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Produktklassifizierung IT-gestützte Inventarisierung deckt versteckte Sparpotenziale auf

| Autor / Redakteur: Ulrich L. Manz und Ayhan Bulut / Peter Steinmüller

In der Materialwirtschaft für die Instandhaltung gibt es den ständigen Konflikt zwischen den Zielen „Kapitalbindungskosten niedrig halten“ und „Versorgungssicherheit“. Nur wer über genaue Informationen zum eingelagerten Material und über dessen Bewegung verfügt, kann diese Ziele optimal austarieren. Eine neue Software hilft dabei.

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Welche Kosten die Kapitalbindung und schleppende Prozesse im Lager verursachen, wird von kaum einem Unternehmen beachtet. Bild: MM-Archiv
Welche Kosten die Kapitalbindung und schleppende Prozesse im Lager verursachen, wird von kaum einem Unternehmen beachtet. Bild: MM-Archiv
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Allgemeinen gilt die Materialwirtschaft im Bereich der Instandhaltung, vielleicht mit Ausnahme der Prozessindustrie, als wenig spannend: keine Karrieremöglichkeiten, kein Leuchtturmdenken – eine unbeliebte Tätigkeit, die erledigt werden muss. Da sich das Management nicht ernsthaft für dieses Thema interessiert, ist es nicht verwunderlich, wenn kaum konzeptionelle Anstrengungen in die Materialwirtschaft fließen.

Hinzu kommt ein dreistes betriebswirtschaftliches Vorgehen: Instandhaltungsmaterial wird im Einklang mit den steuerlichen Regelungen sehr schnell abgeschrieben, dies führt zu immensen stillen Reserven. Ganz nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ wird der tatsächliche Wert dieser Teile ignoriert. Somit sinkt der Wert dieser Läger, was zur Folge hat, dass weder in die Lagerbewirtschaftung noch in die entsprechenden Prozesse investiert wird. Eine sehr hohe Verschrottungsquote und ein großer Dublettenanteil führen zu einer enormen Kapitalvernichtung.

Mischung aus Handarbeit und IT-Einsatz

In einem breit angelegten Praxisprojekt für ein Chemieunternehmen konnte die IFCC GmbH zeigen, dass Schnelligkeit und Datenpräzision die entscheidenden Faktoren für den Erfolg einer Inventarisierung sind. Nur so konnte ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt werden. Das Projekt verknüpfte „Handarbeit“ mit der Nutzung einer eigens entwickelten IT-Lösung. Fachkundiges Personal identifizierte zunächst das eingelagerte Produktmaterial und die für die Instandhaltung relevanten Merkmale und bestimmte die jeweilige Merkmalsausprägung. Bereits diese Datendokumentation ist Teil der IT-Lösung. Im Lager werden diese Informationen in eine Datenbank eingegeben. Die Sachbearbeiter greifen für die Plausibilitätsprüfung, Klassifikation und Erfassung der Produktmerkmale direkt auf die Datenbank zu.

Beim Klassifikationsschema fällt die Wahl auf E-Class

Als Klassifikationsschema wurde E-Class ausgewählt. Damit ist eine sach- und normgerechte Materialbeschreibung sichergestellt. Die gesamte Lagerwirtschaft inklusive des Bestellprozesses wurde durch diese standardisierte Beschreibung wesentlich vereinfacht und auch beschleunigt. Die Prozesse „Identifizierung, Inventarisierung“ und „Materialbeschreibung“ laufen synchron ab. Das bedeutet, dass die aufeinanderfolgenden Prozessschritte Materialaufnahme > Klassifikation > Attributisierung > Ausdruck des Barcodes sowie der Entnahmescheine eng getaktet sind. Ein Material durchläuft diesen Prozess in knapp 15 Minuten.

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