Radio-Frequency Identification

RFID für den Mittelstand

19.11.2009 | Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Jeder einzelne Transponder besitzt ab Werk eine eindeutige Nummer, die sogenannte UID (Unique Identification Number). Die Transponder werden in der chinesischen Scout-Produktion in den Rucksack eingenäht.
Jeder einzelne Transponder besitzt ab Werk eine eindeutige Nummer, die sogenannte UID (Unique Identification Number). Die Transponder werden in der chinesischen Scout-Produktion in den Rucksack eingenäht.

Automatische Produktidentifikation per Radio-Frequency Identification (RFID) zählt zu den interessantesten Zukunftstechnologien. Die berührungslose Erkennung von Produkten und ihren Daten erschließt sich immer mehr Anwendungen in Industrie und Handel.

Sternjakob, Hersteller der vorwiegend in China gefertigten Marken-Schulranzen Scout und 4You, war die Versteigerung seiner Artikel auf der Internet-Plattform EBay ein Dorn im Auge. „Das Versteigern unserer hochwertigen Produkte auf eBay empfinden wir als markenschädigend“, erklärt Sternjakob-Geschäftsführer Dieter Liebler. „Wir wollten endlich herausfinden, wer die Waren an die Internet-Händler weiterverkauft hatte.“

RFID überwacht Vertriebswege

Dies war der Auslöser für die Idee, RFID-Tags (Funketiketten) zur Überwachung der Vertriebswege einzusetzen. Zusammen mit dem Stuttgarter Generalunternehmer AEB beschloss man, alle Scout- und 4You-Produktserien mit Transpondern auszustatten — 400000 Funketiketten wurden dazu nach China geliefert, wo sie in die Taschen, Rucksäcke und Ranzen eingenäht wurden. Jeder einzelne Transponder besitzt bereits ab Werk eine eindeutige Nummer, die sogenannte UID (Unique Identification Number).

Mit Hilfe dieser eindeutigen Nummer lässt sich leicht herausfinden, an wen das Produkt verkauft wurde, das unerlaubterweise im Internet feilgeboten wird. Dazu werden Mitarbeiter der Verkaufsabteilung Testkäufe vornehmen. Die Nummer wird mit Hilfe eines Lesegeräts ausgelesen und in eine Suchmaske in der AEB-Software eingegeben.

Markenschutz als Anfangspunkt der RFID-Nutzung

Der Markenschutz ist Sternjakob viel wert: Die Investitionen für Hard- und Software sowie die Dienstleistungen aus dem Hause AEB beliefen sich auf rund 74000 Euro. „Damit haben wir aber nun Erfahrungen gesammelt und einen wichtigen Grundstein für die weitere Nutzung von RFID gelegt“, so Sternjakob-Geschäftsführer Liebler.

Markus Meißner, RFID-Projektleiter bei AEB, ergänzt: „Gerade in der Logistik gibt es schon viele Bereiche, wo RFID Einzug gehalten hat, beispielsweise beim Warenein- und -ausgang. Ziele hierbei sind das Tracking and Tracing der Waren und eine verbesserte Kontrolle des vollständigen und fehlerfreien Empfangs und Versands der Waren.“

Fallende Preise für RFID-Transponder ermöglichen neue Anwendungen

Je mehr Unternehmen die RFID-Technologie nutzten, um ihre Lieferketten abzusichern, desto schneller würden die Preise für Transponder fallen. Momentan kosteten passive Transponder je nach Bestellmenge zwischen 15 und 20 Cent pro Stück. Würden die Chips günstiger, rückten auch für mittelständische Unternehmen wie Sternjakob weitere Verbesserungen durch den Einsatz der RFID-Technologie in greifbare Nähe.

 

Denkzettel für die Maschine

 

Deutlich anziehende Nachfrage nach Auto-ID-Technologien

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