobehälter, die unter anderem in der Industrie, dem Handwerk und in der Lebensmittelbranche eingesetzt werden, können ein Vielfaches ihres Eigengewichts tragen. Die glatten Wände sind besonders hygienisch und lassen sich leicht reinigen. Dank des hitze- und kältebeständigen Materials und der Unempfindlichkeit gegenüber Säuren und Lauge sind die geschlossenen Eurobehälter, die sich auch für Förderanlagen eignen, besonders langlebig. Von 15 auf 20 cm bis 80 auf 60 cm Grundfläche sind eine Vielzahl von Größen erhältlich, neben der Standardfarbe Grau auch in zahlreichen Sonderfarben. Die Behälter lassen sich mit Deckeln, Scharnieren und Griffen ausstatten.

Für eine optimale Luftzirkulation

Die durchbrochenen Eurobehälter eignen sich als Luft- und Flüssigkeits-durchlässige Stapelbehälter besonders für die Lagerung und den Transport von Lebensmitteln, die eine optimale Luftzirkulation benötigen. Erhältlich sind die leicht zu reinigenden Behälter mit einer Grundfläche von 60 auf 40 cm in Höhen zwischen 7,5 und 42 cm.

Zudem bietet Auer Packaging ein breites Sortiment an KLT-Behältern, die nicht nur von der Automotive-Branche flächendeckend eingesetzt werden, sondern zunehmend in allen Branchen mit hohem Automatisierungsgrad zum Transport von Kleinteilen. Ausgestattet mit einem glatten Boden, verstärkten Anschlagflächen an Stirn- und Längsseiten sowie ergonomischen Griffen und Hilfsgriffen, optimieren die Maxi-KLT-Behälter sowohl automatisierte als auch manuelle Arbeitsprozesse.

* Anmerkung der Redaktion: Das von SSI Schäfer hier angebrachte Konzept „Internet of Bins“ (IOB) bezieht sich auf digitale Lösungen für das Waste Management.

Diesen Beitrag können Sie auch in einem E-Paper aus unserem Heftarchiv nachlesen: MM Logistik Ausgabe 001 2020

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