Lagertechnik

Festes und Flüssiges sicher unter Dach und Fach

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Die 260 Palettenstellplätze im Flüssigstofflager werden durch ein 17,7 m hohes und auf Lasten bis 1400 kg ausgelegtes Regalbediengerät des Typs „MASTer 24-DT“ mit fester 2-Zinken-Teleskopgabel für einfachtiefe Lagerung angefahren. Als Ladungsträger kommen Chemiepaletten und Europaletten zur Anwendung. Bei dem Ladegut handelt es sich um Intermediate Bulk Container (IBC) verschiedener Höhenklassen aus Stahl oder Polyethylen, die zentrisch auf den Paletten aufgebracht sind. Infolgedessen ist eine gleichmäßige Lastverteilung gewährleistet. Eine Besonderheit besteht darin, dass IBC-Behälter des Typs 1 (1245 mm × 840 mm) mit einem Maximalgewicht von 1400 kg auch ohne Unterpalettierung autark gehandhabt werden können. Typ 2 in Stahl- (1220 mm × 1020 mm) sowie Typ 3 in Polyethylen-Ausführung (1200 mm × 1000 mm), die jeweils 1000 l fassen, werden hingegen unterpalettiert transportiert.

Intelligente Lagerbestandsverwaltung und Materialflusssteuerung

Die fördertechnische Anbindung des speziell für Flüssigstoffe konzipierten HRL wurde im Erdgeschoss realisiert. Somit können im Wareneingang zugeführte Paletten mithilfe von Elektrostaplern auf einen Kettenförderer mit starrer Palettenzentrierung für drei verschiedene Palettentypen aufgegeben werden. Nachfolgend werden die Breite der jeweiligen Palette gemessen sowie die Abmessungen der Ladung, der Palettenhohlraum und das Gewicht des Ladungsträgers überprüft. Sofern kein Fehler vorliegt, wird der Ladungsträger umgesetzt und zur Aufnahme ins Hochregallager transportiert.

Taktgeber des neuen Zentrallagers von Bachem in Bubendorf ist praktisch das über eine Schnittstelle an SAP WM angebundene StöcklinWMS (Warehouse Management System) mit dem integrierten StöcklinWCS-Modul (Warehouse Control System). Es verwaltet die Bestände auf Hochregallager-Ebene vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Berücksichtigung finden hierbei unter anderem auch Chargen, Haltbarkeitsdaten und Seriennummern. Der mit einer Visualisierung ausgestattete Materialflussrechner hingegen steuert den gesamten Materialfluss unter Berücksichtigung tagesaktueller Erfordernisse.

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Ein speziell im Fall von Bachem nicht zu unterschätzendes Thema war auch der Brandschutz. Sowohl das Feststoff- als auch das Flüssigstofflager sind bauseits mit Fluchtwegen ausgestattet sowie mit Sprinklern im Regal versehen worden. Ergänzend hat Stöcklin drei Brandschutz-Schnelllauftore installiert. Diese wurden mit einem Notstrom-Batteriepaket ausgestattet, damit die Brandtorbereiche sowohl bei Gas- als auch bei Brandalarm und einhergehender Stromunterbrechung frei gefahren werden können. Das Brandschutztor im Ex-Bereich hat dabei Priorität und wird bei Gas- oder Brandalarm als erstes geschlossen. Im Anschluss schließen sich die beiden Tore im Feststofflager.

„Operational Excellence“ auch in der Intralogistik

Durch den Bau des neuen Zentrallagers hat Bachem die für eine sachgerechte Handhabung von pharmazeutischen Vorprodukten und Wirkstoffen erforderlichen intralogistischen Prozesse nun unter einem Dach zusammengeführt und gleichzeitig auch unter Sicherheitsaspekten weiter optimiert. „Die realisierte vollautomatische Systemlösung für die zeit- und bedarfsgerechte Versorgung der Produktion entspricht unseren Vorstellungen und auch der vereinbarte Terminrahmen wurde von Stöcklin eingehalten“, betont Bachem-Projektleiter Oliver Tretzack. „Das neue Hochregallager unterstützt unsere Wachstumsstrategie und wird dazu beitragen, unsere weltweit führende Position im Peptid-Markt weiter auszubauen.“ ■

* Urs Grütter ist Geschäftsführer bei der Stöcklin Logistik AG in 4143 Dornach (Schweiz), Tel. (00 41-61) 7 05 81 11, info@stoecklin.com

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