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Lagertechnik Passende Kennzeichnungen erhöhen den Servicegrad

| Autor / Redakteur: Mehmet Akdas / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Bis zu 16.000 Lieferscheinpositionen täglich verschickt der Elektro-Fachgroßhändler Unielektro in Eschborn, Mitglied der Würth-Gruppe. Um die mit mehr als 97 % hohe Quote der tagfertigen Auslieferungen (Servicegrad) weiter zu erhöhen, nutzt man im Erweiterungsbau des Zentrallagers Kennzeichnungslösungen von ONK.

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Im Schmalgang-Palettenregal bekleben zwei Monteure die Regalreihen parallel mit den Etiketten.
Im Schmalgang-Palettenregal bekleben zwei Monteure die Regalreihen parallel mit den Etiketten.
(Bild: Dominik Ketz )

Mit über 450.000 Artikeln aus zehn Produktbereichen bietet Unielektro seinen Kunden aus Handel, Handwerk und Industrie ein Vollsortiment unter anderem aus Elektromaterial, Werkzeugen, Leitungen, Daten- und Netzwerktechnik, Lichttechnik, Multimedia, Hausgeräten, Haustechnik und Industriebedarf. 45.000 Artikel davon sind in den drei Zentrallägern ständig verfügbar – allein 34.000 in Eschborn auf circa 34.000 m² Lager- und Handlingfläche. Von Eschborn aus beliefert Unielektro im Nachtsprung seine Verteilerzentren für die westlichen und südlichen Bundesländer und garantiert so die Lieferung der Ware zum Kunden am Folgetag bei Bestellung bis 19 Uhr am Vortag. Dank des Lieferservice und der hohen Verfügbarkeit seiner Waren können die Kunden von Unielektro ihre Inhouse-Lagerhaltung auf ein Mindestmaß reduzieren.

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Aus seiner langjährigen Partnerschaft mit Fachhandel, Handwerk und Industrie weiß Unielektro, dass die schnelle und zuverlässige Lieferung seiner Ware entscheidend für das reibungslose Ineinandergreifen der betrieblichen Prozessabläufe bei seinen Partnern ist. Um seine Reaktionszeiten weiter zu verkürzen, hat Unielektro in die Erweiterung seiner Lagerkapazitäten am Standort in Eschborn circa 40 Mio. Euro investiert. Derzeit laufen die Bauarbeiten im automatischen Kleinteilelager mit über 68.000 Stellplätzen sowie dem dazugehörigen Kommissionier- und Packbereich, die im Juli 2016 in Betrieb gehen sollen, auf Hochtouren. Bereits fertiggestellt ist ein neuer Wareneingang mit sechs Toren. Ende November ging in einer weiteren Ausbaustufe ein neues Hochregallager mit 9420 Palettenstellplätzen unter anderem für Konsumgeräte, Elektroartikel und Kabelringe in Betrieb. Die Stellplätze erstrecken sich über 13 Regalzeilen mit jeweils zehn Ebenen. Für die Kennzeichnung mittels PE-Folienetiketten mit Datamatrix-Code beauftragte Unielektro den Kölner Spezialisten für visuelle Lagerorganisation ONK. „Ausschlaggebend war der dazugehörige Service, also die parallel zur Produktion der Etiketten angebotene Montage“, betont Gerhard Roth, Logistikleiter am Standort Eschborn. Bei dem Bau seines ersten Hochregallagers in Halle H im Jahr 2013 hatte Unielektro die Regalplatzetiketten selbst angebracht. „Für das Bekleben der über 5600 Lagerplätze waren permanent vier Mitarbeiter über mehrere Wochen im Einsatz“, erinnert sich Nancy Schulz, Abteilungsleiterin im Zentrallager Eschborn.

Bis zu 90 % niedrigere „Chaos-Kosten“

Nach nicht einmal drei Tagen hatte das ONK-Team die letzten der fast 10.000 Regalplatzetiketten befestigt. Eine Woche war für die Montage veranschlagt. Das kommt Unielektro gelegen, denn die Lageristen stehen schon bereit, um die Regale zu bestücken. Beschriftet sind die Regalplatzetiketten mit den jeweiligen Standortkoordinaten für Regalzeile, -turm und -ebene, einem Richtungspfeil sowie einem Datamatrix-Code. Die Entscheidung für einen 2D- anstelle eines Strichcodes fiel aus mehreren Gründen. Die höhere Informationsdichte war einer, die darin enthaltenen redundanten Informationen ein anderer. „Selbst bei größeren Fehlern des Codes, wenn dieser überdeckt oder beschädigt ist, lassen sich dennoch die Informationen auslesen und Waren sicher und fehlerfrei identifizieren“, sagt Roth. Der dritte Grund war, dass sich der 2D-Code auf das bestehende Warehouse-Management-System abstimmen ließ. „Die Kennzeichnungslösungen von ONK unterstützen uns bei der optimalen Bewirtschaftung unseres Hochregallagers und erzielen eine nicht unerhebliche Kosten- und Zeitersparnis bei vergleichsweise geringen Investitionskosten“, so Roth. Je nach Lager lassen sich durch eine systematische Lagebestimmung bis zu 90 % der „Chaos-Kosten“, die durch unnötige Staplersuchfahrten, Kommissionierumwege, versehentliches Auslagern falscher Paletten und lange Zugriffszeiten entstehen können, vermeiden.

Kilometerlange Markierungen

Für das drei Mann starke ONK-Montageteam sind die 10.000 Etiketten bei Unielektro Routine. Zig Millionen Etiketten und Schilder sowie Bodenmarkierungen mit einer Gesamtlänge von mehreren Kilometern bringt das Team bei europaweit über 200 Montagen pro Jahr auf. Unielektro stellt ihnen einen Stapler einschließlich Fahrer zur Verfügung, damit sie auch in 16 m Höhe die Etiketten befestigen können.

Dank Schmalgang-Palettenregalen können zwei Monteure parallel die Regalreihen bekleben – der eine links, der andere rechts, jeweils drei Etiketten pro Regalfach, vorsortiert nach Reihe und Ebene. Währenddessen beklebt der Dritte die unteren Traversen mit einem Niederhub-Kommissionierer „zu Fuß“. Bei Unielektro werden die Etiketten nicht mittig unter den Paletten angebracht, sondern rechtsbündig, um jeweils das Ende eines der drei Palettenstellplätze innerhalb eines Regalfachs zu markieren. Damit will das Unternehmen verhindern, dass ein Einlagerer beim Abstellen einer Palette versehentlich die nächststehende herunterreißt. ■

* Mehmet Akdas ist Vertriebsleiter bei der ONK GmbH in 50996 Köln, Tel. (0 22 36) 8 84 64-0, info@onk.de

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