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Die Entscheidung fiel auf ein automatisches zweigassiges Kleinteilelager mit platzsparender Kommissionierbühne. „Aufgrund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten am Firmenstandort in Bad Urach war der Rückbau von 750 Palettenstellplätzen zugunsten eines automatischen Kleinteilelagers mit 17.820 Behälterstellplätzen die ideale Lösung“, so Kalaitzoglou. „Im Rahmen einer zukunftsorientierten Planung wurde das neue automatische Kleinteilelager so konzipiert, dass es für einen späteren Ausbau um zusätzliche Gassen erweiterbar ist.“
Steigerung der Effizienz des Lagerbetriebs
Die Neuinstallation fügt sich reibungslos in die Bestandslogistik ein, führt zu weiteren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und zur Steigerung der Effizienz des Lagerbetriebs. Bisher wurde fast ausschließlich nach dem Person-zur-Ware-Prinzip gearbeitet. Mit dem neuen automatischen Kleinteilelager kommt die Ware zum Kommissionierer und verringert die Laufwege der Mitarbeiter. Denn ein Kommissionierer im Fachbodenlager legt am Tag 5 bis 9 km zurück. Die Fehlerquoten beim Kommissionieren lagen bei Riegler mit 0,5 % schon seit Jahren sehr niedrig. Mit Einsatz der Neulogistik soll dieser Wert noch weiter verringert werden. Auch die Leistung der Kommissionierer an den drei an das Kleinteilelager angeschlossenen Kommissionierstationen hat sich verdoppelt: Eine Person schafft bis zu 650 Picks pro Schicht à acht Stunden.
Zusätzliche Lagerkapazität durch flexible Behältereinteilung
Ein cleveres Detail ist die flexible Behältereinteilung. Wenn zusätzliche Lagerkapazität erforderlich ist, können die Lagerbehälter mehrfach unterteilt werden. So besteht die Möglichkeit, Kleinstteile äußerst platzsparend einzulagern. Für C-Kleinteile stehen zudem zwei Liftlager zur Verfügung. Die Lagererweiterung beinhaltet eine hochdynamische Behälterfördertechnik, die das neue automatische Kleinteilelager mit allen anderen Lagerbereichen verbindet. Der Nachschub ins Fachbodenlager erfolgt ebenfalls über die Behälterfördertechnik aus dem automatischen Kleinteilelager, dem manuellen Palettenlager oder direkt aus dem Wareneingang. Die Verbuchung auf den Ziellagerplatz im Fachbodenlager geschieht mithilfe von Datenfunkterminals.
Die Lagerverwaltung wird über das Klinkhammer-Warehouse-Management-System mit Materialflussrechner gesteuert. Es ermöglicht transparente Prozesse und optimiert die Verwaltung und Steuerung der gesamten Intralogistik. Im Leitstand bei Riegler ist „KlinkVISION“ im Einsatz, ein Softwaretool zur Anlagenvisualisierung mit Maintenance-Funktion. Alle Ladungsträger sind auf der Fördertechnik jederzeit eindeutig in der Visualisierungssoftware lokalisierbar. Die Anlage ist an den Remote Service angeschlossen und wird durch den „Klinkhammer Service24“ zentral überwacht und betreut.
Optimale Integration in die Bestandslogistik
Das von Klinkhammer gebaute und bereits bestehende Lager beinhaltet ein manuell betriebenes Fachbodenlager auf zwei Ebenen mit 30.000 Stellplätzen, ein manuelles Palettenlager mit 3500 Plätzen, ein Liftlager, die Kommissionierung mit Pick by Voice, den Wareneingang und die Packerei. Insgesamt 700 m Behälterfördertechnik verbinden nun alle Lagerbereiche vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zur Packerei und dem Warenausgang. Im Schnitt werden 725 Aufträge pro Tag kommissioniert. Dies entspricht rund 3500 Artikelpositionen. 94 % der Riegler-Kunden erhalten ihr Paket innerhalb von 24 h. Die Intralogistik ist damit das absolute Herzstück des Unternehmens, zumal Riegler für viele Kunden, die keine Lagerkapazität schaffen möchten, das Außenlager darstellt. Die schnelle Lieferfähigkeit und hohe Lieferqualität sind dabei ein großer Pluspunkt. ■
* Gerlinde Stark ist Marketingmanagerin bei der Klinkhammer Intralogistics GmbH in 90427 Nürnberg, Tel. (09 11) 9 30 64-1 48, gerlinde.stark@klinkhammer.com
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