Hallenheizungen

Dunkelstrahler heizen Hallen – der Sonne abgeschaut

| Autor / Redakteur: Roland Jordan / Bernd Maienschein

Leichtbauhalle mit dezentral installierten Einzelstrahlern.
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Leichtbauhalle mit dezentral installierten Einzelstrahlern. (Bild: Vacurant)

Unter Dächern von Logistikhallen bilden sich häufig verlustreiche Wärmepolster – vor allem, wenn das Gebäude warmluftbeheizt ist. Obendrein entweicht beim Öffnen der Tore die Warmluft schlagartig. Abhilfe schaffen Strahlungsheizungen, beispielsweise Dunkelstrahler, die mit Erdgas gefüttert werden.

Gasbefeuerte Dunkelstrahler, die nahezu keine Thermik erzeugen und die Wärme in der Bausubstanz speichern, zählen zu den kostengünstigsten und energieeffizientesten Hallenheizungen. Hauptsächlich in hohen Hallen wie Regallagern spielen sie ihre Vorteile aus. Die Physik liefert hierzu die Erklärung: Die langwelligen Wärmestrahlen werden nur dort wirksam, wo sie auftreffen und erhöhen die Oberflächentemperatur der raumumschließenden Flächen, der Halleneinrichtung und auch der anwesenden Personen. Dadurch lässt sich die Lufttemperatur in der Halle um 2 bis 3 °C senken. Thermischer Komfort und Energiespareffekt ergänzen sich demnach.

Abstand zwischen Strahlungsfläche und Arbeitsbereich bedeutungslos

Die per Dunkelstrahler erzeugten Strahlen erwärmen – in etwa der Sonne vergleichbar – nicht den Luftraum, den sie überbrücken. Folglich spielt der Abstand zwischen der strahlenden Fläche und dem Arbeitsbereich im Logistikzentrum keine Rolle. Hohe Hallen mit Deckenhöhen bis zu 30 m und mehr sind deshalb für die Deckenstrahlheizung besonders prädestiniert, wie sie beispielsweise Vacurant anbietet. Die Strahler lassen sich dort unterbringen, wo sie nicht im Wege sind und wo die Raumnutzung nichts kostet – nämlich zwischen den Unterzügen oder den Dachbindern.

Ein weiterer Vorteil des Strahlungsprinzips: Die Heizwirkung hält unvermindert an, wenn die Hallentore offen stehen. Die Halle kühlt nicht schnell aus, weil die Wärme in der Bauhülle und in der Einrichtung gespeichert ist.

Strahlungsheizungen in Logistikimmobilien sind meist als gasbefeuerte Dunkelstrahler ausgeführt. Die Wärmeabgabe geschieht über Rohrstränge oder Rohrschleifen, die zugleich die Brennkammern sind. Darüber liegende Reflektoren richten die Wärmestrahlung nach unten.

Einzel-Dunkelstrahler ermöglichen rasche Heizungssanierung

Für die Heizungssanierung bieten sich vor allem dezentrale Systeme mit direkt befeuerten Einzelstrahlern an. Einzelstrahler sind rasch installiert und erlauben auf einfache Art die Temperatur-Zonierung durch Zu- und Abschalten von Geräten. Beispielsweise werden 20 % der Fläche – die Kommissionierzone – behaglich temperiert, 80 % der Fläche – das Warenlager – bleiben relativ kalt.

Das Logistikzentrum der Rhenus-Immobilien GmbH in Dortmund beispielsweise hat eine Fläche von 10.500 m² und ist mit 21 Einzelstrahlern beheizt. Die mit Erdgas H befeuerten Langfeldstrahler von Vacurant sind jeweils 24 m lang und in 13 m Höhe abgehängt. Sie sind paarweise an einen Abgaskamin angeschlossen. Gesamte Heizleistung: 1050 kW. Ausgelegt ist die Anlage auf 18 °C im Kommissionierbereich und 12 °C im Warenlager.

Ergänzendes zum Thema
 
Dunkelstrahler: Modulation spart Energie

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